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Kommentar zur Markteinführung von Windows 7

Kommentar zur Markteinführung von Windows 7

Ende der Hängepartie> Windows 7 ist da ? samt Windows Server 2008-R2..

Windows 7 für Großkunden

Voilá: Es folgte der Auftritt eines dynamischen Duos, während dessen statt der anwesenden Journalisten Susan Viczian, Vertriebsleiterin Großkunden bei der Microsoft Deutschland GmbH, Jon DeVaan aus der Windows Core Oprating System Division, über die Großkunden-Eignung von Windows 7 interviewen durfte. Irgendwie überraschungsfrei kamen dann auch das vom Marketing längst schon verbreitete wie "simpler Navigation", "Enterprise Search", "simpler to connect with WiFi", "3G" und "Direct Access" sowie "simpler to manage and deploy". Nutzbringender war eher die Aussage, dass die Desktop-Virtualisierung Großkunden pro Rechner und Arbeitsplatz 80 bis 120 US$ pro Jahr erspare. Außerdem habe man ein Engineering-System errichtet, das die beiden ehedem völlig getrennten Office- und Windows-Entwickler-Teams in eines zusammengeführt habe, und sich dass jede Code-Zeile erst auf 9.000 verschiedenen Rechner hätte bewähren müssen, bevor sie ins Windows 7 durfte.

Viele kleinere und größere Änderungen sollen das Arbeiten mit Windows beschleunigen. (Bild: Microsoft)

Jetzt durfte Andreas Hartl ran, der mit dem Motto "we need enterprise" die kernigen Vorzüge des Windows Server 2008 R2 verfechten durfte. Diesen Server, der nicht mit einem RC2 verwechselt werden dürfe, weil es sich um ein echtes Release und keinen Release Candidate handle, sei ein "Zwischenrelease", und Microsoft-Server gebe es künftig nur noch als 64-Bit-Versionen, die bis zu zwei Terabyte adressieren könnten. Die unterstützten bis zu 256 Prozessorkerne (sofern Intel in einigen Monaten eine Acht-Kern-CPU bringe), und das Dot-Net-Framework liefe jetzt auch im Server-Core.

Dennoch habe man jetzt auch etwas für Kleinbetriebe, denn drei Jahre Feedback hätten ein neues Marksegment mit einem Potenzial von drei Millionen Unternehmen "zwischen null und fünfzehn Mitarbeitern" aufgetan. Die wolle Microsoft "ausschließlich über die OEM-Schiene", mit einem Windows Server 2008 Foundation "mit niedrigen Preispunkt, dafür ohne Virtualisierung" bedienen. Dieses Server-Produkt ist auf einen Prozessor und acht GByte Speicher beschränkt ? in der Tat für eine Virtualisierung zu magere Eckdaten. Die Benutzerzahl ist per Active Directory auf 15 eingeschränkt, sie durch Zukauf von CALs (Client Access Licenses) zu erweitern, sei ebenfalls nicht möglich.

Die Clientel der Kleinbetriebe soll also nicht in den Genuss aller Neuerungen kommen, mit denen das R2-Zwischen-Release aufwarte:

  • Live-Migration,
  • Hot-Add-/-Remove von Festplatten,
  • Bereitstellung virtueller Maschinen auf den Clients,
  • verbesserte Active Directory Services,
  • DirectAccess
  • "Power Shell", eine Script-gesteuerte Lösung, mit der sich jetzt auch auf der Server-Hardware einzelne Prozessor-Kerne abschalten oder umtakten ließen,
  • Power-Management für Clients, ferngesteuert vom Server.

Dass gerade die kostendämpfende weil arbeitssparende Virtualisierung für Kleinunternehmen mehr als interessant wäre, hält Achim Berg im Dialog mit Tom's Networking für Unsinn.

Etwas zu sehr abgespeckt: Gerade die Virtualisierung wird den kleinen Unternehmen vorenthalten. (©Smartmedia PresSservice)

Wird der Foundation-Server irgendwann zu klein, gibt es die Möglichkeit eines Upgrades auf Windows Server 2008 Standard. Da der Foundation-Server aber nur eingeschränkte Active-Directory-Funktionalität hat und keinen Parallelbetrieb zweier Server erlaubt, ist ein solches Upgrade auf dem Produktions-System nur ohne Netz und doppelten Boden möglich. "Es kann nur einen geben" galt bereits für den Small Business Server 2003, der ebenfalls nur einem einzigen Primary Domain Controller Vertrauen schenkte mit der Folge, dass Hardware-Upgrades nur auf der gleiche Maschine und ebenfalls nur ohne Netz und doppelten Boden durchführbar waren, und nicht wenige Unternehmen veranlasst hatte, diese Wackelkonstruktion via Virtualisierung mit Produkten des Microsoft-Mitbewerbs abzusichern.

Natürlich gebe es wieder eine 10-Jahres-Garantie für den Produkt-Lebenzyklus eines Windows Server 2008 R2. Dieser Bekanntgabe folgte gleich die Erinnerung daran, dass der Extended Support für die 60.000 Windows Server 2000 zum 13. Juli 2010 aufgekündigt ist und ebenso der Mainstream-Support für Windows Server 2003. Der Hinweis auf den Slogen "Better together with Windows 7" soll den Betreibern von Vorgängerversionen wohl mitteilen, dass das Neue der Feind des Alten sei: Nicht umsonst sind Funktionen wie "Branch Cache" und "DirectAccess" ausschließlich im Zusammenspiel von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 nutzbar.

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