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Test MSI ePower 200AV+ Version II

Test MSI ePower 200AV+ Version II

Steckdosen-Netzwerk vom Computer-Profi

TCP/IP-Durchsatz

Der für das normale Arbeiten entscheidende Wert ist der maximale Durchsatz in TCP/IP-Verbindungen. Dieses Protokoll verwenden alle herkömmlichen Datenübertragungen aus dem Internet, im Intranet respektive im Heimnetz, aber ebenso NAS-Server im lokalen Netzwerk. Beim Datendurchsatz sind klassische PLC-Adapter und solche mit Homeplug-AV gleichermaßen gekniffen, weil sie dem Anwender lediglich eine Fast-Ethernet-Schnittstelle mit einer maximalen Link-Rate von 100 MBit/s pro Richtung bieten. Das war so lange in Ordnung, so lange der Datendurchsatz über die Stromleitung auf rund 80 MBit/s beschränkt war, aber MSIs jüngste PLC-Ableger Mega ePower 200AV+ kommen mit ihrer Übertragungsrate bereits der Schallmauer von 100 MBit/s ganz nahe.

Die MSI ePower 200AV+ Version II zeigen im Mittel auf kürzere Distanzen TCP-Durchsatzwerte von etwa 80 MBit/s, was nahe am theoretischen Maximum der Fast-Ethernet-Schnittstelle liegt. (©Smartmedia PresSservice)

Die MSI ePower 200AV+ Version II erreichen, werden alle TCP-Datenraten am jeweiligen Messort gemittelt, bis zu 86 MBit/s. Typische für Homeplug AV á la Intellon ist der Abfall von etwa 10 Prozent am Messort "Direkt", an dem beide PLC-Adapter direkt nebeneinander in einer Steckdosenleiste platziert sind.

Interessant: Obwohl die Entfernung vom ersten PLC-Adapter zum zweiten bei "Dachgeschoss" und "Garten" mit jeweils rund 30 Meter etwa gleich ist, ist die Datenrate im Garten fast doppelt so hoch. Grund: Im Garten hängt der PLC-Adapter an der gleichen Phase, im Dachgeschoss an einer anderen.

Die MSI ePower 200AV+ Version II erreichen im Downstream fast schon das von der Fast-Ethernet-Schnittstelle vorgegebene Durchsatz-Maximum von 100 MBit/s. (©Smartmedia PresSservice)

Bei einer stabilen TCP/IP-Verbindung hängt die Sendegeschwindigkeit für die Daten von allen Eigenschaften der WLAN-Verbindung ab: Verändert sich beispielsweise die Latenzzeit, drosseln die TCP-Steuermechanismen die Geschwindigkeit, mit der die Datenpakete abgesetzt werden. Auf diese Weise lassen sich sogar mehrere logische TCP-Verbindungen über die gleiche physikalische Strecke aufbauen. Auch MSIs neue PLC-Adapter nutzen an dieser Stelle die TCP-Leistungsreserven und erreichen fast den von der Fast-Ethernet-Schnittselle vorgegebenen Maximaldurchsatz von 100 MBit/s.

Die Datenübertragung via TCP/IP erfolgt jedoch nie in nur eine Richtung, da jedes vom Sender abgesetzte Datenpaket vom Empfänger quittiert wird. Davon abgesehen ist es durchaus üblich, dass zwei Geräte, seien es PC oder Netzwerk-Speicher (NAS) Daten in beide Richtungen bewegen. Und wenn mehrere Anwendungen über das Netzwerk auf andere Geräte zugreifen, werden auf der gleichen physikalischen Verbindung auch mehrere logische TCP-Verbindungen aufgebaut.

Aus diesem Grund haben wir getestet, wie sich die ePowers die verfügbare Maximalbandbreite aufteilen, wenn sie zwei gleichzeitige Verbindungen aufbauen ? sowohl gleichsinnig als auf gegenläufig.

Im Mittel zeigen die MSI ePower 200AV+ Version II nur leichte Durchsatzunterschiede zwischen den Datenübertragungs-Richtungen (Up- und Downstream). (©Smartmedia PresSservice)

Der TCP-Durchsatz ist an enger benachbarten Orten am höchsten ("Arbeit": 7 Meter, "Wohnen": 12 Meter") und fällt dann mit größer werdender Entfernung oder Phasenwechsel ab. Das zeigt der Vergleich zwischen "Wohnen" und "Schlafen", die zwar in etwa gleich weit vom Einspeise-Punkt entfernt sind, aber an unterschiedlichen Phasen hängen: Der Phasenwechsel kostet etwa die Hälfte der Performance und wirkt sich stärker aus als die reine Entfernung. Der Messpunkt "Garten" ist zwar etwa dreimal so weit entfernt wie "Schlafen" aber dennoch mit der doppelten Bandbreite erreichbar, weil an gleicher Phase gelegen.

Der TCP-Durchsatz übertrifft bei zwei gegenläufigen Verbindungen gleichsinnige Übertragungen systematisch um etwa 10 Prozent. Bei gegenläufigen TCP-Verbindungen werden in beide Richtungen Nutzdatenpakete übertragen. Dies ist effizienter durchführbar, als der Fall, in dem in einer Richtung nur einige Byte lange Quittungs-Meldungen gesendet werden.

In Richtung "Upstream" bei den MSI ePower 200AV+ Version II ändert sich der TCP-Gesamtdurchsatz mit zunehmender Zahl gleichzeitiger TCP-Verbindungen faktisch nicht. (©Smartmedia PresSservice)

Die Übertragung über TCP testet das Labor des Tom's Networking Guide Deutschland grundsätzlich dreifach. Die Richtung "Downstream" bezeichnet die Richtung von einem angenommenen Internet-Router, NAS oder WLAN-Access-Point kommend, "Upstream" die Gegenrichtung. Getestet wird zudem immer die Übertragung in beide Richtungen gleichzeitig.

Die MSI ePower-200AV-Adapter zeigen, dass sie das Ethernet-Protokoll gut ausnutzen können indes sie bei mehreren Übertragungen in die gleiche Richtung eine größere Datenmenge transportieren können. Bei mehreren TCP-Verbidungen erhöht sich der Gesamtdurchsatz. Der Grund dürfte jedoch eher die insgesamt höhere Datenrate sein als etwaige Latenzzeit-Schwankungen der Verbindung.

Leserkommentar

Daniel , Do, 20. Mai. 2010 - 18:19:
Hallo,
alle 200AV und 200AV+ Adapter können ohne Probleme im gleichen Netz verwendet werden.
(DK/ MSI)
Klaus , Mi, 24. Mär. 2010 - 08:15:
Was praktisch interessiert ist die Kompabilität der MSI ePower 200AV+ Version II Version zu der Vorgängerversion MSI ePower 200AV Version II (ohne Plus) im gleichen Netzwerk.
Habe ich es bei zweimal lesen doch überlesen?
Oder kann man die +Version nicht in einen Netz mit den Vorgänger betreiben?
Red.: Das Tom's-Networking-Guide-Labor hat zwar die Version ohne Plus nicht getestet, wir sind uns trotzdem sicher, dass beide Versionen einwandfrei zusammenarbeiten. Die Version ohne Plus basiert, wie beispielsweise auch die LEA Netsocket200+, auf dem INT6300-Chipsatz, dessen Kommunikation im Stromnetz dem neueren INT6400-Chipsatz exakt gleicht.
Keine Sorge: Die adapter mit und ohne Plus können ohne Geschwindigleitseinbußen im gleichen Netz gemischt werden. (saj)

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