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24.07.13 12:23 Alter: 7 Jahre
Kategorie: Kommentar, Sonstiges
Von: Daryl Miller

M2M: Der Mensch bleibt Mittelpunkt

Wie Machine-to-Machine-Kommunikation den Alltag verbessern kann.


Lantronix Logo

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Mini-Geräte-Server von Lantronix im Größenvergleich mit einer SD-Karte

Mini-Geräte-Server von Lantronix im Größenvergleich mit einer SD-Karte

Daryl Miller, Vice President of Engineering, Lantronix

Daryl Miller, Vice President of Engineering, Lantronix

München – Der Gedanke, dass Maschinen zu Maschinen reden, lässt in manchen Menschen Sorgen vor einem kommenden Maschinen-Zeitalter aufkommen. Tatsächlich ist "Machine-to-Machine-Kommunikation" (M2M) kein Science-Fiction, sondern Realität. Und der Mensch bleibt dabei keineswegs außen vor. Im Gegenteil: M2M rückt immer näher an die Anwender heran, um ihr Leben zu verbessern.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Erstens sind Netzwerke mittlerweile omnipräsent: WLAN wird großflächig in Großstädten installiert und 3G, gefolgt von noch schnellerer LTE-Technik, dringt sogar in ländliche Regionen vor. Zweitens sind Sensoren für die unterschiedlichsten Messungen mittlerweile Standard-Komponenten, so dass Geräte solche Faktoren wie Standort, Geschwindigkeit, Lichtverhältnisse oder die Temperatur und vieles anderes problemlos erfassen können. Drittens wird die Größe und der Preis von Kommunikations-Komponenten wie NFC (Near Field Communication) und Geräte-Servern immer geringer.

NFC ist ein Standard zum kontaktlosen Austausch von Daten über maximal zehn Zentimeter. Ein Geräteserver (englisch Device Server) ist ein Mini-Computer, der Sensoren und Geräte in ein Computer-Netzwerk einbindet oder mit dem Internet verbinden kann – über Kabel, WLAN oder 3G. In manchen Geräten steckt er in Form einer Leiterplatte in der Größe einer Streichholz-Schachtel, der M2M-Spezialist Lantronix hat sogar einen Geräteserver im Portfolio, der so klein wie eine Zwei-Euro-Münze ist.

All dies bietet eine Grundlage für allgegenwärtige M2M-Kommunikation. Die Nutzung der  professionellen M2M-Technologien schreitet in Bereichen wie Verkehr, Sicherheit, Versorgung, Logistik, Gesundheit, Gebäudeautomation und Maschinensteuerung schnell voran. Laut IDC sollen im übernächsten Jahr 15 Milliarden smarte Geräte über das Internet vernetzt sein – also weit mehr als Menschen. Es ist bereits zu beobachten, dass sich das sogenannte "Internet der Dinge" auch in immer mehr Anwendungen für Privatanwender niederschlägt.

Im Zentrum vieler dieser Anwendungen steht das Smartphone. Es ist eine "Maschine", deren mobile Datenservices viele M2M-Anwendungen ermöglicht, die dem Anwender das Leben angenehmer machen. Im "Smart Home" steuern Privatanwender ihre Hifi-Anlage mit dem Smartphone, programmieren Heizungen oder steuern elektrische Rollläden. Es gibt bereits WLAN-fähige Waschmaschinen, die sich über eine Smartphone-App steuern lassen.

Ausweiten dürfte sich in den kommenden Jahren aber vor allem das schnelle Zahlen per Smartphone. An vorderster Front steht hier das E-Ticketing im Personenverkehr. Aktuell können Bahnfahrer auf ausgewählten Verbindungen Tickets per Touch&Travel buchen. In Berlin, Potsdam sowie im Rhein-Main-Gebiet können Passagiere auf diese Weise alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Wer ein NFC-fähige Smartphone besitzt, muss es nur kurz an einen Kontaktpunkt an der Haltestelle halten, um die Fahrkarte zu erwerben. An der Zielhaltestelle meldet man sich auf die gleiche Weise wieder ab.

Das Auto ist eine weitere "Maschine", die zusätzlichen Komfort bieten kann, wenn sie mit anderen Systemen kommuniziert. Flottenmanagement gehört zu den gängigsten M2M-Anwendungen in Unternehmen. Taxi- oder Logistik-Unternehmen haben damit den unschätzbaren Vorteil, zu überblicken, wo jedes Fahrzeug der Flotte sich gerade befindet. Ein Nutzen dieser M2M-Technologie kennt bereits heute jeder aus dem Personennahverkehr: Die Anzeige der verbleibenden Wartezeit an Bus- oder Straßenbahnhaltestellen. Dies ist nur möglich, weil in die Busse eingebaute M2M-Komponentem ständig Auskunft über ihre Position geben.

In privaten PKWs sorgen "In-Car Services" durch das Zusammenspiel von Online-Diensten, Fahrerassistenzsystemen, Sensoren und Integrationslösungen für Smartphones für mehr Komfort, Infotainment und Sicherheit. Beispiele dafür sind BMW Connected Car, Audi connect und Comand Online von Daimler. Sie helfen zum Beispiel bei der Suche nach einem freien Parkplatz oder nach der nächsten geöffneten Apotheke. Echtzeit-Verkehrsinformationen, zum Teil auf der Basis anonymisierter Daten anderer Fahrzeuge, sorgen dafür, dass das Navigationssystem seine Routenplanung kurzfristig der aktuellen Verkehrslage anpasst.

In Zukunft sollen Fahrzeuge anhand des Handys den Fahrer erkennen und  Fahrzeug-Features, wie individuelle Spiegelpositionen oder den Lieblingsradiosender automatisch einstellen. Hyundai experimentiert damit, das Mobiltelefon als Schlüssel zu verwenden.

Das Auto als Beispiel illustriert auch, wie M2M in vielen Bereichen für besseren Service und Support sorgt. Im Maschinenbau ist es bereits üblich, dass Servicepersonal per Ferndiagnose sich ein genaues Bild von Fehlfunktionen schaffen kann. So wird M2M auch den Pannenservice vereinfachen. Wenn das Auto anhand von Sensoren selbsttätig eine standardisierte Diagnose an die nächstgelegene Werkstatt sendet, kann diese gleich den entsprechenden Spezialisten schicken und darauf achten, dass er die richtigen Ersatzteile und Werkzeuge dabei hat.

Den  endgültigen Durchbruch für M2M im Auto wird die für das Jahr 2015 vorgesehene EU-weite Einführung von E-Call darstellen. Ab dann muss jeder Neuwagen über ein System verfügen, das einen Unfall mittels Sensoren feststellt und automatisch erstens ein Datenpaket mit den wichtigsten Informationen an die Notrufstelle sendet. Dazu gehören Positionsdaten, Unfalldaten und Fahrzeuginformationen, die bei der Bergung unterstützen. Darüber hinaus baut E-Call einen Sprachkanal auf, um die Verständigung zwischen Insassen und Notruf-Helfern zu ermöglichen. Diese Sicherheitsfunktion ist in den heute verfügbaren In-Car Services meist schon enthalten.

Höhere Sicherheit bieten M2M-Technologien auch in der Altenpflege. Ältere Menschen, die sonst auf ständige Beobachtung im Pflegeheim angewiesen wären, können zu Hause wohnen bleiben, weil sie über einen Notfallknopf, den Sie am Körper tragen, jederzeit Hilfe rufen können und damit zugleich ihren Standort bekannt geben. Kindern ermöglichen ähnliche Systeme, im Ernstfall Hilfe von ihren Eltern per E-Mail, SMS und Sprachanruf anzufordern. Eltern können damit auch eine Benachrichtigung konfigurieren, wenn sich ihr Kind aus festgelegten Zonen herausbewegt.

Auch Selbstbedienungskassen und Informations-Terminals in Geschäften zeigen, wie M2M Lebensbereiche des Alltags verbessern kann. Kunden stehen ohne Wartezeit ungeahnte Mengen an Informationen und Kaufoptionen zur Verfügung, so zum Beispiel, wie viele Einheiten eines Produkts auf Lager oder in einer bestimmten Frist lieferbar sind.

Die Möglichkeiten von M2M sind unbegrenzt. Alle Technologien für M2M-Anwendungen in den verschiedensten Lebensbereichen stehen zur Verfügung. Zahlreiche innovative Unternehmen befassen sich intensiv damit, daraus Gesamtprodukte zusammenzustellen, die das Leben des Einzelnen verbessern. Besonders im Bereich Automobil, Sicherheit und Gesundheitswesen sind die Technologien beim Konsumenten angekommen. Andere Bereiche werden folgen.


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