tom's networking guide
 
Anzeige
Bitdefender: Neue Betrugsmasche auf Twitter entdeckt >
< Eset: Sicherheits-Tipps gegen mobile Schutzgeld-Trojaner
05.06.14 09:47 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Produkt-News, Unternehmens-News, Errichter, Heim-Anwender, Digital Lifestyle, Fernbedienung, Homenetworking, PLC, Hausautomation, Z-Wave
Von: Arno Kral

Devolo steigt mit Home Control ins Smarthome-Geschäft ein

Zur IFA 2014 will der Heimvernetzungs-Spezialist unter der Marke "Home Control" mit einer eigenen Hausautomations-Funk-Lösung auf Basis von Z-Wave reussieren.


Die Devolo Home Control Zentrale ist PLC-Adapter mit Z-Wave-Modul.

Die Devolo Home Control Zentrale ist PLC-Adapter mit Z-Wave-Modul.

Z-Wave-Musterkoffer mit Schaltsteckdose, Fernschalter als Schlüsselanhänger, Tür-/Fenster-Kontakt, Helligkeits- und Infrarot-Sensoren (unten), Heizkörperthermostat (mitte) und Rauchmelder (darüber).

Z-Wave-Musterkoffer mit Schaltsteckdose, Fernschalter als Schlüsselanhänger, Tür-/Fenster-Kontakt, Helligkeits- und Infrarot-Sensoren (unten), Heizkörperthermostat (mitte) und Rauchmelder (darüber).

München/Aachen - Die für ihre Powerline- und WLAN-Produkte zur Heimvernetzung bekannte Firma Devolo präsentiert sich als neuer Player im Bereich Hausautomation / Smarthome. Zur Internationalen Funkausstellung 2014 will die Aachener Firma ihre eigene Hausautomations-Lösung zur Selbstinstallation durch Verbraucher vorstellen: Home Control. Kernstück der elektrischen Heimkontrolle ist der spezielle Powerline-Adapter "Devolo Home Control Zentrale" der als Wallplug in einer Stromsteckdose platziert wird und über einen integrierten Z-Wave-Transponder mit kompatiblen Sensoren respektive Aktoren kommuniziert. (Davon finden sich alleine bei der Z-Wave Europe GmbH mehr als 600 Geräte verschiedener Hersteller respektive Anbieter).

Die weitere Einrichtung und Bedienung dieser Hausautomations-Lösung erfolgt wahlweise über eine iOS- oder Android-App. Zur Ersteinrichtung muss Devolos Home Control Zentrale über ihren Ethernet-Port oder über ein Powerline-Gegenstück mit dem WLAN-Router vernetzt sein, denn "die Intelligenz verlegen wir in die Cloud", erläutert Marketing-Leiter Christoph Rösseler. Nach der Ersteinrichtung sollen sich die Z-Wave-Geräte aber auch ohne Internet-Verbindung steuern lassen."Home Control [kann] sowohl zu Hause per WLAN, als auch aus der Ferne via Internet gesteuert werden. Eine Internetverbindung wird jedoch für die Steuerung nicht vorausgesetzt, auf Wunsch kann Devolo Home Control ausschließlich lokal bedient werden."

So erklärt sich der mit 199 € überraschend niedrige Anschaffungspreis für das Starter-Kit, das ab Oktober 2014 über Mediamarkt, Saturn, den Fachhandel und online vertrieben werden soll. Es umfasst eine Devolo Home Control Zentrale, eine schaltbare Steckdose sowie einen Fenster-Tür-Kontakt. Devolo betrachtet Home Control laut Rösseler also im Wesentlichen als Software-Projekt. Eine intuitiv bedienbare Bedienoberfläche soll dem Anwender helfen, seine Haus-Automations-Komponenten über eine Reihe von "Wenn-dann-Entscheidungen" zu steuern. Mit den Komponenten des Starter-Kits ließe sich dann beispielsweise ein elektrischer Heizlüfter schalten: Wenn der Fenster-Tür-Sensor signalisiert, dass das Fenster geöffnet ist, dann schaltet die schaltbare Steckdose den Strom für den angesteckten Heizlüfter aus – und umgekehrt.

Als treibende Kraft für den Wunsch der Anwender nach Hausautomation hat Devolo in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Energiewende identifiziert. Den von Christoph Rösseler vorgelegten Zahlen zur Folge soll die Umstellung der Heizung von Standard- auf Einzelraum-Regelung ein beträchtliches Einsparpotenzial bieten:

  • 40 Prozent bei Single-Haushalten
  • 22 Prozent bei Senioren-Haushalten und
  • 17 Prozent bei Familien-Haushalten

Dazu muss jedoch jeder Heizkörper mit einem Z-Wave-Heizkörper-Thermostat wie dem "living connect" von Danfoss bestückt sein sowie jede Außenöffnung mit Fenster- respektive Tür-Sensoren. Das geht schnell ins Geld, denn allein ein solcher Z-Wave-kompatibler Heizkörper-Thermostat schlägt bereits mit rund 60 € zu Buche. Immerhin lässt er sich – ganz im Sinne von Devolos Einfachheits-Credo – ohne Fachkenntnisse installieren und direkt am Gerät selbst oder per Funk via Z-Wave-App einstellen. Eines der von der GfK ermittelten Kriterien wäre damit zwar erfüllt (30,8 Prozent der Befragten würden sich für Systeme zur Selbst-Installation entscheiden), ein anderes aber eher weniger (29,8 Prozent entschieden nach dem Preis).

An komplexere Hausautomations-Angelegenheiten, die einen Eingriff in die Hauselektrik erfordern (nur zulässig, wenn von einem Fachmann durchgeführt), traut sich Devolo aber offenbar nicht (selbst) heran. Dazu zählen beispielsweise eine vom Sonnenstand abhängige Rollo-Steuerung, das programmierte Schalten oder Dimmen von Decken- und Wandleuchten (etwa zur Steuerung von Licht-Szenarien abhängig davon ob der Anwender Musik hört, fernsieht, lesen oder schlafen will). Dennoch soll Devolos Home-Control-App all die dafür erforderlichen Sensoren und Aktoren ebenfalls via Z-Wave abfragen und steuern können. Denn "Die Leute wollen keine Bohrmaschine, sondern ein Loch in der Wand", so Rösseler, der diese Metapher übersetzt in "Die Leute wollen eine App von einem Anbieter".

Z-Wave besser respektive preiswerter als andere Funk-Standards
Nach einer Reihe von Evaluierungen hat sich Devolo für Z-Wave als Hausautomations-Funkstandard entschieden. Zwar gibt es konkurrierende drahtlose Lösungen, die aber für Devolo nicht in Frage kommen:

  • Das vor allem in den USA weit verbreitete ZigBee  funke im überfüllten 2,4-GHz-ISM-Band, das jedoch von WLAN, Bluetooth und weiteren Geräten so stark belastet sei, dass keine zuverlässige Funktion zu erwarten sei.
  • DECT (Digitally Enhanced Cordless Telephony), der von drahtlosen Telefonen (nicht Handys) bekannte, schon 1992 eingeführte Funkstandard sei ausgeschieden, weil es zu wenig kompatible Aktoren und Sensoren gebe.
  • EnOcean komme nicht in Frage, weil es ebenfalls zu wenig kompatible Sensoren und Aktoren geben, und weil die wenigen verfügbaren Komponenten schlicht zu teuer seien. Die Energy-Harvesting-Lösung EnOcean würde den charmanten Vorteil bieten, dass der Sensor-Teil etwa eines Lichtschalters ohne Stromversorgung funktioniert: Der Druck auf die Sensor-Schaltfläche erzeugt bereits genügend Energie, um ein Funksignal an einen Aktor (etwa ein Relais) zu senden, der dann den Strom zur Leuchte leitet.

Z-Wave biete hingegen hinreichend Vorteile für einfache und sichere Hausautomations-Lösungen:

  • Die Z-Wave-Funkfrequenz 868,42 MHz sei wenig belastet und erziele eine größere Reichweite als die WLAN-Frequenzbänder um 2,4 respektive 5 GHz.
  • Die 128-Bit-AES-Verschlüsselung der Funkstrecke biete ausreichend Sicherheit gegen Einflussnahme durch Dritte.
  • Das Protokoll arbeitet bidirektional, so dass Sensoren nicht nur Kommandos absetzen können, sondern die Aktoren den Empfang dann auch quittieren können. Auf diese Weise sei die Z-Wave-Zentrale immer über den Zustand ihrer Komponenten im Bild, so dass der Anwender nicht erst am Aufleuchten einer Lampe überprüfen müsse, dass sein Schaltbefehl auch dort angekommen sei.

Fazit
Devolo beschreitet mit dem Z-Wave-basierten Home-Control-System einen interessanten Entwicklungspfad und verlagert die Intelligenz des sonst erforderlichen Z-Wave-Hausautomations-Gateways auf eigene Server in der Cloud und beschränkt sich vor Ort, also im Haushalt, auf eine eher dumme Netzwerk-Komponente, in deren Speicher die einmal getroffene Konfiguration abgelegt ist. Im laufenden Betrieb erfolgt die Bedienung dann über eine iOS- oder Android-App, die auf diese abgelegten Schalt-Schemen zugreift. Ein erneuter Aufbau einer Internet-Verbindung zum Z-Wave-Konfigurator in der Devolo-Cloud ist erst dann erforderlich, wenn neue Z-Wave-Komponenten hinzu kommen, eine ausfällt oder der Anwender das Schalt-Schema ändern will.

Dieser Denkansatz erfordert beim Einrichten des Hausautomations-Systems zwar eine Internet-Verbindung und setzt Devolo immer in Kenntnis, welche Komponenten ein Anwender in Betrieb setzt oder entfernt, erspart ihm jedoch die Anschaffung eines dedizierten Z-Wave-Gateways mit eigener Prozessorleistung – und damit Kosten. Dafür muss sich der Anwender einen weiteren Powerline-Adapter ins Haus holen, der alleine aber weder die Konnektivität zum Internet noch zum Control-Point, als iOS- respektive Android-Smartphone oder Tablet, aufbauen kann, sondern nur mit einem bereits vorhandenen WLAN-fähigen Internet-Access-Device (IAD), kurz: dem WLAN-Router, eine funktionsfähige Gesamtlösung ergibt. (Einem anderen Denkansatz folgend, hätte Devolo auch eine Z-Wave-App entwickeln können, deren Konfigurations-Part auf einem anderen, ständig betriebenen Netzwerk-Gerät, etwa einem NAS, statt auf einem Server in der Cloud, läuft. Immerhin kann der Anwender die Devolo Home Control Zentrale zur Heimvernetzung nutzen: Zum Anschluss eines Netzwerk-Gerätes stellt sie einen RJ-45-Port bereit; die Powerline-Geschwindigkeit erreicht brutto 500 MBit/s. Die ebenfalls vorhandene USB-Buchse ist für den Anwender jedoch nutzlos – sie dient derzeit einzig Devolos Produkt-Entwicklung zum Anschließen alternativer Hausautomations-Funk-Module, sei es für EnOcean, ZigBee oder X10.


Leserkommentar

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*





*
*
Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
News

CeBIT 2018 - ein holpriger Neustartversuch

CeBIT Logo

"Die CEBIT 2018 wird ein Business-Festival für Innovation und Digitalisierung", sagte Oliver Frese...

[mehr]

Trend Micro trauert um Günter Untucht

Günter Untucht (Bild: Trend Micro)

Der europäische Chefjustiziar von Trend Micro, Günter Untucht, ist Ende Januar überraschend...

[mehr]

Corel VideoStudio Ultimate 2018 mit neuen Funktionen verfügbar

Corel Logo (Grafik: Logo)

Erste Wahl für anspruchsvolle Gelegenheitsanwender – diesen Anspruch erfüllt das...

[mehr]

Argus 2 - kabellose Überwachungskamera für Akku- und Solarbetrieb

Die Argus 2 ist für innen und außen geeignet. (Bild: Reolink)

Reolink stellt mit der Argus 2 seine neueste Kamera vor. Die innovative Überwachungskamera...

[mehr]

Meltdown und Spectre: MSI liefert BIOS-Updates für Z370-Mainboard

MSI Logo

Mit den Updates will MSI mögliche SIcherheitslücken im aktuellen Intel-Microcode schließén. Updates...

[mehr]

CES 2018: Acer lässt Gamer-Herzen höher schlagen

Acer Nitro 5 (Bild: Acer)

Ob für Gamer, Kreative oder Business-Nutzer - auf der CES in Las Vegas stellt Acer für jeden etwas...

[mehr]
Anzeige
Anzeige