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01.07.14 12:58 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Unternehmens-News, Kooperation, Heim-Anwender, SOHO, KMU, Authentifizierung, Verschlüsselung
Von: Maurice Hempel

Telekom: Dresden ist De-Mail-City

Als erstes Bundesland akzeptiert Sachsen De-Mail als rechtsverbindliches Kommunikations-Mittel.


Telekom-Zentrale in Bonn

Telekom-Zentrale in Bonn

Dresden/Bonn – Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der Stadt Dresden den Startschuss für das De-Mail-City-Projekt gegeben. Das Pilotprojekt soll Bürgern, Unternehmen und Ämtern eine sichere und verbindliche Kommunikation über De-Mail ermöglichen. Dadurch können Gewerbe-Anmeldungen, Steuer- und Wohnberechtigungs-Scheine und E-Petition von nun an rechtsverbindlich über den elektronischen Postweg erfolgen. Das Projekt sieht vor, nach und nach weitere Anwendungs-Bereiche in das De-Mail-Verfahren zu integrieren.

Über den De-Mail-Dienst sollen Anwender künftig vertrauliche Nachrichten und Dokumente sicher und nachweisbar über das Internet versenden und empfangen können. Die bisher erforderlichen Unterschriften auf Papier fallen bei der Nutzung von De-Mail weg. Sachsen hat als erstes Bundesland aufbauend auf dem E-Goverment-Gesetz vom Juli 2013 einen eigenen Gesetzesentwurf verabschiedet, um unter anderem die Online-Abwicklung von Verwaltungs-Verfahren rechtlich zu legitimieren. Neben dem elektronischen Personalausweis sieht das Gesetz eine durchgängige und verbindliche Kommunikation in Form des De-Mail-Dienstes vor. Damit will die Stadt nach eigenen Angaben den Erwartungen der Bürger und Unternehmen an eine moderne Verwaltung konsequent Rechnung tragen.

An dem Projekt sind neben der Deutschen Telekom und der Stadt Dresden weitere regionale Unternehmen und Gesellschaften beteiligt. Neben drei Rechtsanwalts-Kanzleien (advofaktur Rechtsanwälte, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft, Fritzer Rechtsanwälte) nehmen unter anderem die DSC 1898 Volleyball GmbH, die IPROconsult GmbH, die Bauunion 1905 GmbH und die Dresdner Handwerkerhof Ausbau GmbH an dem Pilot-Projekt teil, genauso wie die goDentis - Gesellschaft für Innovation in der Zahnheilkunde mbH, die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG, die Provenio Unternehmensberatung, sowie die SAKD (Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung) und die DIG (Dresden Informations Gesellschaft).

Darüber hinaus ist die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft KPMG Kooperationspartner. Christian Jänisch, KPMG Bereichsvorstand Tax erklärt dazu: "Der Versand von Steuerbescheiden stellt nur einen der zahlreichen Anwendungsfälle von De-Mail dar. Von dieser Vereinfachung werden nicht nur Behörden, sondern auch Bürger, Unternehmen und steuerliche Berater profitieren. Wir sind daher gern Teil der De-Mail City und unterstützen gemeinsam mit der Telekom das Steuer- und Stadtkassenamt Dresden bei der Einführung von De-Mail als rechtsverbindliches elektronisches Kommunikationsmittel."

Kritik an der Initiative
Bereits als das De-Mail-Gesetz 2011 in Kraft trat, hagelte es von Seiten Datenschützern und IT-Sicherheits-Experten heftige Kritik. Grund dafür war der Streitpunkt über die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die letztlich nicht in das Gesetz aufgenommen wurde. Vor allem der Chaos Computer Club (CCC) hatte in einem Gutachten das De-Mail-Verfahren als sicherheits-technisch unzureichend bewertet und sprach sich stattdessen für das Verfahren der qualifizierten elektronischen Signatur aus. Der damalige Bitkom-Präsident August Wilhelm Scheer hingegen war anderer Meinung: In einem Bitkom-Gutachten vom 7. Februar 2011 wies er die Sicherheits-Bedenken zurück und stellte fest, dass für die meisten Mails eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überdimensioniert wäre und die eingesetzte Transport-Verschlüsselung für den sicheren Datentransfer ausreiche.

Bei dem Transport-Verschlüsselungs-Verfahren wird die De-Mail vom De-Mail-Anbieter vor der Übermittlung an den Empfänger entschlüsselt, um die Inhalte auf Viren und Schadprogramme zu prüfen. In diesem Moment liegt die Mail dem Anbieter in unverschlüsselter Form vor, erst danach wird die De-Mail an den Empfänger übertragen. Jeder De-Mail-Anbieter ist somit in der Lage, den Inhalt der vertraulichen Nachricht respektive der Dokumente zu lesen. Der CCC sieht in diesem Vorgehen eine Verletzung des Briefgeheimnisses und plädiert für andere Verschlüsselungs-Techniken wie OpenPGP. Dabei handelt es sich um einen Verschlüsselungs-Standard der auf dem Public-Key-Verschlüsselungs-Verfahren beruht.


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