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10.03.15 13:30 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Administratoren, KMU, SOHO, Internet-Intranet, Mobile Generation, GPS, Navigation, Top-News
Von: Peter Knoll

Masternaut - Telematik-Vortrag bei TELI mit verblüffenden Erkenntnissen

Telematik ist nach wie vor eher ein Geheimtipp für Insider. Die Technik ist längst über die reine Erfassung von Fahrzeugdaten in kleinen schwarzen Kästchen hinaus. Flottenmanagement inklusive Optimierung von Lenkzeiten und Verbesserungen der individuellen Fahrweise und damit des Spritverbrauchs spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Arbeitszeiterfassung und das Einhalten von gesetzlichem Mindestlohn.


Komplexe Zusammenhänge: Patric Hindenberger (rechts) erklärt die vielfältigen Einsatzbereiche der Telematik.  (Bild: Stefan Vogl)

Komplexe Zusammenhänge: Patric Hindenberger (rechts) erklärt die vielfältigen Einsatzbereiche der Telematik. (Bild: Stefan Vogl)

Hochkarätig besetzt: Walther Bernard, Masternaut-Deutschland-Chef (links außen) und Patric Hindenberger (rechts) stellten sich den kritischen Fragen der Technik-Journalisten von TELI. Journalisten-Legende Dietmar Schmidt (Zweiter von links) und Peter Knoll moderierten die Veranstaltung.  (Bild: Stefan Vogl)

Hochkarätig besetzt: Walther Bernard, Masternaut-Deutschland-Chef (links außen) und Patric Hindenberger (rechts) stellten sich den kritischen Fragen der Technik-Journalisten von TELI. Journalisten-Legende Dietmar Schmidt (Zweiter von links) und Peter Knoll moderierten die Veranstaltung. (Bild: Nina Eichinger)

Bohrende Fragen: Im Internationalen PresseClub München entwickelte sich eine spannende Diskussion über die Telematik anlässlich des TELI-Jour-fixe.  (Bild: Stefan Vogl)

Bohrende Fragen: Im Internationalen PresseClub München entwickelte sich eine spannende Diskussion über die Telematik anlässlich des TELI-Jour-fixe. (Bild: Stefan Vogl)

Schneller Schalten: Mit Tachofresh von Masternaut lässt sich der gesetzlich vorgegebene Aufwand zur Dokumentation der Fahrerzeiten erheblich verringern. Das gilt auch für den neuen Mindestlohn. (Bild: Masternaut)

Schneller Schalten: Mit Tachofresh von Masternaut lässt sich der gesetzlich vorgegebene Aufwand zur Dokumentation der Fahrerzeiten erheblich verringern. Das gilt auch für den neuen Mindestlohn. (Bild: Masternaut)

TELI Regionalkreis Süd

TELI Regionalkreis Süd

München – Solide Hintergrundinformationen zur Telematik und einige überraschende Erkenntnisse lieferte der Vortrag "Telematik – auf Nummer Sicher" von Patric Hindenberger. Telematik verknüpft Bereiche der Telekommunikation und der Informatik und gestattet die Auswertung der Fahrzeugdaten. Wenn ein entsprechendes Gerät aktiv ist, lässt sich beispielsweise feststellen, wie schnell jemand wann mit welchem Spritverbrauch gefahren ist. Diplom-Ingenieur Hindenberger ist Leiter Technical Sales und Consulting von Masternaut, dem größten europäischen Telematik-Anbieter. In seinem Vortrag im Internationalen PresseClub München in Zusammenarbeit mit der Journalistenorganisation TELI ging Hindenberger auf gesellschaftliche, technische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte der in Deutschland bislang wenig bekannten Technik ein.

Starker Einfluss auf das Fahrverhalten
Unter anderem zeigte Hindenberger eine neue Masternaut-Studie, die den Einfluss der Telematik in Verbindung mit dem Masternaut-eigenen Warnsystem auf das Fahrverhalten untersucht: "Die Zahl der Geschwindigkeits-Übertretungen ging drastisch zurück, die Unfälle haben um 30 Prozent abgenommen", resümierte der Masternaut-Techniker zufrieden. Auch in ökologischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht mache sich die Telematik etwa durch einen elf Prozent geringeren Spritverbrauch und einen verminderten Schadstoff-Austausch bemerkbar. Vor allem ließen sich dank Telematik unnötige Investitionen in einen erweiterten Fuhrpark vermeiden. "Bei durchschnittlichen Ausgaben von monatlich etwa 35 Euro/Fahrzeug beträgt der ROI (Return on Investment) binnen drei Jahren das Sechs- bis Siebenfache – also ungefähr 200 Euro pro Fahrzeug und Monat", bilanzierte Hindenberger. Viele Anwesende überraschte die meist positive Reaktion der Betriebsräte, von der Hindenberger berichtete: "Die Betriebsräte, die sich bisher die Telematik-Lösungen vorführen ließen, sind begeistert." Die Masternaut-Lösungen kontrollierten laut Hindenberger nämlich auch die tatsächliche Einhaltung der Arbeitnehmerrechte wie die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Ruhezeiten und die Zahlung des neu eingeführten 8,50-Euro-Mindestlohns in Deutschland.

"Der Mindestlohn bringt für die Unternehmen eine Dokumentationspflicht mit sich: Die Unternehmen müssen beweisen, dass das ausbezahlte Gehalt geteilt durch die gearbeiteten Stunden mindestens die 8,50 Euro ergibt. In der Transport- und Speditionsbranche ist ohnehin jeder Fahrer gesetzlich verpflichtet, eine Fahrerkarte mitzuführen und einzusetzen. Mit dieser Fahrerkarte werden dann automatisch alle Zeiten für das Be- und Entladen, die Ruhepausen usw. erfasst. Daher sind die Stundennachweise der Transport- und Speditionsbranche bereits sehr transparent. Allerdings stehen diese Daten nicht immer sofort bereit. Wenn ein Fahrer die ganze Zeit unterwegs ist, ist es unmöglich, auf dessen Daten zuzugreifen. Auf der anderen Seite schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Fahrerdaten mindestens alle 28 Tage ausgelesen werden. Die Telematik leitet die Fahrerdaten in dem Moment in die Zentrale, in dem diese Weitergabe erfolgen soll. Dies erfolgt mittels einer Schnittstelle am digitalen Tachographen – also ohne die Fahrerkarte in die Hand nehmen zu müssen. Damit gibt es keien Diskussion mehr."

Hindenbergers Kollege Walther Bernard, Geschäftsführer der Masternaut E.Novation GmbH, bedauerte vor diesem Hintergrund, dass "die Marktdurchdringung der Telematik in Deutschland mit etwa zehn bis 15 Prozent im Speditionsbereich im internationalen Vergleich so niedrig" sei. Bernard: "In anderen Ländern, etwa in den USA, in Frankreich oder in Großbritannien liegt sie bei etwa 20 bis 25 Prozent."

Walther Bernard ist jedoch zuversichtlich, dass sich dies in Deutschland ändern werde: "Die Versicherungs-Wirtschaft wird über die Beitragsgestaltung Druck machen, dass Telematiklösungen verstärkt eingesetzt werden. Damit lässt sich die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nachweisen. Die Zukunft ist 'Pay per Use', also eine Police entsprechend dem tatsächlichen Fahrverhalten."

Im Publikum befanden sich ganz überwiegend technisch versierte Journalisten. Diese nutzten die Gelegenheit zu kritischen Nachfragen insbesondere zu juristischen und datenschutzrechtlichen Aspekten. Nach dem fundierten Vortrag schloss sich eine lebhafte und anregende Diskussion an.


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