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30.03.12 12:06 Alter: 8 Jahre
Kategorie: Produkt-News, Heim-Anwender, SOHO, KMU, Digital Lifestyle, Internet-Intranet, Internetdienste, Browser
Von: Arno Kral

Gynny: Projekt-Finanzierung durch Online-Shopping

Die Gynny GmbH hat eine neuen, pfiffigen Weg zur kostenneutralen Projekt-Finanzierung über Social Networks ersonnen: Wer ein Projekt einstellt führt Web-Shops potenzielle Käufer zu und erhält im Gegenzug 80% von deren Kick-Backs.


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München – Wer ein Projekt in die Welt setzen will, sei es Erfindung, eine Geschäfts-Idee oder eine anderweitig unbezahlbare Anschaffung tätigen will, kommt um eine Anfangs-Finanzierung nicht herum. Das bedeutet: Banken konsultieren, Business-Pläne schreiben, Fördermittel abklappern und gegenüber Dritten die eigene Finanzlage offen legen – und in jedem Fall einen beträchtlichen Aufwand an Zeit, Papier und Nerven. Einen einfacheren Weg zur Projekt-Finanzierung verspricht das so genannte Crowd-Funding: Hier nutzt ein Projekt-Initiator die Mittel der Internet-Kommunikation um eine Community von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen und sie dazu zu bewegen, durch Spenden das nötige Startkapital zusammen zu kratzen nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist, sprich: Wenn viele Menschen kleine Beträge aufbringen, kann am Ende ebenfalls eine stattliche Summe zusammen kommen. Rechtlich gestaltet sich diese Art des Gelderwerbs zumindest hierzulande aber nicht so einfach, zum einen, weil nicht jeder "einfach so" Spenden einsammeln darf, zum anderen, weil es gar nicht so einfach ist, einer Menge Leute die Zweckbindung ihrer Aufwendungen dauerhaft offen zu legen.

Da kommt eine neue Geschäftsidee aus Deutschland gerade recht, die der Gründer Michel Grimme vor neun Monaten ersonnen hat. Sie umgeht das Spenden-Recht ebenso wie die Problematik der Zweckbindung, weil den Kleinfinanzierern einfach keine Kosten entstehen, es also keinerlei monetäre Beziehung zwischen Projekt-Gründer und dessen Crowd-Finanziers gibt: Am 28. März 2012 ist die innovative Online-Plattform Gynny (gesprochen: Dschinnie, wie der Flaschengeist) in Betrieb gegangen, die durch so genanntes Crowd-Funding Projekte aller Größenordnungen durch Online-Shopping finanzieren will – ohne dass die am Crowd-Funding Beteiligten zusätzliches Geld in die Hand nehmen müssten. Wie diese "Geldschöpfung aus dem Nichts" konkret funktionieren soll, erläuterte Geschäftsführer Christian Thomas in Internationalen PresseClub München den dort versammelten Fach-Journalisten:

Online-Shops wie Otto, Neckermann, Adidas, oder Amazon aber auch Billigflüge oder Beate Uhse, Blumen Online, bieten ihren Werbepartnern, den Affiliates, zur Absatzförderung Werbemittelzuschüsse, die sie ihnen als so genannte Kickbacks auszahlen, sobald in einem Web-Shop eine Online-Bestellung abgewickelt worden ist. Für den Käufer macht es, was die Kaufsumme anbelangt, keinen Unterschied, denn die Kick-Backs sind ja im Online-Angebot bereits eingepreist. Gynny bündelt nun diese Kick-Backs und führt über den Zahlungsdienstleister PayPal 80 Prozent davon ihren eigenen Kunden, also den Vertragspartnern, die in Gynny ein Projekt registrieren, zu. Die restlichen 20 Prozent verbleiben bei Gynny zur Deckung der Plattform-Betriebskosten. Im Gegenzug führt der Projekt-Initiator über sein soziales Netzwerk (respektive seine Marketing-Anstrengungen) den mit Gynny verbandelten Online-Shops zusätzliche Kunden zu, je mehr, desto besser.

Mit diesem Konzept dürfte Gynny zu den vielversprechendsten Start-up-Unternehmen in der regen deutschen Gründerszene zählen. "Gynny ist der einfachste Weg, ein Projekt über das Internet zu finanzieren", schreibt Geschäftsführer Christian Thomas. Das Unternehmen kooperiere mit mehr als 700 Online-Shops. Würden die Einkäufe über die Gynny-Website oder das Browser-Add-on getätigt, flösse vom Web-Shop-Betreiber ein Bonus in das ausgewählte Projekt. Die Höhe des Bonus variiert von Web-Shop zu Web-Shop, laut Thomas zwischen 2 und 30 Prozent. Wann die Auszahlung erfolgt, hängt laut Christian Thomas vom jeweiligen Affiliate-Partner ab: So würden Affilinet und Zanox die Beträge noch am gleichen Tag gutschreiben während es bei anderen Gynny-Partnern bis zu zwei Wochen dauern könne. Der Initiator jedenfalls könne laut Christian Thomas schon auf Teilbeträge zugreifen, selbst wenn das von ihm veröffentlichte Projekt-Volumen noch nicht erreicht ist. Seine via Gynny erzielten Erlöse sind finanzrechtlich keine Spenden sondern sind ganz normales, zu versteuerndes Einkommen. 

Unklar blieb, ob solche Gutschriften bestehen bleiben, wenn ein Käufer von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch macht. Der Einkauf werde dadurch aber nicht teurer. Man müsse nichts zahlen oder spenden. Statt dessen funktioniere das Geldsammeln ganz einfach nebenbei während eines Online-Einkaufs. 

Dazu bietet die Gynny GmbH Browser-Add-Ons für Mozilla Firefox und Google Chrome an, bis Juni solle es ebenso eines für Apple Safari geben. Einzig der Microsoft Internet-Explorer bereite wegen seiner eigenwilligen Schnittstellen noch Probleme.

Sobald die potenziellen Käufer das Add-On installiert haben, können sie ein Projekt mit ihren Einkäufen unterstützen, ohne dass der jeweilige Web-Shop-Betreiber erfahren würde, welchem Projekt seine Kick-Back-Zahlungen zufließen. Die kaufwilligen Projekt-Unterstützer können indes bei jedem Online-Kauf zwischen mehreren Projekten auswählen: Dazu zeigt ihnen das Add-On eine Liste an. Thomas: "Es werden nur solche Projekte angezeigt, die man selbst initiiert hat oder die man unterstützen will."    

Interessierte Nutzer können bei Gynny auf vielerlei Weise mitmachen: Mit Hilfe des ansprechenden und übersichtlichen Layouts lassen sich im Handumdrehen eigene Projekte anlegen, für die anschließend Geld gesammelt wird. Alternativ können die Vorhaben von Freunden und Bekannten unterstützt werden. Nicht zuletzt gibt es bei Gynny auch rein caritative Projekte, denen durch Online-Shopping geholfen werden kann. Nutzer der Gynny-Plattform kann jede natürliche Person (Privatperson) sein, privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich organisierte Vereine, Firmen, Stiftungen, staatliche oder private Hochschulen, Kirchen und staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen sowie nicht wirtschaftlich orientierte Nichtregierungsorganisationen (NGO).

Um die Vermarktung der eingestellten Projekte kümmert sich Gynny indes nicht, sondern überlässt deren Bekanntmachung und Bewerbung dem/der jeweiligen Projekt-Initiator/in. Allerdings vermarktet Gynny die eigene Plattform selbst, und erzeugt damit Reichweite. So sollen in Kürze zwei Projekte mit den Berliner Radio-Sendern RTL 104.6 Hitradio und Spreeradio realisiert werden und noch im April eine Kooperation mit Rotary

Um Missbrauch, etwa die Finanzierung rechtswidriger, ethisch verwerflicher oder völkerrechtlich fragwürdiger Projekte zu unterbinden, behält sich die Gynny GmbH vor, Projekte nach eigenem Ermessen abzulehnen. 

Natürlich gibt es, wie bei jedem Start-Up, noch ein paar offene Fragen zu klären, etwa nach dem Datenschutz, denn "Internet-Währung" sind und bleiben persönliche Daten. In den in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen stellt die Gynny GmbH von vornherein klar: "Gynny versichert, die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten nur zu eigenen Zwecken (Verwaltung der Nutzer und Projektdaten, Auszahlung der Zuwendungen, Zuordnung der Rückvergütungen) einzusetzen. Der Datenverkehr bei der Registrierung und Pflege der Daten durch die Nutzer ist verschlüsselt, um ihn gegen nicht autorisierte Personen zu schützen. Gynny versichert, Daten der Nutzer nicht weiterzugeben. Die Verfolgung der Einkaufsvorgänge der Nutzer ist nicht möglich." Und in den Angaben zum Datenschutz steht: "Personenbezogene Daten werden auf dieser Website nur im technisch notwendigen Umfang erhoben. In keinem Fall werden die erhobenen Daten verkauft oder anderweitig vermarktet. Wir erheben personenbezogene Daten im Rahmen des Projektprozesses, der Registrierung für den individuellen Kundenzugang, des Abonnements unseres Newsletters und des sowie bei Kontakt- und Serviceanfragen. Darüber hinaus speichern wir weitere nicht personenbezogene Daten, um unser Angebot für Sie kontinuierlich zu verbessern. In unseren Server Log Files speichern wir Informationen, die Ihr Browser automatisch aus technischen Gründen an uns übermittelt. Dies sind:

  • Browsertyp/-version
  • verwendetes Betriebssystem
  • Referer URL (die zuvor besuchte Seite)
  • Hostname des zugreifenden Rechners (IP-Adresse)
  • Uhrzeit der Serveranfrage

Eine personenbezogene Speicherung dieser Daten erfolgt nicht. Eine Zusammenführung dieser Daten mit anderen Datenquellen wird nicht vorgenommen. Ihre IP-Adresse wird im Anschluss an Ihren Besuch bei uns zeitnah gelöscht."

Allerdings müssen sich Projekt-Unterstützer (Online-Käufer) auf der Gynny-Plattform anmelden, denn zum einen benötigen sie das Browser-Add-On, zum anderen "soll eine Projekt-Community aufgebaut werden", so Thomas. Dadurch unterscheide sich die Gynny-Plattform von allen bekannten Crowd-Funding-Einrichtungen. Thomas: "Bildungsspenden etwa sind gemeinnützigen Vereinen vorbehalten". 

Stand gestern finden sich auf der Gynny-Plattform 39 – zugegeben noch kleinere – Gynny-Projekte von "Mein Pferd Coco, Gröbenzell" über "BFC Dynamo, Berlin-Hohenschönhausen", "Dschungelschule, Peru Amazonas" bis "Friedens-Ei für Jerusalem" mit teilweise caritativer, teilweise eigennützger Motivation. Schon in den kommenden Wochen soll Gynny auch in anderen europäischen Sprachen wie Tschechisch angeboten werden, und im Juni 2012 soll Gynny in den USA online gehen...


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