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24.05.13 13:21 Alter: 7 Jahre
Kategorie: Top-News, Kooperationen, Standards, Sicherheit, Berechtigungs-Management, Cloud Computing, Internetdienste
Von: Arno Kral

IEEE-SA engagiert sich in der Open-Stand-Initiative

Während der European Identity- und Cloud Conference (EIC) 2013 interviewte Tom's Networking Frau Noelle Humenick, Senior Manager der Professional Services Standards Association am IEEE zur Open-Stand- und Kantara-Initiative.


Noelle Humenick, Senior Manager Professional Services Standards Association am IEEE

Noelle Humenick, Senior Manager Professional Services Standards Association am IEEE

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München - Das US-Amerikanische Institut for Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) zählt zu den einflussreichsten Mitglieder-Organisationen in der Welt und spielt inbesondere im Bereich Netzwerke eine ähnlich gewichtige Rolle wie die Deutsche Industrie-Norm (DIN) im Anlagen- und Gerätebau. Wer sich mit der Entwicklung von Netzwerk-Komponenten befasst, wird mit Abkürzungen wie IEEE802.3 (Ethernet), IEEE802.11 (WLAN) oder IEEE1901 (PLC) vertraut sein, aber auch Händler und Käufer, die sicher stellen wollen, dass die Geräte, die sie anbieten oder kaufen, zueinander kompatibel sind. Zu diesem Zweck setzt das IEEE Arbeitsgruppen ein, die bereits im Vorfeld einer neuen technischen Entwicklung Eckdaten festlegen und zur Abstimmung bringen: Erst wenn die Mehrheit der Mitglieder in einer IEEE-Arbeitsgruppe einem Entwurf (Proposal) zustimmt, wird er als Standard als endgültig verabschiedet und publiziert. Doch während das IEEE die Verabschiedung eines Standard veröffentlicht, macht es die Details nur den Beitragszahlern zugänglich.

Dem Gemeinschaftsgedanken folgend, hat sich die Standardisierungs-Assoziation IEEE-SA einer Initiative angeschlossen, die Standardisierungs-Prozesse vereinfachen, verbilligen und beschleunigen will: Open Stand

"Open Stand ist eine weltweite Gemeinschaft, die bei der Unterstützung des modernen Standardisierungs-Paradigmas zusammensteht – einer offenen, kollektiven Bewegung, welche die Art und Weise, wie Menschen in aller Welt Technologien zum Nutzen der Menschheit entwickeln, einsetzen und sich zueigen machen, radikal verbessern will."

Ein hehres Ansinnen fürwahr, werden doch die Standard-Bodies in der Regel durchaus von kommerziellen Interessen getrieben, weshalb sie Mitgliederbeiträge und Gebühren auf Downloads von Standard-Unterlagen erheben

Zu den Standardisierungs-Organisationen, welche die Open-Stand-Initiative unterstützen, zählen alle Organisationen, die im Bereich Netzwerke und Internet etwas zu sagen haben:

  • das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE)
  • die Internet Engineering Task Force (IETF)
  • die Internet Society
  • das World Wide Web Consortium (W3C) und
  • das Internet Architecture Board (IAB)

Als eines der ersten Beispiele für eine Open-Stand-Initiative war der Kantara-Workshop, der Start-Tag der European Indentity & Cloud Conference (EIC), die vom 14. bis 17. Mai 2013 in Unterschleißheim bei München stattfand. Ziel:"The vision of the Kantara Initiative is to ensure secure, identity-based, online interactions while preventing misuse of personal information so that networks will become privacy protecting and more natively trustworthy environments", also das Verknüpfen und Harmonisieren der Identity-Community mit Aktionen, die dabei helfen sollen, sichere, identitäts-basierende Online-Interaktionen sicher zu stellen und dabei den Missbrauch personenbezogener Daten zu verhindern, damit Netzwerke die Privatsphäre schützen dun grundsätzlich zu sicheren Umgebungen werden. Einen ganzen Vormittag lang arbeiteten sich die Experten der beteiligen Organisationen, trotz massiver Beteiligung von US-amerikanischen Vertretern, durchaus an dem Ziel ab, ein einfach verständliches Anmeldeformular für jede Art von personenbezogenen Internet-Aktionen (Anmeldung an einer Web-Seite, einem Internet-Shop oder einem Internet-Bezahldienst) zu erstellen.

tng-Interview mit Noelle Humenick, Senior Manager, Professional Services Standards Association am IEEE:

tng: Sehr geehrte Frau Humenick. Was versteht man unter Open Stand?
Noelle Humenick: Das ist der Versuch, das Bewusstsein für einen Paradigmen-Wechsel bei der Entwicklung von Standards zu schärfen um marktgetriebenen Standards eine Plattform zu geben. Das IEEE folgt der Art, in der das Internet geschaffen wurde, nämlich einerseits durch Personen (Individuals), andererseits durch Firmen (Companies): in den Prozessen sind alle gleich[gestellt].

tng: Wer trägt zu Open Stand bei?
Noelle Humenick: Dem Open Stand Paradigma folgen derzeit die fünf Organisationen IEEE, IETF, IAB, W3C und ISOC, sowie die Internet Society und mehr als 20.000 Personen. Es setzt auf Kooperation, also die respektvolle Kooperation der Standardisierungs-Gremien, in der alle die Unabhängigkeit, die Integrität, die Verfahrensweisen und das geistige Eigentum wechselseitig respektieren, auf Prinzipientreue, also Ordentliche Verfahren, in denen Entscheidungen unter den Beteiligten mit Gleichheit und Fairness gefällt werden, ohne dass eine der Parteien den Standardisierungs-Prozess dominiert oder führt, von einer breiten Mehrheit getragenem Konsens, Transparenz, Ausgewogenheit und Offenheit, auf kollektive Bevollmächtigung, auf Verfügbarkeit für alle und auf Freiwilligkeit bei der Übernahme (die Einführung von Standards erfolgt freiwillig, über den Erfolg entscheidet der Markt).

tng: Wie viele Firmen respektive Personen sind an Open Stand beteiligt?
Noelle Humenick: Bei Open Stand handelt es sich um eine virtuelle Organisation, die als Referenz für Organisationen dient, welche sich engagieren wollen.

tng: Über welches Budget verfügt Open Stand?
Noelle Humenick:  Open Stand selbst hat gar kein Budget, sondern arbeitet mit Ressourcen, die die beteiligten Organisationen bereit gestellt werden.

tng: Können Regierungen auf Open Stand direkt Einfluss nehmen und ist das, was Open Stand tut, beispielsweise dem Home Patriot Act, genauer dem USA Patriot Act unterworfen?
Noelle Humenick: Nein. Noch beteiligt sich keine Regierung an Open Stand. Die Regierungen sind jedoch eingeladen, zu Open Stand beizutragen und ihre Angelegenheiten einzubringen.

tng: Welche bereits existierenden Standards werden in Open Stand überführt? Und: Bedeutet Open Stand den freien Zugang zu Standards für Alle? Wie verfährt Open Stand mit geistigem Eigentum?
Noelle Humenick: IEEE ist eine Mitglieder-Organisation zur Förderung von Technologien. IEEE arbeitet daran, sein Geschäftsmodell weiter zu entwickeln, um ein System offener Standards zu unterstützen und vermehrt Wissensmanagement anzubieten. 

tng: Welche Arbeitssprache hat Open Stand, gibt es im Sinne von Offenheit Übersetzungsdienste in andere Sprachen und wenn ja, in welche?
Noelle Humenick: Die Arbeitssprache ist Englisch. Es gibt Pläne, die Prinzipien in andere Sprachen zu übersetzen. 

tng: Wie kann ein Interessent auf Open Stand zugreifen oder zu Open Stand beitragen? 
Noelle Humenick: Jeder kann Open Stand befürworten. Wenn der Wunsch nach einem weitergehenden Engagement besteht, sollte sich der Interessent / die Interessentin an eine der fünf  beteiligten Standardisierungs-Organisationen wenden.

tng: Welchen Beitrag leistet die Kantara-Initiative zu Open Stand?
Noelle Humenick: Die Kantara-Initiative ist ein Vertragspartner (signatory endorser) von Open Stand.

tng: Sehr geehrte Frau Humenick, wir danken für das Gespräch.


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