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22.10.09 18:41 Alter: 11 Jahre
Kategorie: Digital Lifestyle, Homenetworking, Mobile Generation, Office Connectivity, Groupware, Virtualisierung, Server-Software, Server-OS, Produkt-News, Top-News
Von: Arno Kral / Nina Eichinger

Ende der Hängepartie: Windows 7 ist da, samt Server 2008-R2

Unter dem Motto "Mehr Maschine, weniger Marketing" präsentierte Achim Berg Microsofts neue Zugpferde für Heimanwender und Unternehmen


Ende der Hängepartie: Windows 7 ist da

Ende der Hängepartie: Windows 7 ist da

Windows-7-Produktverpackung

Windows-7-Produktverpackung

Basis-Daten der Foundation-Edition

Basis-Daten der Foundation-Edition

Server 2008 R2 Produktverpackung

Server 2008 R2 Produktverpackung

München – Windows 7 ist da und soll alles besser machen als der vielgeschmähte Vorgänger Windows Vista. Zur Microsoft-Pressekonferenz am Rande der "discuss & discover" in München überraschte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Microsoft Deutschland GmbH das Auditorium mit seiner Eröffnung, in der er "über die Maschine statt über Marketing" sprechen wolle.

Also brachte er Zahlen vor, etwa, dass weltweit über sieben Millionen als Betatester für Windows 7 gedient hätten, davon eine Million in Deutschland, und dass sie extrem freiwillig Feedback geleistet hätten, was unter anderem dazu geführt habe, dass das neue Betriebssystem nun die Download-Geschwindigkeit anzeigen könne. Windows 7 werde anfangs in 36 Sprachen auf den Markt kommen, und das deutlich früher als geplant (2010). Satte 16.000 Interviews habe die Marketing-Abteilung geführt, der Net-Promoters-Score für Windows 7 liege bei 91 Prozent.

Laut IDC solle, so Berg, das neue, jetzt selbsterklärende und selbstinstallierende Betriebssystem, weltweit 300.000 Arbeitsplätze schaffen und Microsoft einen Umsatz von 350 Millionen US$ bescheren, davon ein Fünftel in Deutschland. Im eigenen Haus freue man sich auf auf 177 Millionen Lizenzen (Vista: 40 Mio.), und jeder Windows-7-Euro generiere bei den Microsoft-Partnern 18 Euro Umsatz.

Interessant sei das Feedback der Geschäftskunden: "Keiner sagt, wir warten auf SP-1", so Berg, und dass bei den Mitarbeitern in den Unternehmen ein Umdenken eingesetzt habe, weil die jetzt nachfrügen, wann endlich von XP auf W7 umgestellt werde. Bei BMW gäbe es immerhin 85.000 "renovierungsbedürftige" Windows-Arbeitsplätze. Dort sollen die Mitarbeiter Windows 7 sogar ganz selbst auf ihren Rechner installieren dürfen, weil das mit dem Zero-Touch-Deploment, also ganz ohne Anfassen, möglich sei. Und wenn Menschen oder Programme nicht mit dem neuen Betriebssystem zurecht kämen, biete es ja immer noch einen XP-Modus.

Voilá: Es folgte der Auftritt eines dynamischen Duos, während dessen statt der anwesenden Journalisten Susan Viczian, Vertriebsleiterin Großkunden bei der Microsoft Deutschland GmbH, Jon DeVaan aus der Windows Core Oprating System Division, über die Großkunden-Eignung von Windows 7 interviewen durfte. Irgenwie überraschungsfrei kamen dann auch Aussagen wie "simpler Navigation, Enterprise Search, simpler to connect with WiFi, 3G und Direct Access" sowie "simpler to manage and deploy". Nutzbringender war eher die Aussage, dass die Desktop-Virtualisierung Großkunden pro Rechner und Arbeitsplatz 80 bis 120 US$ por Jahr erspare. Außerdem habe man ein Engineering-System errichtet, das die beiden ehedem völlig getrennten Office- und Windows-Entwickler-Teams in eines zusammengeführt habe, und sich dass jede Code-Zeile erst auf 9.000 verschiedenen Rechner hätte bewähren müssen, bevor sie ins Windows 7 durfte. 

Jetzt durfte Andreas Hartl ran, der mit dem Motto "we need enterprise" die kernigen Vorzüge des Windows Server 2008 R2 verfechten durfte. Diesen Server, der nicht mit einem RC2 verwechselt werden dürfe, weil es sich um ein echtes Release und keinen Release Candidate handle, sei ein "Zwischenrelease", und Microsoft-Server gebe künftig nur noch als 64-Bit-Versionen, die bis zu zwei Terabyte adressieren könnten. Die unterstützten bis zu 256 Prozessorkerne (sofern Intel in einigen Monaten eine Acht-Kern-CPU bringe), und das Dot-Net-Framework liefe jetzt auch im Server-Core.

Dennoch habe man jetzt auch etwas für Kleinbetriebe, denn drei Jahre Feedback hätten ein neues Marksegment mit einem Potenzial von 3 Millionen Unternehmen "zwischen 0 und 15 Mitarbeitern" aufgetan. Die wolle Microsoft "ausschließlich über die OEM-Schiene", mit einem Windows Server 2008 Foundation "mit niedrigen Preispunkt, dafür ohne Virtualisierung" bedienen. Dieses Server-Produkt ist auf 1 Prozessor beschränkt und 8 GByte Speicher. Die Benutzerzahl ist per Active Directory auf 15 eingeschränkt, es ist auch nicht möglich, sie durch Zukauf von CALs (Client Access License) zu erweitern.

Diese Clientel soll also nicht in den Genuss aller Neuerungen kommen, mit denen das R2-Zwischen-Release aufwarte:

  • Live-Migration,
  • Hot-Add-/-Remove von Festplatten,
  • Bereitstellung virtueller Maschinen auf den Clients,
  • verbesserte Active Directory Services,
  • DirectAccess
  • "Power Shell", eine Script-gesteuerte Lösung mit der sich jetzt auch auf der Server-Hardware einzelne Prozessor-Kerne abschalten oder umtakten ließen,
  • Power-Management für Clients, ferngesteuert vom Server.

Dass gerade die kostendämpfende weil arbeitssparende Virtualisierung für Kleinunternehmen mehr als interessant wäre hält Achim Berg im Dialog mit Tom's Networking für Unsinn.

Wird der Foundation-Server irgendwann zu klein, gibt es die Möglichkeit eines Upgrades auf Windows Server 2008 Standard. Da der Foundation-Server aber nur eingeschränkte AD-Funktionalität hat und keine zwei Server erlaubt, ist solche ein Upgrade nur ohne Netz und doppelten Boden auf dem Produktions-System möglich.

Natürlich gebe es wieder eine 10-Jahres-Garantie für den Produkt-Lebenzyklus mit der Erinnerung, dass der Extended Support für die 60.000 Windows Server 2000 zum 13. Juli 2010 aufgekündigt ist und ebenso der Mainstream-Support für Windows Server 2003 und dem Hinweis, "Better together with Windows 7", der Betreibern von Voränger-Versionen wohl mitteilen soll, dass das Neue der Feind des Alten ist. Nicht umsonst sind Funktionen wie Branch Cache und DirectAccess nur im Zusammenspiel zwischen Windows 7 und Windows Server 2008 R2 nutzbar.

Ähnlich begeistert zeigte sich auch nächste Redner, Martin Bechtenbreit, der als Senior Director für Mittelstand & Partner der deutschen Microsoft-Niederlassung voller stolz "einen Boom wie seit den Windows-95-Lauch nicht mehr" verkündete. Dreihunderttausend System Bulders seien innerhalb von nur drei Tagen "geschippt" worden, Viertausend Windows-7-Readyness-Partner ausgebildet. Um besser an die Zielgruppe heranzukommen, habe man die www.mission-mittelstand.de initiiert und "sehr attraktive Angebote" eingebaut, darunter

  • Preisnachlässe von bis zu 35 Prozent für Partner
  • Window-7- und IT-Beratung mit 20.000 Euros als Gewinne
  • Projekt-Finanzierung

Der Mittelstand berge mit etwa 45.000 Unternehmen respektive 25 Prozent aller installierten PCs ein Potenzial von etwa 17 Mrd. € Umsatz. Microsoft erwartet sich durch den Windows Server 2008 Foundation und die Mittelstands-Initiative eine Steigerung der installierten Basis bei den Servern von bisher ca. 10 Prozent auf bis zu 23 Prozent  Prozent.

Nur wenig kritischer führte Thomas Hemmerling-Böhmer, Sprecher des Vorstands des Microsoft Business User Forums, den Faden fort. "Viele reden ÜBER Microsoft", sagt er, "wir reden MIT Microsoft geredet". Der Vorteil: Man habe in nur drei Wochen einen Windows-7-Client bauen können, weil "Microsoft wirklich ein exzellentes OS hier hingebaut" habe, das sich nutzen lasse, ohne erst viel Arbeit reinstecken zu müssen. Heidelberger habe einen [Unternehmens-] Windows-7-Client in vier Woche gebaut, und "75 bis 80 Prozent unserer Mitglieder bereiten sich auf Windows 7 vor", das sie bis Ende nächsten Jahres installiert haben wollen. Seine Kritik beschränkt sich auf Microsofts Vermarktungsstrategie ("sechs bis sieben Server-Produkte sind immer noch zu aufwändig") und die Betriebssystem-Funktion ("wir wollen einen zur Laufzeit nachladbaren Kernel haben").

Am Ende wusste Achim Berg die aufgekommene Euphorie über so viel Gutes in Windows 7 mit einer kleinen, launigen Bemerkung zu dämpfen: "Windows 7 baut ganz massiv auf Vista auf" und tischte gleich noch ein paar Sonderangebote auf. Windows 7 gebe es als Home Premium oder Professional in der 32- und 64-Bit-Version für Studenten schon für 35 € als Upgrade (wenigstens bis zum 28. Februar 2010) und eine Family-Version mit drei Lizenzen koste lediglich 149 €, die ist aber nur in limitierter Anzahl verfügbar. Wie eine Drohung an die Hardware-Hersteller klingt dagegen sein Ausruf: "Ein Netbook mit XP ist ab heute unverkäuflich".

Für diejenigen Unternehmen, die aus guten Gründen bei XP geblieben waren, bleibt es jedoch weiterhin bei der Hängepartie: Microsoft bietet zwar ein Tool zur Migration von Vista auf Windows 7 an, nicht jedoch einen einfachen, direkten Weg von XP zum ach so guten neuen Windows 7. Vom "Umweg" über ein Upgrade auf Vista rät Microsoft ab und empfiehlt selbst für Vista-User eine "saubere" Neuinstallation, da die Veränderungen doch zu tiefgreifenden seien.


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