Report: Virtuelle Kriminalität in Europa
Virtuelle Kriminalität in Europa
Organisiertes Verbrechen
Einleitung
Unsere heutige Gesellschaft hängt von Computern und Computernetzwerken – besonders dem Internet – ab. Im Dezember 2004 überstieg die Anzahl der Internet-Nutzer in Europa die 100-Millionen-Marke. Aber gerade das Internet bietet dem organisierten Verbrechen alle Voraussetzungen für die Durchführung seiner schädlichen Machenschaften, nämlich ein weltweites, schnelles und virtuelles Netz. In den falschen Händen trägt dies dazu bei, große Geldmengen illegal zu beschaffen.
In den Anfangstagen der PCs wurde "Computerkriminalität" mit dem Eindringen in einzelne PCs bzw. mit deren Diebstahl gleichgesetzt. Heute umschreibt dieser Begriff eine weite Bandbreite sich schnell entwickelnder Straftaten. Grob gesagt, lässt sich die Internetkriminalität in zwei Bereiche unterteilen:
1. Neue Verbrechen, die nur online begangen werden können:
Straftaten gegen die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Computerdaten und -systemen. Dabei ist das Hacking die am häufigsten dokumentierte Form. Die jüngsten Entwicklungen beinhalten z.B. parasitäre Operationen, bei denen die Straftäter mithilfe extern kontrollierter Systeme Server und Netzwerke sabotieren, um z.B. illegale Daten wie pornografische Bilder oder gestohlene Software zu speichern.
2. "Herkömmliche" Verbrechen, die jetzt auch online begangen werden:
Computer- und Telekommunikationssysteme werden dazu verwendet, um gesetzlich geschützte Rechtsgüter mithilfe von Erpressung, Betrug und ähnlichen Aktivitäten anzugreifen. Erstmalig stellt der Bericht von McAfee zum Thema virtuelle Kriminalität die Entwicklung der Internetkriminalität in Europa dar, und zwar von den Anfängen in den Kellerräumen einiger Freaks über die beginnende Organisierung durch kriminelle Banden bis hin zu den systematischen und professionellen Straftaten zur Ausnutzung des Internets durch das organisierte Verbrechen. Er untersucht dabei neu entstehende Problembereiche, einschließlich des Auftretens neuer Technologien, wie so genannter "Bot-Netze" (Netzwerke, die komplett von außen ferngesteuert werden können), und Cyber-Terrorismus. Der Bericht zeigt aber auch auf, wie sich Unternehmen und Einzelnutzer mit gesundem Menschenverstand gegen derlei kriminelle Machenschaften schützen können.
Europaweit bestätigen Experten das regionale Ansteigen der Internetkriminalität. Laut Professor Ulrich Sieber vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, stellt Internetkriminalität die sich am schnellsten entwickelnde Kategorie an Kriminalität in Europa dar. Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien sind nachweislich die bevorzugten Zielländer für Internetkriminelle.
Noch vor zwei Jahren verzeichneten die Sicherheitsforscher von McAfee monatlich etwa 300 potenziell böswillige Bedrohungen. Besonders aufgrund der hohen Zahl von sog. Bots ist diese Zahl bis heute auf 1.500 hochgeschnellt. Die Internetkriminalität hat ihre Wurzeln aber auch in herkömmlichen kriminellen Aktivitäten: So wurden ca. 70% aller Malware-Programme ausschließlich aus Profitgründen geschrieben.
"E-Mails und das Internet stellen heute die am weitesten verbreitete Form der Kommunikation und des Datenaustauschs dar. Millionen Menschen nutzen das Internet täglich. So auch viele Kriminelle. Eine neue Phase bösartiger Aktivitäten hat begonnen. Heutzutage steht die Geldbeschaffung als treibende Kraft hinter der Internetkriminalität, hier hat auch die Beteiligung des organisierten Verbrechens zugenommen. Dabei wird jede Möglichkeit neuer Technologien ebenso wie das mangelnde Bewusstsein für Sicherheitsrisiken als Grundlage für die Geldbeschaffung genutzt – die angewendeten Methoden werden täglich raffinierter und technisch ausgefeilter. Aus diesem Grund ist ein präventiver Schutz ein absolutes Muss und die einzige Chance, das Vertrauen der Nutzer zu gewährleisten. Als führender Anbieter von Sicherheits-Lösungen sieht sich McAfee in vorderster Front bei der Aufklärung von Verbrauchern und Unternehmen im Hinblick auf Online-Bedrohungen – und beim Aufzeigen der besten Wege zu ihrem Schutz. Auch wenn die Zunahme der Internetkriminalität besorgniserregend klingt, so kann doch jeder Benutzer sich selbst und seine persönlichen Daten sehr einfach und mit ein wenig gesundem Menschenverstand wirksam schützen. In den vergangenen sieben Monaten hat McAfee mit führenden Wissenschaftlern und High-Tech-Experten aus der Strafverfolgung europaweit zusammengearbeitet und zum ersten Mal ein umfassendes Bild der neuen unsichtbaren Bedrohungen gezeichnet, denen wir uns derzeit gegenüber sehen. Diese Studie unterstreicht, wie wichtig unsere Wachsamkeit im Kampf gegen die Internetkriminalität ist." Lee Fisher, McAfee Sicherheitsstratege |
Der von McAfee in Auftrag gegebene und von Dr. Peter Troxler, einem unabhängigen Sicherheitsberater, verfasste Bericht von McAfee zum Thema virtuelle Kriminalität untersucht, auf welche Weise sich das organisierte Verbrechen und die Internetkriminalität entwickeln und gewährt einen Ausblick auf die Gefährdungen, die diese Aktivitäten für Heimcomputer ebenso wie für die IT-Infrastrukturen von Regierungsbehörden und die Computersysteme im Finanz- und Gesundheitswesen darstellen.








