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21.06.11 09:24 Alter: 9 Jahre
Kategorie: Top-News, Report, Kooperationen, Bezahlsysteme, Echtzeitkommunikation, Marktdaten, Unternehmens-News
Von: Arno Kral / Nina Eichinger

Hongkong lockt den Westen, und Shenzhen ebenso

Am 9. Juni stellten sich am Rande der Messe Intersolar 2011 im Bayerischen Hof zwei agile Investitions-Ziele für Bio-, Informations- und Finanz-Technologie vor


Skyline Hongong

Skyline Hongong

Gruppenbild mit Dame

Gruppenbild mit Dame

Gabriele Fink

Gabriele Fink

Simon Galpin

Simon Galpin

Steuern und Versicherungen im Vergleich

Steuern und Versicherungen im Vergleich

Andrew Lai

Andrew Lai

Greater-Pearl-River-Delta mit Fahrtzeiten

Greater-Pearl-River-Delta mit Fahrtzeiten

Gimon Galpin und K C Lam (stehend)

Gimon Galpin und K C Lam (stehend)

InvestHK-Logo

InvestHK-Logo

München – Auf der Veranstaltung für Innovation, Technologie und Umwelttechnik hatten Repräsentanten, erfahrene Unternehmer und Experten der Pearl-River-Regionen Hongkong und Shenzen referiert. Die Metropole und Sonderverwaltungszone Hongkong und die angrenzende Sonderwirtschaftszone Shenzhen gehören zu den wohlhabendsten Regionen der Volksrepublik China und zu den weltweit dynamischsten Wirtschaftsräumen. Im Gegensatz zu Shanghai operieren sie jedoch weitgehend des volksrepublikanischen Wirkungsbereiches. So hat Hongkong nicht nur eine eigene Währung sondern auch eine eigene Gerichtsbarkeit. Das prädestiniert den Standort nicht nur als Brücke zwischen dem Westen und Mainland China, sondern stellt inzwischen auch für dortige Firmen ein Sprungbrett in den eigenen Markt dar: In Hongkong lässt sich eben der Schutz von geistigem Eigentum leichter realisieren als zuhause, und immer mehr chinesische Firmen leiden unter anderen chinesischen Firmen, die ihre Produkte plagiieren.  

Hongkong gilt als internationales Finanz-, Handels-, Logistik- und neuerdings Tourismuszentrum, während Shenzhen das am schnellsten wachsende urbane Zentrum der Welt darstellt, dessen Einwohnerzahl in nur 30 Jahren von 30.000 auf fast zehn Millionen angewachsen ist, sich also mehr als verdreihundertfacht hat. Besonders für Technologie-Firmen bieten sich Hongkong und Shenzhen als ideale Standorte für eine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten nach China an. Stetig steigt vor allem dem Bedarf an Technologien für

  • Erneuerbaren Energien,
  • Wasseraufbereitungs- und
  • Abfallrecycling. 

Um insbesondere bayerische Investoren von den Standort-Vorteilen am Pearl-River zu überzeugen, hatten das Referat der Regierung der Hongkonger Sonderverwaltungszone, InvestHK, und die Investitionsförderagentur Shenzhens, Shenzhen SITIC, am 9. Juni 2011 ab 16.30 Uhr zu einer Promotion Veranstaltung in das Hotel Bayerischer Hof in München eingeladen.

Für Begrüßung und Auftakt-Rede hatten die Veranstalter Regierungs-Direktorin Gabriele Fink vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gewinnen können, die für die wirtschaftliche Zusammenarbeit China, Hongkong, Macao und Japan verantwortlich ist. In ihrer Key-Note betonte sie, wie wichtig die Hongkong für Bayern ist: "We want to have our companies in foreign markets", sagte sie. Von den 550 Firmen aus Deutschland, die sich in Hongkong engagiert hätten, darunter Siemens, Rohde&Schwarz, Bosch, Lufthansa, BASF, BMW, OSRAM, Bayer, Mercedes-Benz, Linde, Deutsche Bank und Thyssen Krupp, stammten mehr als 100 aus dem Freistaat Bayern. Die bayerischen Exporte hätten im Vorjahr in Höhe von 864 Millionen Euro erreicht, denen Importe im Wert von 268 Millionen Euro entgegen stünden. Insgesamt erreichte der bilaterale Handel zwischen Hongkong und Deutschland im Jahr 2009 ein Volumen von 12,3 Milliarden Euro, mehr als mit irgend einem anderen Land der EU.

Gabriele Funk lobte die einfache Zusammenarbeit mit der Metropole im Pearl-River-Delta, die von zwei Faktoren begünstigt sei: 

  • zum einen existiere ein "fair Participation Program", 
  • zum anderen gebe es auch Investments von Hongkong in Bayern.  

Das nächste Grußwort richtete Wirtschaftsberater TAO Bailiang vom Generalkonsulat der Volksrepublik China in München an die Versammlung. Er berichtete, dass die chinesische Provinz Shandong Partnerland von Bayern ist (laut Wikipedia hatte Deutschland 1897 eine Pacht über 99 Jahre an der Kiautschou-Bucht in Shandong) und dass seine Landsleute eine hohe Meinung von Bayern hätten. Das chinesische Wort "De Guo" für Deutschland heißt übersetzt "Tugendland".Er betonte: "Die Chinesen wissen, dass Bayern in Deutschland ein führendes Land ist", und fuhr fort: "Dessen sind sich auch die Teilnehmer unserer Delegation bewusst und suchen nach einer längerfristigen Zusammenarbeit".     

Simon Galpin,  InvestHK-Director-General von The Government of Hong Kong Special Administrative Region, eröffnete die dann folgende Vortragsreihe mit einer Beschreibung des Greater Pearl River Deltas. Dessen Bevölkerung sei mit 55,26 Millionen größer als die von Kanada oder Spanien, seine Exporte überträfen mit 387 Millionen US$ die von Italien, Kanada und des Vereinigten Königreichs. Und obwohl der Flächenanteil an Gesamt-China nur 1 Prozent betrage, stammten mehr als 27 Prozent der Exporte Chinas aus dieser Region, deren Bruttoinlandsprodukt mit 665 Mrd. US$ das von Schweden, Indonesien und Saudi Arabien übertrifft.

Hongkongs Dreimal-Eins

Für Firmen, die sich in Hongkong niederlassen oder eine Zweigstelle dort einrichten wollen, steht ein neuer elektronischer Firmengründungsdienst bereit, der im Internet unter https://www.eregistry.gov.hk/icris-ext/apps/por01a/index zu erreichen ist. 

  • Minimalkapitalisierung: 1 HK Dollar
  • Aktionär (kann aus Übersee stammen): 1 Privatperson oder Körperschaft
  • Zeitaufwand: 1 Tag (oder weniger)

Außerdem lockt Hongkong mit sagenhaft niedrigen und einfachen Steuern. So liegt die Unternehmens-Steuer mit 16,5 Prozent zwar geringfügig über der deutschen (15,5%). Dafür nimmt sich die Einkommens-Steuer aber mit 15 Prozent klein gegenüber Deutschland (47,5%) oder China (45%) aus. Das sieht im Vergleich gut aus, Einkommenssteuern sind aber für Unternehmen schlichtweg nicht relevant. Auch ist der Arbeitgeber-Anteil an der Sozial-Versicherung mit 5 Prozent wesentlich kleiner als in Deutschland (12%) respektive China (49% !) und Arbeitnehmer-Anteil liegt mit 5 Prozent ebenfalls deutlich niedriger als in Deutschland (23%) oder China (23%). Interessanter wären aber Angaben zu den absoluten Beträgen der Sozialversicherung, weil der Vergleich sonst eher nichtssagend ist. Auf die Erhebung von Mehrwertsteuer (VAT) verzichtet Hongkong ganz (Deutschland: 19%, China 17%). Das sieht ebenfalls gut aus, aber für Firmen ist die Mehrwertsteuer eine Vorsteuer, und die wird als reine Verrechnungsgröße in Deutschland überhaupt nicht gezahlt. 

Wie die genannten Vergleichszahlen zustande kommen, erläuterte Simon Galpin mit der Formel: "Ein Land, zwei Systeme", und meint damit die weitgehende Unabhängigkeit Hongkongs von der Volksrepublik China. Bis auf die diplomatische Außenvertretung und die Verteidigung sei Hongkong komplett unabhängig vom Reich der Mitte. Das zeige sich nicht nur in der eigenen Währung, sondern auch daran, dass diese  Low-Tax-Policy in der Verfassung festgeschrieben sei.

Diese Faktoren hätten dazu geführt, dass Hongkong heute das wettbewerbsfähigste Finanzzentrum Asiens ist, und mit 70 Niederlassungen der 100 weltgrößten Banken im internationalen Ranking Platz drei belege – nur getoppt von London (1) und New York (2), aber gefolgt von Singapur (4), Shanghai / Tokyo (5), Chicago (7), Zürich (8), Genf (9) und Sydney / Toronto (10). Klare Nummer 1 der Welt sei Hongkong jedoch bei den Neuemissionen 2009/2010, bei denen die Metropole zusammen mit der Kapitalbeschaffung nach 32 Prozent Wachstum einen Rekordumsatz von 109 US$ verbuchen konnte. So sei Hongkong zum größten Kapitalbeschaffungszentrum für die Volksrepublik China heran gewachsen und stellt den ersten und einzigen Offshore-Markt für den chinesischen Rinmimbi dar. Kein Wunder, dass Simon Galpin fest davon überzeugt ist, dass Hongkong ein idealer Ort für (westliche) Investments darstellt:

"Today's advantages in Hongkong are as important as in the eighties". 

Es sei die richtige Zeit, neue Chancen zu ergreifen. Schließlich bietet Hongkong inzwischen auch Lebensqualität, sogar unberührte Strände habe man anzubieten. Und selbst der Tourismus, der sich von 13,1 Millionen im Jahr 2009 auf 36 Millionen in 2010 verdreifacht hat, boomt, wenngleich eher auf chinesisch: 22,5 Millionen Touristen sind alleine aus Mainland China in 2010 gekommen — hauptsächlich zum Shoppen. 

Dem nächsten Redner, LAI Andrew, stellvertretender Beauftragter für Innovation und Technologie der Hongkong Special Administrative Region  (HKSAR), war vor 15 Jahren war er "zum Biertrinken" das erste Mal in den Freistaat gereist, "it was a very good experience", berichtete er, kam dann aber schnell aufs Wesentliche. Auch wenn Hongkong mit 1100 Quadratkilometern Fläche eine kleine Stadt sei (damit fast so groß wie München und Berlin zusammen) lebten dort sieben Millionen Einwohner, die pro Kopf ein Bruttosozialprodukt von 21.400 Euro erwirtschafteten. "We are the gateway to China", konstatierte er und verwies auf BMW, Siemens und andere Firmen, die via Hongkong ihren Weg nach Mainland China angetreten hätten. Hongkong sei die dritt-innovativste Ökonomie in der Welt und die wettbewerbsfähigste Stadt in ganz China. Denn nur 0,1 Prozent des Bruttosozialprodukts stammten aus der Basis-Industrie (Bergbau, Verhüttung, etc.) und 7,3 Prozent aus der Sekundärindustrie (verarbeitendes Gewerbe). Aber 92,6 Prozent erwirtschaftet Hongkong in der Tertiärindustrie, und damit sind in erster Linie Finanzdienstleistungen gemeint.

Lai bewarb Hongkong als "Festlandstadt" im internationalen System mit ausgeprägten Kapitalbeschaffungs- und Management-Fähigkeiten und freiem Warenverkehr und wies ausdrücklich auf stabile allgemeine gesetzliche Grundlagen und gute Rahmenbedingungen für den Schutz geistigen Eigentums hin. Er lobte den freien Informationsverkehr und die "saubere Regierung". Die Hürden, nach Hongkong zu kommen, sind niedrig. Reisende mit deutschem Pass genießen ein 90-tägiges Aufenthaltsrecht, und wer länger bleiben will, finde neben dem großstädtischen Lebensstil ein reichhaltiges Angebot an Landschaft (40% ländliche Parkanlagen), Kunst und Kultur vor. 56 internationale Schulen habe man zu bieten sowie drei der 50 Spitzen-Universitäten der Welt. Und so zählt die deutsche Gemeinde inzwischen 3000 Seelen.  

Wichtiger aber war Andrew Lai die Nachricht, die strategisch günstige Lage Hongkongs hervorzuheben, denn sie verfüge mit dem  Pearl-River-Delta über ein riesiges Hinterland mit 60.000 produzierenden Firmen und 10 Millionen Beschäftigten. Shenzhen, wo alleine neun Millionen Menschen leben, lasse sich mit der Express-Zugverbindung in 23 Minuten erreichen, Gouangzhou (10 Millionen) in einer Dreiviertelstunde, und die weiter nördlich gelegenen Ballungsgebiete Changsha (6 Millionen), Wuhan (9 Millionen), Zhèngzhōu (7 Millionen) und Bejing (17 Millionen) auf der Nord-Route oder querab Chongqing (ca. 35 Millionen) künftig über das 16.000 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz.  

Als politische Ziele der HKSAR-Regierung nennt Lai, dass Hongkong die Speerspitze eines wissensbasierten Weltklasse-Wirtschaftsraums werden solle und als eine der sechs Industriegruppen Innovation und Technologie mit Entwicklungspriorität fördern wolle. Stolz verweist er auf den ersten Nobelpreisträger Professor Charles Kao von der chinesischen Universität, Ingenieur und Erfinder der fiberoptischen Kommunikation Hongkong sowie Nancy Ip, Professor für Molecular Neurobiology am Forschungs-Institut für Biochemie und Biotechnologie der Hongkong University of Science and Technology, die mit Vivian Yam L'Oreal-UNESCO-Preisträgerin im Bereich "Frauen in der Wirtschaft" (For Women Laureate) geworden war.

Technologie-Start-Ups bietet Hongkong einen Science-Park, in dem heute schon 340 Mieter angesiedelt sind. Dessen Branchenstruktur umfasst

  • Elektronik (Philips, Traxon Technologies),
  • ICT (CDC Software, Sierra Wireless),
  • Präzisionsmaschinenbau (Johnson Electric, Kingboard),
  • Biotechnologie (ALK-Abello, Hologic) und
  • Umwelttechnologien (DuPont Apollo, TÜV-SÜD). 

Diese Firmen fänden in Hongkong auch die nötigen Mittel in einem robusten Finanzdienstleistungssektor, dem größten Private-Equity-Zentrum Asiens mit mehr als 300 in Hongkong angesiedelten Fonds und dem Weltmarktführer bei Aktienemissionen mit mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr 2010 – noch vor London und New York. 

Einfach sei der Zugang zu Kapital, etwa für Platform Projects, für zu 10 Prozent aus der Industrie und zu 90 Prozent vom Innovation and Technology Fund (ITF)  finanziert würden. Für Kleinunternehmer gebe es das Forschungsunterstützungsprogramm SERAP (Small Entrepreneur Research Assistance Programme), das der ITF mit bis zu 400.000 Euro auf "Dollar-to-Dollar-Matching-Basis" fördere. Außerdem erhalten Firmen 10 Prozent Rückerstattung ihrer Forschungs- und Entwicklungskosten, wenn sie Teil eines ITF-Projekts sind und mit lokalen R&D-Instituten zusammenarbeiten. Für kleine und Mittelständische Unternehmen (Small and Medium Enterprise) gibt es bis zu 550.000 Euro für jedes genehmigte SME. 

Schlüsselziele des zwölften Fünfjahresplans sind ein durchschnittliches Wachstum von sieben Prozent, die Steigerung der Wirtschaftseiltung (BSP) auf 5.900 Milliarden Euro bis 2015, steigender Binnenabsatz und der Durchbruch bei strategischen Wachtumsbranchen.

In der abschließenden Journalisten-Runde stellten sich dann Generaldirektor Simon Galpin und K C Lam, Manager of Innovation and Technology den Fragen der deutschen Journalisten. Galpin eröffnete mit einem neuen Dreisatz. Er sagte: "Erstens: Hongkong ist nicht einfach eine weitere chinesische Stadt! Zweitens: Wir halten Anschluss! Drittens: Wir helfen kleineren Firmen nach Hongkong zu kommen." Der schöne Schein der ach so teuren Hochhausmieten trüge, denn schon wenige Blocks weiter gebe es preiswerte Geschäftsräume. Auf die Frage von Rudi Kulzer, journalistisches Urgestein des Handelsblatts im Ruhestand, wie es denn um die Konkurrenz-Situation zwischen Schanghai und Hongkong bestellt sei, antwortete Galpin: "In der Tat ist herrscht innerhalb Chinas ein grimmiger Wettbewerb. Allerdings ist Hongkong davon ein wenig abgerückt." Lam sprang ihm mit den Worten bei: "Hongkong hat im Vergleich zu Shanghai den Vorteil eines autarken Finanzwesens und ist heute die am stärksten Service-orientierte Ökonomie der Welt. Hongkong prägt eine eigene Währung, und es gibt nur zwei nur zwei Währungen in Asien, die mit dem chinesischen Rinmimbi voll konvertibel sind – der Hongkong-Dollar und der japanische Yen."

Nun bezahlt China seinen Aufbruch in die Moderne mit einem enormen Einsatz an Energie. Nach Angaben des verstorbenen Dr. Hermann Scheer, ehedem Mitglied des Deutschen Bundestages und Gründer der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency, IRENA) setzen schon die USA fast sieben Mal so viel Primärenergie um das gleiche Bruttosozialprodukt zu erwirtschaften wie Deutschland, China aber  fast das 17-fache! Arno Kral, Herausgeber des Tom's Networking Guide, stellte die Frage, ob Hongkong mit seiner technologischen Effizienz Mainland China helfen könne, dessen Industriewachstum ohne allzu große Umweltschäden Belastung voranzutreiben. Denn laut Scheer sei die CO2-Reduktion am einfachsten zu erreichen, wenn die Industrie-Produktion aus China wieder nach Deutschland verlagert würde. Lachend antwortete Simon Galpin: "Es gibt einen großen Bedarf an Clean Energy". Unbeantwortet blieb dagegen die Frage von Achim Karpf, Journalist, welchen Anteil  Cleantech am Bruttosozialprodukt Chinas habe. Galpin: "Hongkong eignet sich gut um neue Technologien nach  Mainland China zu bringen. Wir sind das Sprungbrett für internationale Firmen, aber auch für chinesische Firmen, denn sie genießen bei uns den Schutz ihres geistigen Eigentums". 

Selbst die Frage, ob Hongkong auch umgekehrt in Deutschland investieren würde, um beispielsweise deutsche Hochtechnologie (etwa zur Vereinfachung und Kostenreduktion im Zahlungsverkehr) zu einer Firmengründung in Hongkong zu bewegen, bejahte Galpin. In Hongkong ist die Octopus-Card, eine wiederaufladbare, berührungslos arbeitende Chip-Karte ein beliebtes und überaus weit verbreitetes Zahlungsmittel. Bargeld aber kann sie nicht ersetzen, denn den anonymen Geld-Transfer offline direkt von Karte zu Karte, ohne zwischengeschaltete Instanz, beherrscht das Octopus-System nicht. 

Chinesen aber lieben Geld, insbesondere Bares.

Auf eine deutsche Erfindung wahren digitalen Bargelds angesprochen sagte Galpin gegen Ende der Veranstaltung: "Wir sind sehr interessiert. Senden Sie uns alles über diese faszinierende, neue Technologie." Denn eine Veranstaltung wie die von Invest Hong Kong und der Investitionsförderagentur Shenzhen SITIC ergeben sich immer Gelegenheiten zu Vier-Augen-Gesprächen.

Der Autor konnte den Ehrengast Barrister Stephen Kai Wong vom Hongkong Economic and Trade Office in Berlin davon in Kenntnis setzen, dass mit fairCASH ein technisches System für digitales Bargeld beliebiger Währungen in Aussicht steht, das nur noch eines ordentlichen Investments bedarf, um in Verlauf von vier Jahren Einzug in die Welt der Smartphones, Kassenterminals und Net-TVs zu halten. Es beherrscht, was die Octopus-Card nicht kann: den anonymen Geldtransfer  Peer-to-Peer über das Internet und sogar offline von Anwender zu Anwender und benötigt dazu lediglich einen Internet-Geld-Automaten für das Routing elektronischer Münzen (eCoins) in den Giralgeld-Kreislauf (bestes platziert  einer Nationalbank) und millionenfach an Anwender und Handel verteilte Nano-Tresore für elektronische Geldbörsen (eWallets), Voraussetzungen, für die Hongkong heute schon bestens gerüstet ist.

Im Schlusswort der Veranstaltung betonte dann Stephen Kai Wong erneut, dass Hongkong und Shenzhen zwei exzellente Orte seien um Geschäfte zu machen. Mit dem vor Kurzem eingerichteten Büro in Berlin wolle man der traditionellen Rolle, eine Brücke zwischen Ost und West zu schlagen, wahrnehmen und einen Zugang zur Volksrepublik China öffnen.  


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