
Vergleichstest Powerline-Adapter 2010
Besser als WLAN, komfortabler als Kabel
Vergleichstest PLC-Adapter 2010
"In sieben von neun Fällen eignen sich Powerline-Adapter besser für das Heimnetzwerk als WLAN", das hat das Labor des Tom's Networking Guide in Hunderten von Messungen in realen Wohnumgebungen herausgefunden. Denn WLAN scheitert, aller technischer Finessen wie MIMO oder Mehrantennentechnik zum Trotz, oft an den physikalischen Gegebenheiten (nord-) europäischer Gebäude. Beton, Ziegel, ja selbst Gipskarton-Platten und alles, was Wasser enthält (Menschen, Pflanzen, Tiere), reduzieren die ohnehin geringe Sende-Energie der WLAN-Funkwellen dramatisch, zumal die WLAN-Wellenlängen im 10-Zentimeter-Bereich liegen, also bereits von Objekten in der Größenordnung eines Bierdeckels aufgehalten werden können. Powerline Communications (PLC) hingegen funkt mit 10- bis hundertmal größeren Wellenlängen, die Objekte in der Größenordnung eines Stuhles, Menschen oder Schreibtisches "umfließen" können. Außerdem nutzt diese drahtlose Funktechnik die Stromleitungen im Haus sowohl als Antennen als auch als Wellenleiter, und weil die durch Wände und Decken hindurch verlaufen, erreichen Powerline-Signale selbst Orte, an die kein WLAN mehr dringt.
Bezeichnung | Chipsatz | Preis (ca.) |
Levelone PLI-3310 | Atheros INT6300 | 110 ? (1 Adapter) |
Devolo dLAN 200AV smart+ | Atheros INT6400 | 160 ? |
DTAG Speedport Powerline 100 | Atheros INT6400 | 100 ? |
LEA Netsocket 200+ | Atheros INT6400 | 100 ? |
MSI ePower 200AV+ II | Atheros INT6400 | 120 ? |
Netgear Powerline AV+ 200 XAVB2501 | Atheros INT6400 | 120 ? |
Western Digital Livewire Powerline AV | Atheros INT6400 | 100 ? |
Zyxel PLA-401v3 | Atheros INT6400 | 90 ? |
Belkin F5D4076 | Gigle GGl541 | 120 ? |
MSI MEGA ePower 1000HD | Gigle GGL541 | 90 ? |
Das Testfeld, sortiert nach Chipsatz.
So stellt ein Paar Powerline-Adapter, das über das heimische Stromnetz funkt, mit seinen Ethernet-Buchsen nichts weiter dar, als ein virtuell verlängertes Ethernet-Kabel. Es muss aber nicht unbedingt das Stromleitungsnetz sein, das zum virtuellen Ethernet-Kabel umfunktioniert wird (aktueller de-facto-Standard: Homeplug AV, inzwischen übergeführt in IEEE1901). Die PLC-Technik funktioniert grundsätzlich mit jeder Art von Kabeln im Haus, also ebenso mit Antennenleitungen (eigener Industrie-Standard: MoCA) oder Telefonleitungen (eigener Standard: HomePNA). Die "Any-Wire"-Philosophie "nutze jede Art von Strippe im Haus zur Datenübertragung" hat sich die International Telecommunications Union (ITU) zueigen gemacht und den Standard G.hn geschaffen, der weltweit das Zusammenspiel von leitungsgestützter Datenfunktechnik regelt.
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Im Gegensatz zu WLAN-Routern oder WLAN-Access-Points, die von WLAN-tauglichen Geräten wie Notebooks, Netzwerk-Playern oder Smartphones komfortabel über die Luftschnittstelle zu erreichen sind, mangelt es aber PLC-Adaptern mit ihren Kabel-Verbindungen am drahtlosen Komfort. Da liegt es nahe, das Nützliche (Powerline-Reichweite) mit dem Angenehmen (drahtloser Komfort) zu verbinden und WLAN-Access-Points mit Powerline-Adaptern zu kombinieren.
Noch immer dominiert die "alte" Powerline-Technik Homeplug 1.0 (14 MBit/s) und Homeplug 1.0 Turbo (85 MBit/s) den Markt. Homeplug 1.1, auch bekannt als Homeplug AV (200 MBit/s) kommt derzeit nur auf einen Marktanteil von 33 Prozent. (Quelle: GfK, Powerline-Markt Deutschland, August 2010)
So nimmt es nicht Wunder, dass die Haupt-Protagonisten für Heimvernetzungstechnik, insbesondere die Hersteller von WLAN- und Powerline und Multimedia-Chipsätzen nach strategischen Allianzen suchen, den Milliarden-Stückzahl-Markt "Heimvernetzung" mit anwenderfreundlichen Technologien zu versorgen. Um Komplexität und Kosten klein zu halten, muss es das Entwicklungsziel sein, nicht beide Techniken diskret nebeneinander in einem Gerät zu vereinen, sondern Chip-Sätze zu fertigen, die beides können.
Bereits im September 2009 hatte Atheros, Spezialist für WLAN-Chipsätze, den PLC-Platzhirsch "Intellon" (Homeplug 1.0, Homeplug 1.0 Turbo, Homeplug 1.1 = Homeplug AV) für 244 Millionen US$ übernommen. Im Oktober 2009 übernahm Sigma Designs, Spezialist für Netzwerk-Player-Chipsätze (sie wandeln Paket-Daten in Audio- und Video-Signale zur Ausgabe über Fernseher oder HiFi-Anlagen um und schlagen so die Brücke zwischen Datentechnik und Unterhaltungselektronik) den israelischen PLC-Spezialisten Coppergate Communications (Homeplug 1.0, Homeplug 1.0 Turbo) für 160 Millionen US$. 2010 im April endet dann die Unabhängigkeit von DS2: Was vom spanischen Powerline-Spezialisten übrig geblieben ist, ging am 30. Juli 2010 an die Marvell Technology Group, die damit neben ihren Speicher- und Kommunikations-Produkten (WLAN, Bluetooth, Ethernet-Switche) auch Powerline-Technik anbieten können.
Ähnlich aufgeräumt wie die Marktlandschaft der Versionen ist die der Hersteller. Devolo liegt mit 74 Prozent weit vorne, gefolgt von Netgear mit 9 Prozent Marktanteil und Allnet sowie MSI mit jeweils 5 Prozent. (Quelle: GfK, Powerline-Markt Deutschland, August 2010)
Unabhängige geblieben ist hingegen die französische Firma SPiDCOM Technologies, Spezialist für PLC-Chips und Linux-basierte Software-Bundles für Multimedia Home Networking, Ethernet over Coax (MoCA), BPL Access, Smart Grid und andere kabelbasierte Anwendungen. Ähnliches gilt für die spanische Firma Gigle Networks (ehedem Gigle Semiconductors), deren technologisches Herz einmal bei DS2 zu schlagen begonnen hatte, und die immer noch als einzige Gigabit-Powerline-Chips im Portfolio hat.
Während ein Teil der Heimnetz-Komponenten-Hersteller noch auf den brutto maximal 500 MBit/s schnellen Powerline-Standard IEEE1901 setzt, darunter Netgear und Devolo, offeriert Sigma Designs Ende Oktober den ersten G.hn-PLC-Chipsatz CG5110, der unter Nutzung der drei in Haushalten vorhandenen Leitungsarten Antennen- (Koax), Telefon- und Stromleitungen bis zu 3 GBit/s Bandbreite bieten soll ? wenngleich das Bandbreitenmaximum für jede einzelne Leitungsart auf 1 GBit/s beschränkt ist. Rein rechnerisch läge der kumulierte Durchsatz dennoch bis zu 60-mal höher als bei WLAN und erbrächte mehr als das Neunfache bestehender PLC-Lösungen (abgesehen von Gigles "Mediaxtreme"). Erfahrungsgemäß wird es noch ein halbes bis ein Jahr dauern, bis daraus marktgängige Homenetworking-Produkte werden ? Zeit, ein Résumée der derzeit erhältlichen Powerline-Produkte zu ziehen.







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d. Red.
http://christian.plasmawerk.com/Schnelles%20Internet%20mit%20KOAX%20Powerline.html
Hab aber noch eine Frage dazu.
Es werden von ein paar Anbitern 500mbit Adaper angeboten. z.B. Netgear.
Würde mich interessieren ob die besser als die Gig abschließen. Haben Sie hier erfahrungswerte?
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