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30.07.14 10:44 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Unternehmens-News, Errichter, KMU, Heim-Anwender, Kabel-Netze, Strukturierte Verkabelung, Glasfaser
Von: Maurice Hempel

Breko: Die VDSL-Vectoring-Liste ist eröffnet

Netzbetreiber können sich ab sofort in das von der Deutschen Telekom geführte Verzeichnis eintragen und erhalten dadurch Rechts- und Planungssicherheit für ihre VDSL-Ausbauprojekte.


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Bonn –  Der Kampf um die Kabelverzweiger hat begonnen. Ab dem 30. Juli 2014, können sich Netzbetreiber in die sogenannte Vectoring-Liste eintragen. Das Verzeichnis erfasst alle Netzbetreiber (Telekom und andere), die VDSL-Vectoring an den vorhandenen Kabelverzweigern ausbauen wollen. VDSL-Vectoring - genauer gesagt VDSL2-Vectoring - ist die Erweiterung von VDSL2 (Very High Speed Digital Subscriber Line - vormals als VHDSL abgekürzt) und soll Datenraten von bis zu 100 MBit/s in Empfangsrichtung (Downstream) und 40 MBit/s in Senderichtung (Upstream) im Umkreis von etwa 500 Metern um den Kabelverzweiger ermöglichen.

Bei der Eintragung in die Liste gilt das Windhund-Prinzip: der Netzbetreiber, der den zu erschließenden Kabelverzweiger als Erster in die heute gestartete Liste einträgt, hat diesen für den VDSL-Ausbau reserviert. Falls mehrere Anbieter den gleichen Kabelverzweiger vormerken, hat derjenige den Vorrang, der den früheren Erschließungstermin genannt hat. Das tatsächliche Ausbaudatum darf maximal ein Jahr in der Zukunft (gerechnet vom Zeitpunkt der Eintragung) liegen. Falls der Ausbau in diesem Zeitraum nicht erfolgt, droht dem Netzbetreiber eine Geldstrafe. Zudem behält sich die Bundesnetzagentur (BNetzA) in diesem Fall vor, dem Anbieter ein Jahr lang den Ausbau an dem reservierten Kabelverzweiger, der nicht rechtzeitig mit der VDSL-Technik erschlossen wurde, zu verbieten. Weitere Schadensersatz-Forderungen können zudem entstehen. 

Technisch gesehen hat VDSL-Vectoring den Vorteil, dass sich Störsignale in der Leitung durch eine Gegenstörung beheben lassen. Dafür errechnet das System für jede Kupfer-Doppelader im Kabel den Störeinfluss und erzeugt ein entsprechendes Gegensignal. Das Gegensignal wird neben dem Nachrichten-Signal in die jeweilige Doppelader gesendet, sodass sich die Störgeräusche gegenseitig aufheben. Damit dieser Effekt funktioniert, darf nur ein einziger Anbieter die Technik einsetzen, da ansonsten das Gleichgewicht gestört wäre.

Die Vectoring-Liste wird trotz Bedenken des Breko (Bundesverband Breitband-Kommunikation) durch die Deutsche Telekom geführt. Der Verband befürchtete, dass die Telekom ihre Position als Listenführer missbrauchen könnte. Um dem vorzubeugen, musste die Telekom ihre vorgesehenen Eintragungen bis zum 29. Juli 2014 (ein Tag vor der offiziellen Eröffnung der Liste) bei der Bundes-Netzagentur hinterlegen.

Fragen und Antworten zur Vectoring-Liste
Der Bundesverband Breitband-Kommunikation hat die folgenden Fragen und Antworten zum Start der Vectoring Liste zusammengefasst. 

  • Wie können sich Netzbetreiber in die Liste eintragen lassen?
    Die Eintragungen erfolgt über eine spezielle E-Mail-Adresse, die die Deutsche Telekom hierfür eingerichtet hat. Dabei müssen die Anbieter bestimmte formale Vorgaben einhalten. Unmittelbar nach Eingang der E-Mail erhält der Antragsteller eine "qualifizierte Eingangs-Bestätigung" per E-Mail, die den Inhalt der Ursprungs-E-Mail enthält und somit als Beleg gilt.
  • Welche Kriterien gelten bei der Eintragung in die Vectoring-Liste?
    Zunächst ist der Tag das relevante Kriterium. Bei taggleicher Anmeldung hat der Anbieter den Vorrang, der den früheren beabsichtigten Erschließungs-Termin genannt hat. Dieser darf maximal zwölf Monate in der Zukunft liegen. Sollte es hier zu identischen Angaben kommen, erhält derjenige Betreiber den Zuschlag, der im betroffenen Ortsnetz mehr Kabelverzweiger mit VDSL-Vectoring erschlossen hat, beziehungsweise deren Erschließung geplant hat.
  • Wie erfährt ein Anbieter, ob die Reservierung erfolgreich war?
    Innerhalb von drei Werktagen erhält der Anbieter eine Mitteilung durch die Deutsche Telekom, ob die beantragte Anmeldung in die Vectoring-Liste eingetragen werden konnte. In den ersten Wochen kann die Rückmeldung aufgrund des zu erwartenden Ansturms etwas länger dauern.
  • Was gilt für Kabelverzweiger, die bereits mit "normalem" VDSL erschlossen sind?
    In diesen Fällen gilt grundsätzlich ein Bestandsschutz. Die Telekom hat allerdings die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine nachträgliche Zugangsverweigerung beziehungsweise eine Kündigung auszusprechen. Das passiert, wenn sich im Ortsnetz eine zweite Festnetz-Infrastruktur befindet, an die mindestens 75 Prozent der Gebäude angeschlossen sind, die über den betroffenen Kabelverzweig VDSL beziehen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Telekom im Ortsnetz mehr Kabelverzweiger mit VDSL-Vectroing erschlossen hat, als der betreibende Wettbewerber. 
  • Was passiert nach der Zwangsverweigerung durch die Deutsche Telekom?
    Die Telekom ist dazu verpflichtet, dem Wettbewerber als Alternative einen IP-Bitstrom-Zugang zur Verfügung stellen. Kommt der Anbieter dieser Forderung nicht nach, wird die Eintragung gelöscht und der Anbieter darf zwei Jahre lang keine Ausbauabsicht in dem betreffenden Anschlussbereich anzeigen. Ab Juli 2016 muss der Bitstrom-Zugang zudem Layer-2-fähig sein.
  • Was geschieht, wenn ein Anbieter Kabelverzweiger nicht oder nicht fristgemäß ausbaut?
    Dann wird eine Vertragsstrafe in Höhe von 1.000 Euro (für die Deutschen Telekom) beziehungsweise 375 Euro (für andere Netzbetreiber) pro Kabelverzweiger fällig. Die Bundesnetzagentur kann zudem über Schadenersatz-Ansprüche entscheiden, und dem Unternehmen den Ausbau am Kabelverzweiger für ein Jahr verweigern. Für den Fall, dass ein als fertiggestellt gemeldeter Ausbau zum angegebenen Termin tatsächlich noch nicht realisiert ist, erstreckt sich der Ausbau-Verbot auf zwei Jahre. Zudem wird die Eintragung gelöscht.
  • Was passiert, wenn zwei Unternehmen denselben Kabelverzweiger bereits mit VDSL erschlossen haben?
    Dann darf keines der beiden Unternehmen VDSL-Vectoring einsetzen - es sei denn, die beiden Anbieter schließen eine privatrechtliche Vereinbarung, nach der eines der beiden Unternehmen auf die Nutzung von VDSL verzichtet. Dann kann der andere Anbieter VDSL-Vectoring einsetzt.

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