tom's networking guide
 
Anzeige

Kommentar Security CeBIT 2008

Kommentar Sicherheit auf der CeBIT 2008

Kriminelle Wertschöpfung im Zeitalter des Bundestrojaners

Bulletin und Buch von Kaspersky

Immerhin die Russen halten der CeBIT die Treue. Seit zehn Jahren fahren die Mannen um Eugene Kaspersky nun bereits nach Hannover. Inzwischen sind sie nicht nur Marktführer in Russland, sondern auch in Deutschland gut im Geschäft. Allerdings nur bei Privatkunden. Nächstes Ziel ist der Business-Markt.

Ein Erster Schritt auf diesem Weg ist ein neues Produkt für den "echten" Mittelstand, also Kleinunternehmen sowie Steuerberater, Arztpraxen etc. Zum Preis von 249 ? gibt es ab sofort eine Box mit fünf Anti-Virus-Lizenzen für Workstations und einen Fileserver. Pro weitere fünf Lizenzen sind 199 ? zu berappen.

Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand das zur CeBIT vorgelegte "Security Bulletin 2007". Das letzte Jahr war, so das Resümee, ein Wendepunkt in der Virenentwicklung. Noch nie gab es so viele neue Schadprogramme, der Spam-Anteil beim E-Mail-Traffic stieg auf 79 Prozent.

Die Amateure haben sich allerdings zurückgezogen. "Alle neu registrierten Schadprogramme hatten einen finanziellen Hintergrund", so Kaspersky. Das Zeitalter der randalierenden Computer-Kids scheint zu Ende zu gehen. Das organisierte Verbrechen hat Blut geleckt. Über "verminte" Webseiten gelangt der Schadcode zum ahnungslosen Computernutzer. Sein Rechner wird anschließend in ein Botnetz eingebunden und als Spam-Schleuder verwendet. Rund zwei Millionen der unnützen Botschaften registrierte Kaspersky 2007 pro Tag! Tendenz: steigend. Spitzenwert: 3 Millionen.

Ein weiteres Ziel sind Passwörter und Kreditkartennummern aber auch PINs und TANs für das Online-Banking. Da macht es Sinn, die zur Zugangsbeschaffung nötigen Viren und Trojaner einfach zeitnah zum Angriff einzukaufen, wenn man sie nicht selber programmieren kann. "In Russland existiert ein Schwarzmarkt für Viren", so Eugene Kaspersky, "Dort handeln Kriminelle mit Schadprogrammen". Da sie sich gegenseitig nicht trauen, übernimmt ein Dritter als Broker eine "Vertrauensstellung".

Virenjäger und charismatischer Naturbursche: Eugene Kaspersky

Eine regelrechte C2C-Welt hat sich dort aufgebaut. Criminal to Criminal mit eigenen Regeln und echter Wertschöpfung. Ein Hacker entwickelt, einer verkauft, ein dritter nutzt Viren und Würmer und ein weiterer zockt gutgläubige PC-Nutzer mit den geklauten Kreditkartennummern ab.

Handelsgut sind aber nicht nur Viren, Passwörter oder Bankzugänge, sondern auch digitale Identitäten von Cyber-Games. Vor allem in Asien wird den Nutzern ihre Internet-Identität gestohlen und anschließen gegen harte Währung zum Kauf Rückkauf.

Schuld sind laut Kaspersky nicht zuletzt die Operationssysteme. "Ein Betriebssystem ist entweder flexibel oder sicher", so Eugene Kaspersky. Die Nutzer wollen offensichtlich ersteres. Sichere Systeme wie BREW spielen im Markt keine Rolle. Dafür wachsen die Umsätze der Virenjäger. Allein in China verkauft Kaspersky 6.000 Boxen pro Tag.

Rubriken
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehr zum Thema
Glosse Digital Living auf der CeBIT 2008
Wie bringt man einen Röhrenverstärker, ein Schweden-Regal und ein Designer-Klo durch die CeBIT-Nomenklatur? Schreib "digital living" drauf, und alles ist erlaubt. Hannover nimmt ein Schlückchen aus der IFA-Flasche. [mehr]
Kommentar zur CeBIT 2008
Die Hersteller sparen am Messeauftritt, die Besucher sparen sich den Eintritt und vor der Halle 1, Geburtsort der Messe, steht ein Schild: kein Zutritt. Die CeBIT ist an Systems erkrankt [mehr]
CeBIT Vorbericht
Die CeBIT 2008 strotzt nur so vor Neuheiten. Worauf es ankommt, wen zu besuchen warum sich lohnt, was wer wo zeigt, haben wir für unsere Leser hier zusammengestellt. [mehr]
Test Belkin F5D8233 WLAN-Router
Der WLAN-Router Belkin F5D8233, ein Draft-N-Gerät, überraschte die Tester mit sehr zwiespältigen Ergebnissen. [mehr]
Test Zyxel PLA-470 mit NGB-318S
Mit Netzwerk-Komponenten wie WLAN, Internet-Router und Ethernet-Switch vereinfachen die Homeplug-AV-Modem PLA-470 und NBG-318S von Zyxel die Vernetzung einer Wohnung ganz erheblich ? die PLC-Performance stimmt. [mehr]
First-Look ? Open-E NAS 2.0 und SoHo
Die NAS-Flash-Module von Open-E steckt man in einen IDE-Port auf dem Motherboard. Die Konfiguration erfolgt per Web-Browser. Im Netzwerk stehen dann neue Verzeichnisse mit viel Speicherplatz für alle zur Verfügung. [mehr]
Anzeige