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28.09.09 19:45 Alter: 12 Jahre
Kategorie: Digital Lifestyle, Homenetworking, Drahtlos-Netze, WLAN, Mesh-Network, Top-News, Office Connectivity, Virtualisierung
Von: Arno Kral / Nina Eichinger

VirtualWiFi: Microsofts drahtlose Maschen in Windows 7

Ein Spezialtreiber verwandelt Windows-7-WLAN-Clients in Drahtlos-Netzwerk-Brücken für bis zu 100 zusätzliche WLAN-Clients.


Alte WLAN-Implementierung in Windows Vista

Alte WLAN-Implementierung in Windows Vista

Geänderte WiFi--Architektur in Windows 7

München – Für das neue Betriebssystem Windows 7 hat sich Microsoft so allerhand einfallen lassen. Zum einen soll der modulare Aufbau mit einem superschlanken Systemkern  zu mehr Stabilität und Geschwindigkeit führen, zum anderen hat Microsoft die Netzwerkfähigkeit überarbeitet, was sich im 'Wesentlichen in vier wesentlichen Neuerungen niederschlägt:  

  • die WLAN-Erkennung wird deutlich schneller
  • es gibt erstmals eine direkte Unterstützung für Breitband-Handy-Netze (UMTS)
  • jeder Windows-7-Rechner mit WLAN kann sich mit seinesgleichen vermaschen
  • zugrunde liegt fast immer das Internet-Protokoll der Version 6 (IPv6)

Vermaschen ist Vernetzen ohne Nachdenken 

"Mesh-Networking" nennt der Fachmann Netzwerk-Konstrukte, die ohne zentralen Zugangspunkt auskommen und sich statt dessen in einer Art koordiniertem Jeder-mit-Jedem sowohl selbst organisieren als auch sich gegenseitig den Netzwerkverkehr zuleiten. Das ist praktisch, denn auf diese Weise lassen sich theoretisch drahtlose Netzwerke enormer Reichweite und Flächendeckung aufbauen.

In der Tat war bereits das WLAN der ersten Stunde Mesh-fähig. Entwickelt für den ersten Golf-Krieg war die Funknetztechnik, die dann acht Jahre später etwa in Form von  "Orinocos" (Cisco-Modellbezeichnung), darauf ausgelegt, Soldaten in einer Umgebung drahtlos kommunikationsfähig zu machen, die bar jeglicher Infrastruktur ist (Wüste). Jeder Krieger führte folglich ein Funkgerät mit sich, das benachbarten Funkgeräten als Relais diente. Stationen in genügender Dichte vorausgesetzt, ließen sich damit Kommunikationsstränge bis zum Kommandostand aufbauen, die selbst den Ausfall einer oder mehrerer Stationen verkraftete. 

Womit genau die US-Militärs in den frühen Neunzigern gefunkt hatten, ist irrelevant. DemWLAN-Standard geblieben sind die Begriffe "Access Point" für die zentrale WLAN-Steuereinheit (die häufig als WLAN-LAN-Übergabepunkt eingesetzt wurde und sich konsequenterweise zum WLAN-LAN-WAN-Router fortentwickelt hatte) sowie "Station", also der vom Access Point abhängige "Client" in der WLAN-Terminologie. Das WLAN-System, das eine oder mehrere Stationen um einen Access Point organisiert, befindet sich im Infrastruktur-Modus und hat nichts mit Maschen zu tun.

Mesh-fähig ist der "Ad-Hoc"-Modus, die zweite Betriebsart, in der WLAN-Stationen untereinander kommunizieren können. Im Ad-Hoc-Modus kann jeder mit jedem, muss aber auch. Das bedeutet: Alle miteinader vermaschten WLAN-Stationen "sehen" den Datenverkehr der anderen und leiten ihn durch. Folglich müssen sie sich die verfügbare Bandbreite teilen, es sei denn, schlaue Routing-Mechanismen sorgen für eine Entflechtung des Vernetzungsfilzes.

Ein populärer Ansatz ist die Vermaschung von WiFi-Access-Points, wie ihn Tom's Networking jüngst in einer dreiteiligen Artikelserie beschrieben hat: 

WLAN-Mesh im Eigenbau: Pimp your Wi-Fi

Report WLAN-Mesh – die Technik: Robuste Funkmaschen

Performance vermaschter Netze: WLAN-Mesh im Heimnetz

Darin zeigt Autor Tobias Gieseke, wie sich mit gängigen niedrigpreisigen WLAN-Routern Mesh-Netzwerke aufbauen und (unter Linux) verwalten lassen. 

VirtualWiFi macht Windows 7 zum Access Point

Die Performance vermaschter WLAN-Netze  á la Microsoft bleibt noch zu testen. Interessant aber ist jetzt scho, WIE sich Windows 7 beim Aufbau vermaschter Funknetze anstellt. Und das beschreibt einer der fittesten Technik-Flüsterer bei Microsoft, Daniel Melanchton, in seinem eigenen Blog. Dem zur Folge habe Microsoft seit 2002 unter dem Codenamen MultiNet an einer Virtualisierung der WiFi-Architektur gearbeitet, als VirtualWiFi der Öffentlichkeit vorgestellt und in mehreren Projekten eingesetzt.   

Laut Daniel Melanchton abstrahiere VirtualWiFi eine WLAN-Karte, so dass sie als virtueller Netzwerkadapter mehrfach im System erscheint. Jede virtuelle Karte könne dann vom Anwender separat konfiguriert werden und erlaube damit die gleichzeitige Verbindung zu unterschiedlichen drahtlosen Netzwerken über einen einzigen physikalischen Netzwerkadapter.

In der Folge könnten mehrere Windows-7-Rechner untereinander, etwa zum Spielen, drahtlos vernetzt sein von denen einer gleichzeitig über einen WLAN-Hot-Spot drahtlos die Verbindung zum Internet hält.

Zum anderen könnten Windows-7-Rechner die Funk-Reichweite im  Heimnetz deutlich erhöhen, indem sie als Repeater, also eine Art Zwischenverstärker, Brücken über Funklöcher schlagen.   

Software-Access-Point (ASoftAP)

Microsoft hat diese bereits für Windows XP entwickelte Technik nun in Windows 7 eingebaut, wenngleich noch fast ohne Unterstützung durch die Grafische Benutzer-Oberfläche (GUI). Herstellern von WLAN-Adaptern bieten die Redmonder einen Software Access Point (SoftAP) an, den diese Independent Hardware Vendors (IHV) dann lediglich noch um einen Miniport-Treiber ergänzen müssten. Die meisten haben schon, Intel aber braucht noch etwas Zeit (Mircosoft will die Intel-Miniport-Treiber via Windows Update bereitstellen, sobald fertig).

Auf logischer Ebene baut der SoftAP eine eigene virtuelle Funkzelle auf, mit eigener SSID und eigenem Netzwerk-Schlüssel / Passphrase (immer WPA2-PSK mit AES) und weiteren typischen WLAN-Parametern. Und weil der Rechner mit dem VirtualWiFi-Adapter den Gastgeber (Host) in der Funkzelle spielt, heißt das so generierte Netz Wireless Hosted Network.   

Bei der Beschreibung der Funktionen dieses Software-Access-Points verweist Daniel Melanchton auf das Microsoft Developer Netzwerk (MSDN) und listet anschließend die Kommandos auf, die der Anwender auf der Kommandozeile der netshell eingeben muss, um den WLAN-Zauber zu entfachen. 

 

  • netsh wlan start hostednetwork
    Startet das gehostete Netzwerk.
  • netsh wlan stop hostednetwork
    Stoppt das gehostete Netzwerk.
  • netsh wlan set hostednetwork [mode=]allowed|disallowed
    Aktiviert oder Deaktiviert das gehostete Netzwerk.
  • netsh wlan set hostednetwork [ssid=]<ssid> [key=]<passphrase> [keyUsage=]persistent|temporary
    Konfiguriert die Einstellungen für das gehostete Netzwerk. Es wird immer WPA2-PSK mit AES zur Verschlüsselung genutzt.
  • netsh wlan refresh hostednetwork [data=] key
    Aktualisiert den Schlüssel für das gehostete Netzwerk.
  • netsh wlan show hostednetwork [[setting=]security]
    Zeigt Informationen über das gehostete Netzwerk an.
  • netsh wlan show settings
    Zeigt die globalen WLAN-Netzwerkeinstellungen an. 

Wer dann als Administrator angemeldet ist, kann auf der Kommandozeile kann dann auf der der Kommandozeile laut Melanchton folgenden Befehl eingeben:

netsh wlan set hostednetwork mode=allow ssid="Virtual WiFi" key="mh29-dyi9-txwt" keyUsage=persistent

wobei er "SSID" und "Key" natürlich anders benennen kann, und schon sollte in der Netzwerkumgebung der virtuelle WLAN-Adpater auftauchen.  

Dieser soll sich wie ein normaler WLAN-Access-Point verhalten, spannt also eine eigene WLAN-Funkzelle mit WPA2-Verschlüsselung auf. 

Triple-Play-Tests im Tom's-Networking-Labor werden zeigen, wie es um dessen Performance bestellt ist und wie sich solche virtuelle WLAN-Access-Points vermaschen lassen. 

 


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