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20.01.10 20:31 Alter: 12 Jahre
Kategorie: Digital Lifestyle, Homenetworking, PLC, Homeplug 1.0, HDTV, IPTV, Unterhaltungselektronik, Top-News, Unternehmens-News, Homeplug AV
Von: Arno Kral / Nina Eichinger

Heimnetz-Standard "G.hn" fertig, DS2 zeigt auf der CES kompatible Prototypen

ITU verabschiedet in Genf den neuen Homenetworking-Standard "G.hn". Erste Prototypen auf der CES vorgestellt.


ITU-Logo

HomeGrid-Logo

DS2-Logo

UPA-Logo

MoCA-Logo

Valencia, Spanien, Genf, Schweiz – Wie die Spanische Firma DS2 berichtet, hat die International Telecommunications Union (ITU) letzte Woche den neuen Heimnetzwerk-Standard G.hn verabschiedet. Er beschreibt einen PHY/MAC, der alle Arten metallischer Leiter im Haus zur Datenübertragung verwenden kann, seien es Stromleitungen (Powerline), Antennenkabel (Coax) oder Telefonleitungen. DS2 ist eine von mehreren Firmen, die den neuen Standard unterstützen. DS2 ist ferner Mitglied des Industrieverbandes HomeGrid Forum, der ein Programm entwickelt, das die Einhaltung des Standard und die Interoperabilität von G.hn-Produkten zertifiziert. 

Hintergrund G.hn
In den vergangenen drei Jahren haben viele Firmen an einem vereinheitlichten Standard für die Datenübertragung von Netzwerk- und Mediengeräten über beliebige Leitungen in Wohnungen gearbeitet. Tatsächlich ist ein einheitlicher Standard bitter nötig. Jedes Jahr werden rund eine Milliarde Geräte aus der Unterhaltungselektronik, von (Internet) Service Providern, Computern und intelligenten Stromverbraucher ausgeliefert, die alle Kandidaten für die Vernetzung durch einen einheitlichen Standard darstellen. Bestehende Vernetzungs-Technologien konnten an diesem Markt noch nicht einmal kratzen. Die Zahlen sprechen laut DS2 für sich: Die installierte Basis von UPA-kompatiblen Geräten, der verschiedenen Homeplug-Varianten (Homeplug 1.0, Homeplug 1.0 Turbo und dazu inkompatibel Homeplug AV), MoCA und HPNA bringt es zusammengenommen nicht einmal auf 60 Millionen Stück. Dei Unfähgikeit der Marktteilnehmer, sich auf einen einheitlichen Standard einigen zu können, hatte eine schlimme Behinderung des Marktes zur Folge. Im Bereich der Datenkommunikation über Stromleitungen stellen PLC-Adapter im Form von Steckernetzteilen nach wie vor das Gros der Geräte, im Bereich "embedded" findet sich hingegen fast nichts. Daher stellt G.hn eine reizvolle Alternative dar, diesen zerstückelten Markt endlich zu vereinheitlichen.

G.hn-Produkte für 2010 erwartet
Beim jüngsten Treffen der G.hn-Arbeitsgruppe der ITU in Genf, das am Freitag, den 15. Januar 2010 zuende gegangen ist, hat nun der Data Link Layer (DLL) allgemeine Zustimmung erzielt. Er verbindet den Physical Layer (PHY) mit dem Koexistenz-Protokoll und komplettiert damit den Standard. Das sollte die Gerätehersteller in die Lage versetzen, die Produktion geeigneter Halbleiter zu beschleunigen um sie noch im Jahr 2010 auf den Markt bringen zu können. Mit der Verabschiedung der Spezifikationen für DLL, PHY und dem Koexistenz-Protokoll sind nun die Voraussetzungen geschaffen, damit G.hn die Vernetzung von Inhalts- und Netzwerk-Geräten über jede Art von Kabel endlich vereinheitlichen kann. Damit könnten beispielsweise Service-Provider ihre Dienste, einschließlich IPTV, weitaus kosteneffizienter anbieten (als bisher). Und die Gerätehersteller wären endlich in der Lage, leistungsfähige Geräte zur Vernetzung aller Arten von Unterhaltungselektronik-, Hausautomations- und Hausüberwachungs-Produkten zu liefern. So genannten Smart-Grid-Geräten wie intelligente Stromzähler, Heizungs- oder Airconditioning-Systemeen, elektrische Geräte und Beleuchtungssysteme sollten die im G.hn-Standard definierten  Zuverlässigkeits-, der Sicherheit- und den Energiespar-Eigenschaften zugutekommen.

G.hn entwickelt sich in Richtung SmartGrid
Der Standard G.hn hat sich den Erfordernissen eines sehr dynamischen Marktes angepasst und umfasst jetzt auch so genanntes Smart-Grid-Low-Complexity-Profil. Dieses Profil beschreibt unter Wahrung der Interoperabilität mit Voll-G.hn- Produkten die Minimalanforderungen für Eigenschaften wie: 

  • die Signalbandbreite,
  • die Datenmodulationsmethoden,
  • die Anforderungen an die Linearität der Übertrager und
  • die Vorwärts-Fehlerkorrektiur (FEC).

Das Low-Complexity-Profile sollte einer Vielzahl von Herstellern die Entwicklung sparsamer, preiswerter, leistungsfähiger, zuverlässiger und sicherer Produkte ermöglichen, Anforderungen, denen auch Elektroautos und Hausautomations-Systeme genügen müssen.

G.hn-Chipsatz von DS2
DS2 arbeitet derzeit an einem G.hn-kompatilben Chipsatz wie er auf der jüngsten Consumer Electronics Show (CES 2010) gezeigt wurde. In der Demo des Prototypen DS2 G.hn Live!, die während der gesamten Messe ununterbrochen lief, war eine Vernetzung zu sehen, die für Strom-, Coax- und Telefonleitungen gleichermaßen optimiert war und alles übertraf, was derzeitige Heimvernetzungs-Technologien zu bieten haben gleich, auf welchem Medium sie auch arbeiten. Die Demo zeigte  Prototypen, die nacheinander über die verschiedenen Leitungstypen verbunden waren und mit hoher Datenrate Inhalte aus mehreren Quellen als Streams sowohl an PCs als auch an HDTV-Geräte übertrugen. Die HD-Inhalte wurden mit der vollen 1080p-Auflösung übertragen um den Beweis zu erbringen, dass sich G.hn für Dienste eignet, die hohe Anforderungen anPerformance,  Dienstgüte (Quality of Service) und Bandbreite stellen. 

Die G.hn-Performance übertraf Übertragungstechniken um

  • das Dreifache bei Coax (Antennenkabel), 
  • das Vierfache bei Telefonleitungen und 
  • das Dreifache bei Stromleitungen. 

Die in G.hn definierten Mechanismen für Forward Error Correction (FEC) und Quality of Service (QoS) sorgten selbst auf den durch Störungen während der Messe stark belasteten Stromleitungen für fehlerfreie Übertragung. 

"Best of Breed" Standard G.hn
Die G.hn-Arbeitsgruppe der ITU hatte die Aufgabe, einen Standard zu schaffen, der das Beste aus den derzeitigen Möglichkeiten machen. Das erforderte eine ganz neue Kandidatenliste, weil es derzeit keinen Industriestandard gibt, der alle drei Leitungstypen abdeckt. Aus diesem Grund hatte sich G.hn an keiner der dominanten Hausvernetzungs-Normen wie UPA, HomePNA, HomePlug oder MoCA orientiert um Kompatibilität mit einer speziellen Technik in der installiertern Basis herzustellen.  Jeder Hersteller kann für sich entscheiden, ob er Dual-Mode-Chips fertigt, um zu einer der vorhanden, spezifischen Heimvernetzungs-Normen kompatibel zu sein. Die Firma DS2 zeigte die Abwärtskompatibilität ihrer G.hn-Prototypen zu ihrer aktuellen Powerline-Technologie, die auf der UPA-Spezifikation (Universal Powerline Association)  basiert um deren Abwärtskompatibilität zur installierten Basis von UPA-Geräten unter Beweis zu stellen. Dazu wurde, nachdem eine G.hn-Powerline-Verbindung hergestellt war, einer der G.hn-Adapter gegen einen UPA-Adapter ausgetauscht. Der verbleigende G.hn-Prototyp erkannte die Veränderung von G.hn zu UPA selbsttätig und stellte nach kurzer Zeit automatisch die Verbindung über das UPA-Gerät wieder her. Die dabei erreichte Leitung entsprach der von zwei UPA-Geräten.


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