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05.11.12 17:30 Alter: 8 Jahre
Kategorie: Top-News, Heim-Anwender, Digital Lifestyle, Sensorik, Solar
Von: Arno Kral

Eine intelligentere Energienutzung erfordert auch bessere Datennetze

Für eine "smarte" Energie-Infrastruktur fordert der VDE einen Orientierungsrahmen und für die Verteilungsnetzbetreiber Leitplanken zwischen "Smart Grid" und "Smart Market".


VDE-Logo

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Frankfurt am Main/München – So mancher Hausbesitzer, der sich eine Photovoltaik-Anlage angeschafft hat, steht fassungslos vor der Tatsache, dass er bei einem Stromausfall des für ihn zuständigen Energieversorgungsunternehmens trotz hohen Sonnenstands und ordentlichen Ertrags den Strom vom Dach nicht zur Überbrückung nutzen kann: Die PV-Anlage steht still, wenn das EVU es will. Und das, obwohl der Gesetzgeber vorschreibt, dass für PV-Anlagen einer Leistung zwischen 10 und 100 kWp nur noch 90 Prozent vergütet werden, während die restlichen 10 Prozent dem Eigenverbrauch anheim gestellt sind. Das ist sinnvoll, denn "Eigenverbrauch wird ab April 2012 überhaupt nicht mehr vergütet, da der durchschnittliche Strompreis erstmalig höher ist als die Einspeisevergütung. Somit ist eine Anlage umso rentabler, je höher der Anteil an eigenverbrauchtem Solarstrom ist", schreibt das Online-Portal Photovoltaik-Web.de.

Zudem muss sich der PV-Anlagenbetreiber entscheiden, ob er seine Anlage bei Einspeisung auf 70% der Spitzenleistung beschränken oder einen immerhin zwischen 500 und 600 Euro teuren Rundsteuerempfänger seines Energieversorgers installieren will damit der, wenn ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energien sein Stromnetz zu überlasten droht, die Anlage vom Netz nehmen kann (wobei ihm der Energieversorger den entgangenen Ertrag erstatten muss).

Dass eine PV-Anlage trotz Sonneneinstrahlung nicht zur Eigenstromversorgung im Falle eines Stromausfalls nutzbar ist, liegt laut Johannes Böldl, Planungs-Ingenieur bei der HISTA Elektroanlagenbau GmbH daran, dass der Energieversorger bei Bedarf (etwa für Reparatur- respektive Wartungsarbeiten) Teile seines Versorgungsnetzes stromlos schalten können muss -- und dann darf auch kein Strom von einer Solaranlage eingespeist werden. Bleibt die Frage offen, warum er zum anlagenseitigen Abschalten nicht den beachtlich teuren Rundsteuerempfänger einsetzt. Es kann ja wohl nicht angehen, dass eine PV-Anlage dann nicht laufen kann, wenn sie keinen 50-Hertz-Wechselstrom "vorfindet".  

Diese Problematik zeigt, dass die Energiewende noch viel viel Arbeit bereiten  wird. Insbesondere hapert es offenbar an einer vernünftigen Datenvernetzung der Anlagen und der nachgeschalteten Verteilnetze. Die hat auch der VDE erkannt und fordert einen neuen Anschub für Datennetze, denn "Eine intelligente Energieversorgung kann nur durch eine tiefgreifende Automatisierung der Verteilungsnetze und all der Systeme realisiert werden, die mit ihnen in Wechselwirkung stehen. Politik und Regierung sind gefordert, die entsprechenden Standards einzuführen." 

Laut VDE seien die deutschen Datenautobahnen nicht zukunftsfest und müssten angesichts der bevorstehenden Energiewende besser vernetzt werden. Insbesondere sei der massive Ausbau flächendeckender Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetze dringend erforderlich. Gebraucht würden neue Geschäftsmodelle für Smart Grids (intelligente Netze). Nur so ließe sich der  Energieverbrauch über intelligente Netze so steuern, dass wesentliche Einsparungen möglich werden. Zu diesem Schluss kommt das VDE-Positionspapier "Die Bedeutung der IKT für den Standort Deutschland", das von Experten der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE erarbeitet wurde.    

Um das Zusammenwachsen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) mit der Energie-Infrastruktur zu ermöglichen, müssten neue Konzepte, Architekturen und Technologien entwickelt und umgesetzt werden. Vorschläge dazu haben die VDE-Experten in einem weiteren aktuellen Positionspapier "Smart Grid erfordert systemische Sichtweise und neue Geschäftsmodelle" erarbeitet. Die Experten beschreiben darin die wesentlichen Ziele und Anforderungen der Verteilungsnetzautomatisierung im zukünftigen Energieversorgungssystem und nennen Optionen für künftige Geschäftsmodelle für Verteilungsnetzbetreiber im Spannungsfeld zwischen Regulierung und Markt. Sie weisen darauf hin, dass eine intelligente Energieversorgung nur durch eine tiefgreifende Automatisierung der Verteilungsnetze und all der Systeme realisiert werden kann, die mit ihnen in Wechselwirkung stehen. Der VDE empfiehlt die Einrichtung standardisierter Schnittstellen zwischen den im Energieinformationsnetz verteilten Komponenten und die Schaffung einer gemeinsamen Informations- und Diensteplattform. "Politik und Regulierung müssen Leitplanken für die Verteilungsnetzbetreiber zwischen 'Smart Grid' und 'Smart Market' einziehen. Nur durch eine intelligente Vernetzung können Markt- und Netzakteure effektiv zusammenwirken."    

Seit über 15 Jahren verzeichne der individuelle Datenkonsum einen Zuwachs um 50 Prozent bis 100 Prozent pro Jahr, ein Trend, der sich nach VDE-Schätzungen in den nächsten zehn Jahren fortsetzen wird. Zugleich sei die IKT ein starker Wirtschaftsmotor. In Deutschland trägt er laut VDE-Mitteilung etwa ein Viertel zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Diese Entwicklung werde sich nur dann fortsetzen lassen, wenn der Ausbau der Datennetze mit den modernen Energiespar- und Datenspeichersystemen wie Cloud Computing Schritt halte.   

Deswegen fordert der VDE, dass der Anteil der Unternehmen an den Fördermitteln der europäischen Forschungsrahmenprogramme (FRP) massiv steigt. Um die Balance zwischen der Grundlagen- und angewandter Forschung auf der einen Seite und der Wirtschaft als Zugpferd für Innovation auf der anderen Seite herzustellen, ist aus VDE-Sicht eine höhere Beteiligung der Wirtschaft als bisher am Gesamtbudget anzustreben.    

Schließlich gehe es bei dem Ausbau der IKT-Infrastruktur nicht nur darum, die Datenautobahnen in Stand zu halten oder bedarfsgerecht zu erweitern. Vielmehr gelte es, die Energie-, Informations- und Logistik-Probleme einer älter werdenden und wohlhabenden Gesellschaft zu lösen, die Zukunftsfähigkeit des Standorts mit Weitblick zu sichern und angesichts der abflauenden Wirtschaftsdynamik und der andauernden Finanzkrise kräftige industriepolitische Impulse zu setzen.

Noch ist das deutsche Stromnetz mit einer durchschnittlichen Ausfallzeit von 16,2 Minuten pro Stromkunden (2011) eines der zuverlässigsten in Europa... 


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