Kommentar CeBIT 2008
Kommentar zur CeBIT 2008
Messe mau – mit Mumpitz, Marathon und Mähdrescher
Leere Kassen durch volle Gänge
Am letzten Messetag verkündete Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue: "495.000 Gäste – drei Prozent mehr als im Vorjahr". Das klingt zwar gut, ist es aber nicht; denn die Zahl lässt sich nicht mit den über 800.000 zahlenden (!) Besuchern der Jahre 2000 und 2001 vergleichen.
Selbst in den Rezessionsjahren 2004, 2005, 2006 zahlten die rund eine halbe Million Besucher noch recht häufig Eintritt. Dem war heuer nicht so. Rund eine halbe Million Eintrittskarten, so ein hartnäckiges Gerücht auf der Messe, seien unter das Volk gestreut worden. Aussteller und Zeitschriften wären die Frei-Tickets geradezu aufgedrängt worden.
Wer da an der Kasse noch zahlte, fühlte sich hinterher leicht verschaukelt.
So wie die seriösen Anbieter von Zutrittssystemen und Biometrie in der "Sicherheitshalle" 6. Hier tobte ein unerträglicher Krach-Krieg zwischen drei Herstellern von Anti-Viren Software, darunter Kasperky Lab und G-Data. Schreist du durchs Mikrofon, dann schrei ich lauter. Das klingt wie CeBIT-home und nicht nach CeBIT-seriös. Auf der Security in Essen ist so etwas unvorstellbar.
Schweigen der Lämmer – B2B in Halle 18. (@ Smartmedia PresSservice GmbH)
Die CeBIT wollte immer alles und doch wieder nicht, wollte den Drillingspagat zwischen
- reiner B2B-Messe für Entscheider (Anzugträger),
- Informationsmesse für die technische Intelligenz (Turnschuhe)
- und irgendwie auch ein bisschen Endanwender und Funkausstellung (Beutelratte).
Das Konzept scheint irgendwie nicht aufgegangen zu sein. Die Hubschrauber mit den Vorständen kreisen nur noch selten über Deutschlands größtem Messegelände. Dafür locken die Freikarten jede Menge Berufsschüler an.
Erkennbar desinteressiert schlurfen die Nachfahren der Computer-Kids durch die Hallen. Aber alles, was sie interessiert, liegt hinter den für Menschen ohne Aussteller- oder Presseausweis unbezwingbaren Drehkreuzen des "Planet Reseller" in Halle 25, einer Händlersonderschau der Computer Reseller News.
Terratec, Buffalo und Pinnacle präsentieren sich nur für Händler. Pech gehabt. Also weitergeschlurft zur Halle 21. Hier stehen zumindest einige Produkte dieser Hersteller bei der Sonderaustellung "digital living". Bezahlt von der Messe AG. Gleich nebenan gibt es übertaktete Motherboards die mit flüssigem Sauerstoff gekühlt werden und absolut unpraktische Riesentüten im Format eines 40-Zoll-LC-Displays zum mitnehmen.
Green IT. Einer von zwei Mähdreschern auf der CeBIT. (@ Smartmedia PresSservice GmbH)










