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21.03.13 11:27 Alter: 9 Jahre
Kategorie: Produkt-News, SOHO, KMU, Heim-Anwender, Digital Lifestyle, Display, Top-News
Von: Arno Kral

Test Aiptek MobileCinema i50S: Batteriegestützter iPhone-Beamer

Mit dem MobileCinema i50S bietet Aiptek einen Mini-Beamer mit integriertem Zusatz-Akku für das iPhone 4/4S für's mobile Präsentieren unterwegs an. tng wollte sehen, was das fast 250 Euro teure Teil taugt...


Aiptek MobildeCinema i50S mit eingestecktem iPhone 4. Links wölbt sich das Rändelrat zum Scharfstellen der Projektion aus dem Gehäuse...

Aiptek MobildeCinema i50S mit eingestecktem iPhone 4. Links wölbt sich das Rändelrat zum Scharfstellen der Projektion aus dem Gehäuse...

...auf der gegenüberliegenden Seite finden sich die Mikro-USB-Ladebucse, der Ein-Aus-Schalter und die lange Taste zum Umschalten  zwischen Video-, Foto- und  Öko-Modus.

...auf der gegenüberliegenden Seite finden sich die Mikro-USB-Ladebucse, der Ein-Aus-Schalter und die lange Taste zum Umschalten zwischen Video-, Foto- und Öko-Modus.

Welcher iPhone4/4S-User kennte nicht das Problem, die schönen Fotos und Videos, die auf dem iPhone gespeichert sind, einem größeren Auditorium präsentieren zu wollen – sei es beruflich oder privat. Da klang die Produkt-Meldung von Aiptek, dieses Problem mit einem einen Mini-Beamer zu lösen, schon verlockend: "...der kompakte Projektor nimmt zum einen das iPhone 4/4S wie eine zusätzliche Schutzhülle und zweite Haut auf. Auf der anderen Seite verfügt das 'MobileCinema i50' über 40 Lumen Helligkeit - deutlich mehr als vergleichbare Produkte im Markt. Dabei projiziert es alle Medien-Inhalte mit bis zu 150 Zentimetern Bilddiagonale. Drittens kann der integrierte Akku des "MobileCinema i50" auch zum Laden des iPhones genutzt werden." So weit der Text der Pressemitteilung. Also Gerät bestellen und ausprobieren, lautete die Devise. Geliefert wird die Beamer-Akku-Schutzhüllen-Kombination in iPhone-ähnlicher Umverpackung, die außer dem Gerät selbst eine Mini-Bedienungsanleitung (auch in Deutsch), ein Mikro-USB-zu-USB-Kabel sowie eine bräunliche Schutzhülle aus Fleeze enthält. Das USB-Kabel dient zum Laden des in den Boden des Mini-Beamers integrierten Lithium-Polymer-Akkus, der laut Hersteller mit 1850 Milliamperestunden (mAh) eine höhere eine Kapazität aufweist, als der Akku des iPhone selbst (1420 mAh). Man kann das Kabel jedoch nicht zur Datenübertragung etwa an einen PC oder Mac nutzen, wenn das iPhone im Beamer steckt. Drei gleißend weiße LEDs am Geräteboden informieren über den Ladevorgang und -zustand.

In der Tat ist das Gerät schnell einsatzbereit: Das iPhone 4/4S wird einfach in den i50S eingeschoben und auf dessen integrierten 30-Pin-Connector fixiert. Das Transportgewicht vergrößert sich dadurch allerdings auf gut ein halbes Pfund (260 Gramm). Nach dem Einschieben offenbart sich der erste Kritikpunkt – er ist mechanischer Art. Denn der Mini-Beamer schützt nur das untere Ende des iPhones; oben steht es einen ganzen Millimeter hervor, und die beiden oberen "Ecken" des bekanntermaßen empfindlichen Displays stehen ungeschützt in Freie. (Glauben die Entwickler wirklich, dass sich iPhone-Stürze nur ordentlich auf dessen unteres Ende beschränken?). Punkt 1 "nimmt das iPhone wie eine zusätzliche Schutzhülle und zweite Haut auf", wäre damit, zumindest was den suggerierten Schutz anbelangt, widerlegt. 

Auspacken, Einschalten -- geht nicht
Also weiter zu Punkt 2: Wer nach dem Einschieben in den Aitpek-Beamer-Dock und Einschalten des i50S erwartet, den Inhalt des Retina-Displays aus der Optik hervorbrechen zu sehen, wird enttäuscht. Die Linse bleibt dunkel, so beherzt man den Einschaltknopf auch drücken mag. Ein Blick ins Mini-Manual klärt den Sachverhalt auf: Das Gerät kann ausschließlich Fotos und Videos wiedergeben, nicht aber etwa den Kalender oder E-Mails an die Wand projizieren. Ferner greift der Mini-Projektor ausschließlich auf die Bilder und Video zu, die mit der Apple-eignen Camera-App aufgenommen wurden respektive im entsprechenden Ordner auf dem iPhone abgelegt sind. Allerdings lasse sich keineswegs Fotos einzeln wiedergeben, sondern ausschließlich als Dia-Show.

Deutlich weiter hilft da die (nur für über 17-Jährige) kostenlos herunterladbare App "Aiptek Viewer", denn sie erweitert die Beamer-Funktion von der Dia-Wiedergabe des iPhone-Foto-Verzeichnisses um die Wiedergabe von Youtube-Videos, einen Browser (Google), die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Weibo (chinesisch) und Google Maps (sofern als iPhone-App installiert).

Hinzu kommt die wirklich coole Live-Projektion dessen, was die Front-Kamera des iPhone "sieht", etwa um Papiervorlagen oder an die Wand zu werfen. So lässt sich das Doppelpack in der Art eines Overhead-Projektors einsetzen. Das erfordert allerdings ein ruhiges Händchen, denn der i50S bietet mit seinen abgerundeten Kanten und Flächen wenig Halt, wenn man versucht, ihn auf einem Aktenstapel oder anderen Unterlagen platzieren. (Da sollte Aiptek eine Stand-Vorrichtung als Zubehör anbieten). Die Live-Projektion erfolgt zwar keineswegs mit voller Bildrate (25/30 fps) – was an der für die zweifache Videoverarbeitung zu geringen Rechenleistung des iPhone 4 mit nur einem CPU-Kern liegen mag – dennoch ist der Effekt verblüffend gut. Sogar das Kamera-Licht lässt sich aus der Live-Projection-App ein- und ausschalten, und auslösen kann der Anwender ebenfalls. Das Beste: ein Tippen auf das Retina-Display blendet einen Schieberegler für den Kamera-Zoom ein, was das iPhone-4/i50-Paket zu einem überaus brauchbaren Veranschaulichungs-Gerät macht; allerdings gibt es Nachbesserungsbedarf in dieser App, denn wenn der Schieberegler direkt berührt wird, schaltet der Beamer auf Rot und bringt das Bild erst wieder auf die Wand, wenn einer der "-"-oder"+"-Buttons berührt wird. 

Bild- und Video-Qualität
Das iPhone4/4S-Zubehör Aiptek Mobile Cinema i50S ist mit DLP-Technik von Texas Instruments ausgestattet, bei der ein Chip mit vielen kleinen Kippspiegeln die zu projizierenden Bildpunkte ein- und ausschaltet – und das in den Farben Rot, Grün und Blau. Beim Aiptek-Mini-Projektor ist ein DLP-Chip mit 640 x 480 Pixeln eingebaut – also rund zweieinhalb Mal weniger Auflösung als das iPhone-eigenen Retina-Displays (1136 x 640). D
as Licht stammt von einer weißen Power-LED, deren Lebensdauer Aiptek mit 20.000 Stunden angibt. Trotz der geringen Auflösung erscheinen Bilder und Videos einigermaßen scharf, jedenfalls scharf genug, um in der Projektion die 12-Punkt-Schrift einer komplett dargestellten DIN-A4-Seite noch lesbar zu sein. Allerdings lässt sich die Projektion leider nicht drehen: Was auf dem iPhone im Hochformat erscheint, kommt ver-quert aus dem Beamer. Für Youtube-Videos, insbesondere für Zeichentrickfilme, reichen Auflösung und Kontrast (1:1000) allemal, ebenso für Videos und Fotos. Schwieriger wird es, das Kleingedruckte etwa in Google Maps zu entziffern.

Die Lichtstärke gibt Aiptek mit 35 Lumen an. Bierdeckelgroß projiziert, gibt das ein schönes, helles Bild in leuchtenden Farben selbst in einem tageslichterleuchteten Büro. Aiptek aber gibt im Handbüchlein als Einsatzbereich Bildschirmdiagonalen von 152 bis 1524 Zentimetern Bildschirmdiagonale, also rund eineinhalb bis fünfzehn Meter an – bei aller Liebe: Wer im Extremfall 232 Quadratmeter mit 35 Lumen beleuchten will, muss dafür sorgen, dass es rund herum wirklich stockfinster ist, soll überhaupt noch etwas zu erkennen sein…

Zum Akku
Der interne Akku benötigt beim ersten Laden etwa fünf Stunden, bis er voll geladen scheint, was die drei LEDs auf der Unterseite durch helles Leuchten signalisieren. Wenn alle drei leuchten, sind es zwischen 80 und 100 Prozent. Der i50S-Akku kann zudem den internen Akku des iPhone wieder mit Energie versorgen. Dazu dient eine kleine, nur mit spitzen Fingern zu bedienende Taste neben den Lade-LEDs, die den Energietransfer vom Beamer- zum Handy-Akku startet oder stoppt. Bleibt der Beamer aus, verdoppelt sich so die Nutzungsdauer des iPhone nahezu. Ist der Beamer an, wandelt er die Akku-Ladung in nicht einmal zwei Stunden in strukturiertes Licht und vor allem in Wärme um – rund 40 Grad Celsius kommen da zustande. Die drei Stunden Projektions-Zeit, die Aiptek angibt, kommen nicht zustande, selbst wenn das Gerät in den ECO-Modus (= geringere Lichtleistung der Projektions-LED) geschaltet wird: Bei uns war nach eineinhalb Stunden "Spielen" Schluss. Immerhin lässt sich, sollte das vorzeitige Aus während eines Vortrages eintreten, nach Anstecken des Ladekabels (und einigem Fummeln, bis der Beamer wieder Licht gibt), selbst mit leerem Akku weiter-leuchten.

Fazit
"Schwacher Lichtblick", betitelte die Technology Review ihren Kurztest Aiptek MobileCinema i50S. Wir halten den iPhone-Beamer indes für ein apartes Zubehör für die iPhone-Modelle 4 und 4S und bleibt, wenn vorgeführt, nicht ohne Wirkung auf das Publikum. Allerdings fehlt es dem Gerät an Liebe zum Detail: Das Rändelrad zum Scharfstellen ist nur mühevoll zu bedienen, die Tasten sind schwergängig und ohne klaren Druckpunkt, das Manual ist zu knapp gehalten, die mechanische Schutzfunktion für das iPhone beschränkt sich auf dessen untere Hälfte, eine Möglichkeit, das rund ein halbes Pfund schwere iPhone-Beamer-Doppelpack etwa auf einem Stativ-Kopf beispielsweise per UNC-Gewinde zu befestigen, fehlt, wie auch ein Hinweis auf die App "Aiptek Viewer", ohne die dieses ansonsten beeindruckenden Gadget an Sinnhaftigkeit fehlt. Diese App aber hat es in sich. Endlich lässt sich eine Landkarte so groß darstellen, dass man sie gemeinsam ansehen kann, ohne sich die Augen zu verrenken, wie auch mit Fotos, und (Youtube-) Videos zusammen abfeiern. Das Coolste aber ist die Live-Projection, die dem Smartphone eine neue Sharing-Dimension eröffnet. Da kann man darüber hinweg sehen, dass es an der Kommunikation zwischen iPhone und MobileCinema i50 noch zu feilen gilt: Schaltet sich das Handy in den Schlafmodus, ist der Beamer erst dann wieder zum Laufen zu bewegen, wenn das iPhone einmal mechanisch aus dem MobileCinema i50 herausgezogen und dann wieder hineingesteckt wird...

Der Listenpreis von knapp 250€ (inkl. MwSt.) bleibt happig, sonst würde der Autor den MobileCinema i50 trotz seiner kleiner Macken am liebsten kaufen – spätestens, dann wenn es eine HD-fähige Variante gibt, deren Projektionwinkel um 90 Grad rotierbar ist.


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