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Report: Virtuelle Kriminalität in Europa

Virtuelle Kriminalität in Europa

Organisiertes Verbrechen

Anhang – Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Europa

Großbritannien

Die National Hi-Tech Crime Unit (NHTCU)

Die im Jahr 2001 gegründete britische National Hi-Tech Crime Unit (NHTCU) ist eine der effizientesten Einrichtungen ihrer Art in Europa. Len Hynds, Leiter der NHTCU, sagt: "Der Erfolg ihrer richtungsweisenden Arbeit ist so groß, dass ihre Arbeitsweise gerade von Europol und Interpol untersucht und als das beste Praxismodell gewürdigt wird, dem eine Vorreiterrolle zukommt."

In erster Linie beschäftigt sich die NHTCU mit Hackern und Virusschreibern, mit Erpressung im Zusammenhang mit Hacking, Domain-Spoofing, DDoS, mit Drogendelikten im Internet, besonders dem Handel mit Grundsubstanzen sowie mit Online-Auktionsbetrug.

Aus einer im Jahr 2003 durchgeführten Umfrage geht hervor, dass Angriffe mit Viren mit einem geschätzten Schaden von umgerechnet 38,6 Millionen GBP die vorherrschende Form der Internetkriminalität darstellten. Andere Angriffe betrafen weniger als 20% der Befragten.

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Niederlande

Korps landelijke politiediensten (KLPD)

In den Niederlanden ist der Kampf gegen die Internetkriminalität zwischen der KLPD und sieben regionalen Institutionen aufgeteilt, allerdings bestehen Pläne für die Schaffung einer zentralen Dienststelle. Aus diesem Grund befinden sich die Niederlande bei der Bekämpfung der Internetkriminalität nicht in einer so starken Position wie andere Länder. Pascal Hetzschold zufolge, Polizeiberater der KLPD, "gibt es derzeit keine Verfahrensanweisung, wer was genau tut, und das bedeutet, dass wir nicht unmittelbar reagieren können."

2002 gründete die niederländische Regierung das Computer Emergency Response Team, GOVCERT.NL zur Unterstützung der Industrie und der Verbraucher. Im Jahr 2003 wurde der Waarschuwingsdienst eingerichtet, der sich besonders um kleine und mittelständische Unternehmen kümmern sollte. Dessen Arbeit drehte sich hauptsächlich um die Frage, wie Unternehmen ihre Computer gegen die unterschiedlichen technischen Angriffsmöglichkeiten schützen können. Der Dienst hat ein sehr praxisnahes Handbuch gegen Internetkriminalität herausgegeben.

In den Niederlanden lag der Schwerpunkt bisher auf bestimmten Techniken der Internetkriminalität, wie Spam-Mails, Viren, Dialern und Spyware.

Deutschland

Bundeskriminalamt (BKA)

In Deutschland gibt es mehrere unterschiedliche Organisationen: Eine beschäftigt sich mit dem organisierten Verbrechen, eine andere mit Verbrechen im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologie. Im Jahr 1999 wurde die ZaRD (Zentrale anlassunabhängige Recherche in Datennetzen) gegründet, deren Aufgabe eher aus der Überwachung von Aktivitäten im Internet besteht, denn aus der Ermittlung bestimmter Vorfälle. Sie gehört zum BKA. Dabei macht Kinderpornografie den größten Teil der von der ZaRD untersuchten illegalen Aktivitäten aus.

Nur ein geringer Teil der gemeldeten Fälle beziehen sich auf unmittelbare Hacking-Vorfälle, Viren, Trojaner und Spyware. Allerdings gehen die BKA-Spezialisten "von einer großen Zahl von nicht gemeldeten Fällen dieser Bedrohungen aus, da Firmen solche Angriffe der Polizei nicht immer anzeigen. Die meisten angeblich von Hackern durchgeführten Angriffe wurden von ihren Opfern gar nicht gemeldet." Auch das BKA beschäftigt sich hauptsächlich mit Kinderpornografie, und zwar auf nationaler und internationaler Ebene sowie mit der Online- Piraterie von Musik- und Filmdateien.

Erschreckenderweise haben weder das BKA noch die ZaRD ein Konzept bezüglich des Vorgehens und der Entwicklung des organisierten Verbrechens im Internet. Beide Behörden reagieren offenbar nur langsam auf die neuen Bedrohungen und erfassen erst jetzt die Bedeutung längst etablierter Formen der Internetkriminalität.

Einer der Gründe hierfür ist in den Unstimmigkeiten zu suchen, wer für die Strafverfolgung von Verbrechen zuständig ist, wenn diese sowohl im Internet als auch in der realen Welt begangen werden.

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