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07.05.14 15:11 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Unternehmens-News, Heim-Anwender, Errichter, Administratoren, Gamer, KMU, SOHO, Internetdienste, Verschlüsselung, Hacking
Von: Maurice Hempel

F-Secure auf der re:publica: Das Manifest der digitalen Freiheit

Mikko Hyppönen und David Hasselhoff plädieren für die digitale Freiheit im Internet und geben den Startschuss für ein Croudsourcing-Manifest.


F-Secure Logo

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München – Wie ist es um die Privatsphäre in der digitalen Welt bestellt? Mikko Hyppönen, Chef von F-Secure, ist der Überzeugung, dass sie in ständiger Bedrohung ist. Der finnische IT-Sicherheits-Experte nutzte gemeinsam mit dem Schauspieler David Hasselhoff, der selbst bereits Opfer von Datendiebstahl wurde und Botschafter für F-Secure Freedom ist, die diesjährige re:publica als Plattform, um die Aufmerksamkeit auf die Kampagne zur Wahrung der digitalen Freiheit zu lenken. Gemeinsam gaben sie den Startschuss für das Croudsourcing-Manifest zur digitalen Freiheit unter Schirmherrschaft der finnischen IT-Sicherheits-Firma F-Secure.

Ganz im Sinne des Crwodsourcing-Gedankens, ist das Manifest zur digitalen Freiheit für jeden zugänglich, der sich daran beteiligen will. Ziel der Initiative ist es, ein allgemeines Statement zu verfassen, um damit die digitale Freiheit in der Welt voranzutreiben. Dass die Einschränkung der digitalen Freiheit eine Tatsache ist, haben nicht zuletzt die Snowden-Enthüllungen aus dem vergangen Jahr bewiesen. Nun gilt es laut Hyppönen und Hasselhoff, das Bewusstsein für Privatsphäre im Internet innerhalb der Gesellschaft zu fördern. Hierfür will die Kampagne weitere datenschutzbewusste Firmen und Organisationen als Partner gewinnen.

Das Manifest widmet sich folgenden vier Aspekten der digitalen Freiheit: 

    1. Freiheit gegenüber Massenüberwachung
      Die beiden großen Innovationen unserer Zeit, das Mobiltelefon und das Internet, sind zu Überwachungs-Instrumenten gemacht worden, die gegen die Bürger verwendet werden. Das Problem mit Programmen wie PRISM ist, dass sie nicht nur Menschen, die eines Verbrechens verdächtigt werden, überwachen, sondern auch zum Ausspionieren von nachweislich unschuldigen Menschen dienen.
    2. Freiheit gegenüber digitaler Verfolgung
      Die meisten von uns denken sich, ihre Daten sind uninteressant und deshalb sicher. Doch das kann sich im Laufe der Zeit ändern. Was passiert, wenn einige Aspekte ihrer Online-Aktivitäten in der Zukunft gegen sie verwendet oder anderweitig missbraucht werden? Kein gesetzestreuer Bürger sollte mit dieser Angst leben müssen. Es ist deshalb wichtig und richtig, Daten intelligent zu sichern und zu schützen, statt sie im Krisenfall spontan zu löschen oder zu ändern. Und die Risiken beschränken sich nicht nur auf gesetzliche Verfolgung. Existieren die Methoden zur digitalen Ausspähung, ist es damit illegalen Kreisen genauso möglich, diese Daten zu nutzen.
    3. Freiheit gegenüber digitaler Kolonialisierung
      Technologien verändern grundlegend die Welt – und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Aber nur weil etwas technisch möglich ist, bedeutet es nicht, dass die Bürger es schweigend akzeptieren müssen. Technische Machbarkeit darf kein Freibrief für die Anwendung sein.
    4. Freiheit für digitalen Zugriff und Bewegung im Netz sowie Meinungsfreiheit
      Was Bürger in privatem Rahmen sagen und schreiben, soll nicht für eine staatliche Organisation zugänglich sein. Die Menschen sollen für die Freiheit des Zugangs zu Plattformen sowie die Bewegungs- und Meinungsfreiheit im Netz wie im realen Leben kämpfen.

      Dazu Mikko Hyppönen: "Wir müssen uns mit komplexen Fragen befassen wie bislang keine andere Generation zuvor. Wenn Sie das Internet oder dort verfügbare Dienstleistungen nutzen, werden Sie von Regierungsbehörden und Unternehmen verfolgt, die Ihre Daten sammeln. Wie steht es um die digitale Privatsphäre? Welche Rechte sollten wir haben? In welcher Welt wollen wir leben? Das sind die Fragen, denen wir uns stellen wollen und die wir auch beantworten wollen, weshalb wir unser Manifest ins Leben gerufen haben."

      Zum Auftakt der Kampagne am 6. Mai 2014, richtete sich Hyppönen mit klaren Worten an die Netzgemeinde. Der Finne erklärte, "dass Privatsphäre im Internet keine Verhandlungssache sei". Er appellierte an die User, die Hoffnung auf die digitale Freiheit nicht aufzugeben, räumte aber ein, dass dies hinsichtlich der Übermacht der Überwachungs-Mechanismen durchaus verständlich sei. Dennoch sei jeder Einzelne angehalten, sich gegen die Überwachungs-Methoden zu wehren. Sicherheits-Vorkehrungen wie Anonymisierungs- und Verschlüsselungs-Techniken seien wichtig und sinnvoll, doch könnten das Kernproblem der Spionage-Bedrohung nicht lösen. Es müsse sich ein politischer Wandel vollziehen. Die Netzgemeinde müsse ein klares Nein zur massenhaften Speicherung von Daten aussprechen.

      Bis Ende Juni soll das Manifest jedem Internet-Nutzer die Möglichkeit bieten, seine Gedanken, Sorgen und Meinungen zur digitalen Freiheit mitzuteilen. Das daraus entstehende Dokument ist nach seiner Fertigstellung unter Creative-Commons-Lizenz im Netz zu finden und soll führenden Politikern wie Barack Obama, Vladimir Putin und Angela Merkel vorgelegt werden.


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