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17.02.12 20:36 Alter: 9 Jahre
Kategorie: 1 Redaktion, Top-News, Digital Lifestyle, Internet-Intranet
Von: Gudrun Kosche

Innovationen managen - interdisziplinär denken

Innovationen kommen schneller auf den Markt, wenn sie in interdisziplinären Teams entstehen und in branchenübergreifenden Netzwerken vermarktet werden. Wie Erfindungen am effizientesten initiiert und gemanaged werden, welche Hindernisse heute noch oft genug den Weg versperren, und welche Rolle die IT in diesem Szenario spielen kann, das erklärten hochkarätige Referenten auf dem "5. Deutschen Innovationsgipfel", der kürzlich in München stattfand.


Startbildschirm der Website zum 5. Innovationsgipfel

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Jan Geldermann, Vodafone D2 GmbH

Jan Geldermann, Vodafone D2 GmbH

Alexander Holst, accenture

Alexander Holst, accenture

iKnow: Dr. Poppers "Innovationsweltkarte"

iKnow: Dr. Poppers "Innovationsweltkarte"

München - Einen ganz praktischen und auf die IT übertragbaren Innovations-Ansatz verfolgt Dr. Peter Delwing, Direktor Innovationen bei Villeroy & Boch. Man ist verblüfft, wie einfach das Erfinden sein kann: "Wir haben ganz systematische Herangehensweisen, um neue Innovationen hervorzubringen: Weglassen oder Multiplizieren." Das klingt zuerst ganz simpel, doch bei näherer Betrachtung ist dieser Ansatz brilliant. Was bei dem familiengeführten Keramikproduzenten aus dem saarländischen Mettland gang und gäbe ist, kann auf jedes innovative Unternehmen angewendet werden. "Lassen Sie bei der Suppe das Wasser weg, dann haben Sie Trockensuppe", nennt Dr. Delwing ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche. Für die zweite Herangehensweise, das Multiplizieren, verweist der Innovations-Chef auf die Automobilbranche: "Automobilhersteller wie zum Beispiel BMW liefern Autos mit 5-Gang-Getriebe, mit 6-Gang-Getriebe und so fort."

Gängiges Innovationsprinzip in der IT
Setzt man die Analogie in die IT-Branche fort, braucht man nicht lange zu suchen, um fündig zu werden: Man denke nur an Microsoft und andere Software-Entwickler, die ihre vielzähligen Releases Punkt 2, 3, 4 und so fort herausbringen. Dr. Delwing indes konzentriert sich naturgemäß aufs Keramik-Geschäft und berichtet von einer Villeroy & Boch-Innovation im sanitären Bereich: die Vervielfachung der Wasserzufuhr. Beim sogenannten "Triple flush" - das Wasser läuft an drei verschiedenen Stellen zu - ist die Wasserführung effizienter und das WC sauberer. Dabei wird sogar weniger Wasser verbraucht, denn die Spüldauer ist kürzer.

Für die soziale Akzeptanz sorgen
Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Leute denken, das sei nicht sauber genug, und spülen vorsichtshalber ein zweites Mal. Damit ist der Wasser- und Energiespar-Effekt null und nichtig - solange, bis ein Umdenken einsetzt. "Wir müssen das soziale Verhalten ändern und dafür sorgen, dass die Menschen die Innovationen akzeptieren", meint Dr. Delwing. Und damit stößt er ins gleiche Horn wie Alexander Holst, Leiter Sustainability Services bei der Managementberatung accenture, der das Beispiel Henkel nennt: Der Düsseldorfer Konzern brachte ein Wachmittel heraus, das bereits bei 20 Grad Celsius Wäsche sauber reinigt. Doch die Kunden nutzten das zunächst gar nicht, weil sie dachten, das wäscht nicht sauber genug, und wählten den 30- oder 40-Grad-Waschgang - womit der Energiespareffekt wiederum nicht greifen konnte. "Wir müssen die Menschen dazu motivieren, diese Neuerungen, die ihren berechtigten Sinn haben, auch anzunehmen und ihr Verhalten dementsprechend zu verändern", so Holst.

Angst und Misstrauen überwinden
Dieser Veränderungsprozess scheint vor allem in Deutschland schwierig zu sein. "Deutsche User sind im allgemeinen eher zögerlich und ängstlich", weiß Jan Geldermann, Geschäftsführer der Vodafone D2 GmbH, der auf den Wikipedia-Eintrag und die Begrifflichkeit "German Angst" verweist. Die Angst steigere sich zu Misstrauen, wenn die IT ins Spiel kommt, so wie beim Cloud Computing. Bis die Erkenntnis durchdringt, dass es von großem Vorteil ist, mit seinem mobilen Device von überall auf der Welt aus seine Daten verwalten zu können, vergehe gerade in Deutschland mehr Zeit als woanders. Doch wenn es dann einmal soweit ist, schlägt das Pendel direkt zur Begeisterung um, und es werde nach dem Motto "Always on" gelebt.

Lösungen aus der IT: RWE unterstützt die "Energiewände"
RWE, einer der größten Stromanbieter Deutschlands, der großflächig in Offshore Windparks investiert, hat sich nicht nur die "Energiewende" auf die Fahnen geschrieben, sondern mit der neu gegründeten Tochtergesellschaft RWE Effizienz GmbH auch die "Energiewände", wie Ingo Alphéus scherzhaft bemerkt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der noch jungen GmbH, deren Durchschnittsalter bei Mitte 30 und damit um 10 Jahre unter dem des Mutterkonzerns liegt, verfolgt die Idee des vollautomatisierten Smart Homes. Ein Weg dahin ist die Senkung der Heizkosten mit Hilfe eines vollautomatisierten Heizungssteuerungssystems, wie er es zusammen mit Microsoft entwickelt hat. Sobald der Bewohner das Haus verlässt, regelt das Thermostat die Temperatur herunter - und zwar vollautomatisch via GPS. Das Prinzip ist auch denkbar für Ferienhäuser, die aus der Ferne gesteuert werden könnten. "Energiesparen soll Spaß machen", propagiert der agile Manager. Wenn das gelingt, braucht er sich über die Akzeptanz seiner Innovation keine Gedanken machen.

Interdisziplinarität verbindet verschiedene Welten
Die Lösung generell scheint in der Interdisziplinarität zu liegen: Für die Bündelung von Forschungsinitiativen sprach sich Peter Becker, Veranstalter des 5. Deutschen Innovationsgipfels und Geschäftsführer von innovation network, aus: "Unser Ziel sollte sein, voneinander zu lernen, um negative Erfahrungen zu vermeiden und Innovationen schneller auf die Straße zu bringen." Das meint vor allem Keynote-Speaker Dr. Rafael Popper, Research Fellow am Manchester Institute of Innovation Research der University of Manchester, der den Innovationsgipfel vor rund 350 Besuchern eröffnete: "Wir haben nicht nur eine Zukunft vor uns, sondern viele. Sie alle bergen Chancen und Risiken. Wir sollten diese verschiedenen Szenarien miteinander verbinden und analysieren, um Forschungspotentiale aufzuspüren."

Innovationsradar - die Webplattform "iKnow"
Genau das hat der charismatische Forscher gemacht, als er den "Innovation Radar" entwickelte, dessen erste Ergebnisse er jetzt in München vorstellte. Im Auftrag der EU-Kommission eruierte Popper Anzeichen künftiger Entwicklungen und Innovationen, die auf dem politischen Radar unentdeckt bleiben, aber Auswirkungen auf unsere Zukunft haben werden. Herausgekommen sind Empfehlungen für Forschungsvorhaben und eine Internet-Plattform, die man als eine Art Forschungs-Wikipedia bezeichnen könnte - die Community iknow (http://community.iknowfutures.eu/pg/profile/popper). Über diese neue Plattform tauschen Menschen auf der ganzen Welt Signale und Ideen für die Zukunft aus - so, wie sie das heute über Twitter und soziale Netzwerke tun. "Wir können unsere Zukunft auf viele verschiedenen Arten formen, wenn wir bestehende Trends erfassen, neue Strömungen antizipieren und daraus Empfehlungen formulieren.", sagt Dr. Popper, der die Systematisierung dessen schematisch in einer Puzzle-Grafik visualisiert.


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