Hubert und die geheimen Pläne
Netzwerksicherheit
Die geheimen Pläne, zweiter Teil
Hubert und die geheimen Pläne (Teil 2)
Die Geschichte begann letzte Woche mit dem ersten Teil. Hubert Wolf, Netzwerkadministrator bei Gotthilf & Söhne Musikinstrumente, stieß auf streng vertrauliche Dokumente, die mysteriöserweise aus seinem improvisierten Drucker im Konferenzraum kamen. Seine darauf folgende Untersuchung brachte ein schreckliches Loch in seinem Netzwerk ans Tageslicht. Wie kam es nur dazu? Und wo war eigentlich sein engster Mitarbeiter Andi? Das Rätsel wird in dieser Geschichte gelöst.
Wäre Andi eine Comic-Figur, dann würden in der Blase über seinem Kopf Fragezeichen schweben.
Er hatte gerade das VAIO-Notebook, das Hubert dagelassen hatte, hochgefahren und wollte ZoneAlarm, McAfee Anti-Virus und den neuesten Mobile User VPN Client von WatchGuard installieren, als er ein Icon auf dem System Tray entdeckte, der auf keinem der anderen Unternehmens-Notebooks zu sehen war. Der Icon zeigte mehrere gelbe Balken, die der Größe nach sortiert waren. Erst dachte er sich, dass dieses Icon vielleicht die Batterieleistung des Notebooks anzeigen würde.
Die Comic-Fragezeichen verwandelten sich in eine kleine helle Glühbirne, als ihm klar wurde, dass der Icon die Signalstärke anzeigte. Donnerwetter, dieser Notebook hatte einen Wireless NIC (Network Interface Controller) integriert.
Andi installierte, abgelenkt durch die bloße Existenz dieser Wireless Card, die Sicherheitssoftware. Ihn faszinierte alles, was mit Wireless-Technologie zu tun hatte. Sein kleines Netzwerk zuhause war vollständig kabellos, bis hin zu seiner Netzwerk-angepassten Xbox. Aber da Hubert total gegen WLAN eingestellt war, hatte Andi in der Arbeit nie etwas mit WLAN zu tun.
Innerhalb von fünf Minuten war die Software installiert, aber Andi behielt den VAIO auf seinem Schoß. Er dachte über das an die Wand gemalte Warchalk-Symbol nach, das er vor kurzem vom Parkplatz aus entdeckt hatte. Er konnte diese Gelegenheit nicht ungenutzt lassen.
Anzeige

Er steckte sein Netzwerk-Ethernet-Kabel in das frisch-gescannten Notebook. Innerhalb von Sekunden hatte er sich eingewählt, öffnete den Internet Explorer, suchte schnell eine bestimmte Website auf und lud sich Network Stumbler herunter. Schnell durch den Install Wizard durch, steckte Andi das Ethernet Kabel wieder aus und machte sich auf den Weg, um sich über die Warchalk-Bemalung zu informieren.
Er stellte den VAIO auf "Schlafmodus" und klappte ihn zu, damit er ihn leichter tragen konnte. Dann stellte er ihn wieder ab, damit er noch seinen Mantel überstreifen konnte, schnappte sich das Notebook und rannte nach draußen zum Parkplatz.
Als er die Glastür des Eingangsbereiches aufdrückte, wehte ihm ein eiskalter Wind um die Nase, als ob er in ein Kühlhaus betreten würde. Er fröstelte und beschleunigte seinen Schritt.
Er steuerte nach rechts und lief um das Firmengebäude von AMI herum. Das gesamte Industriegelände wirkte in der Abenddämmerung riesengroß. An das beinahe drei Fußball-Felder große, asphaltierte Gelände grenzte ein vorstädtischer Einkaufsbezirk an, dessen Neon-Leuchtreklametafeln in deutlichem Kontrast zum Kobaltblau des Himmels standen.
Fünf Minuten später, Andis Atem war deutlich in der Kälte zu sehen, erreichte er den Maschendrahtzaun, der das Gewerbegebiet von der Hinterseite des Einkaufsviertels abgrenzte. Über den Zaun hinweg erkannte er überteuerte Boutiquen, einen neuen Starbucks und andere abartige Einkaufsläden.










