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18.04.10 13:33 Alter: 11 Jahre
Kategorie: Office Connectivity, Security, Internet-Filter, Anti-Spam, Analysewerkzeug, Produkt-News, Anti-Phishing, Anti-Virus, Top-News
Von: Arno Kral / Nina Eichinger

Spamfilter: Erste Hilfe für E-Mail-Server von Spacenet

Der Fullservice-Internet-Provider will Open-Source-Projekt als offenes Framework für die Entwicklung interoperabler Content-Filter bereit stellen.


spmfilter-Logo

Spacenet-Logo

München – Ein "Programmier-Gerüst" zum Filtern von E-Mails hat die Spacenet AG entwickelt, ein Frameworks, das Zeit und Programmieraufwand zu sparen soll. Der Münchener Fullservice-Internet-Provider wird es demnächst als Open-Source-Projekt im Internet zur bereitstellen in der Hoffnung, dass sich Entwickler auf der ganzen Welt daran beteiligen, um eigene Module schreiben und sie anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

Administratoren von E-Mail-Servern stehen immer wieder vor dem gleichen Problem: E-Mails müssen mehrmals gefiltert und für spezielle Anforderungen bearbeitet werden, beispielsweise beim Aussortieren von Spam oder Viren.  E-Mail-Server bieten zwar grundsätzlich Schnittstellen um Content-Filter für bestimmte Aufgaben einzubinden, die einzelnen Filter können jedoch  untereinander keine Informationen austauschen. Folglich muss jeder Filter die benötigten Informationen für die Bearbeitung einer E-Mail neu beschaffen - das kostet Zeit. Zudem belegt jeder Content-Filter einen eigenen SMTP-Port für die Zustellung, was beim Einsatz mehrerer Filter  eine große Anzahl von lokaler Ports bedeutet, die jede einzelne E-Mail durchlaufen muss. Sobald ein Modul einer Verarbeitungskette nicht funktioniert, etwa weil eine Datenbank nicht erreichbar ist, bleibt die Nachricht in der E-Mail-Queue des Servers hängen.

An dieser Stelle setzt das Open-Source-Projekt spmfilter.org an: Dieser "Spmfilter" merkst sich die aktuelle Position in der Verarbeitungskette, so dass bereits ausgeführte Schritte nicht wiederholt werden müssen. 

Offene Schnittstelle für weltweite Nutzung und weltweiten Austausch

Spmfilter stellt für die Entwicklung von E-Mail-Content-Filtern ein einheitliches Programmiergerüst bereit, in dem benutzerdefinierte Filtertechniken einfach umsetzbar sind. Für die offenen Schnittstellen steht ein Framework zur Verfügung, für das Entwickler auf der ganzen Welt Module schreiben und anderen zugänglich machen können. Bestehende Lösungen decken zwar bereits viele Funktionen ab, können aber nur schwer an individuelle Bedürfnisse angepasst und erweitert werden. Meist sind sie in Skriptsprachen wie Perl geschrieben und verursachen so eine größere Last auf dem Mailserver. Spmfilter bietet eine bessere Performance, denn das Framework ist vollständig in C umgesetzt.

Aktuell bietet Spmfilter folgende Leistungsmerkmale:

  • SMTP-Engine für den Empfang von E-Mails über das SMTP-Protokoll
  • Pipe-Engine für den Empfang von E-Mails über UNIX-Pipes
  • API-Funktionen für das Auslesen und die Bearbeitung von Mailheadern
  • API-Funktion, die die Verbindungsdaten einer SMTP-Einlieferung allen Modulen zur Verfügung stellt
  • Einzelne Module können optional die Ausführung eines nachfolgenden Moduls unterbinden. Das ist sinnvoll, wenn zum Beispiel eine Nachricht bereits als Virus klassifiziert wurde.
  • API-Funktionen für eine generische Anbindung an Datenbanken. Den Modulen steht eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung, um Informationen aus unterschiedlichen Datenbanken zu beziehen. Aktuell unterstützt werden die Datenbanken PostgreSQL, MySQL, SQLite und Berkeley DB.
  • API-Funktionen zur Anbindung an den Verzeichnisdienst LDAP
  • Failover beziehungsweise Load-Balancing aller Datenbank/LDAP-Verbindungen
  • Die Bearbeitungskette der Module kann zur Laufzeit über eine Konfigurationsdatei geändert werden.

 

Axel Steiner, Software-Entwickler bei Spacenet, erklärt: "Bei der Entwicklung unseres eigenen Mailservers sind wir mit Standardprodukten an Grenzen gestoßen. Wir konnten damit unsere Idealvorstellung nicht realisieren. Also haben wir selbst ein Tool entwickelt, das auch anderen Administratoren die Arbeit erleichtert und im gegenseitigen Austausch erweitert und verbessert werden kann." 

Noch befindet sich Spmfilter in einem frühen Entwicklungsstadium. Doch erste Module, beispielsweise ein Virenscanner, sollen ab April 2010 unter dem URL www.spmfilter.org zum Download verfügbar sein - zusammen mit der Version 0.4.


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