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Report - Worl Wide GRID

Report ? World Wide GRID

World Wide GRID> Das Internet muss Schneller werden

Bei diesen Anwendungen geht es vor allem darum, teure Großrechner durch preiswerte PCs zu ersetzen. Beim Genfer CERN entsteht allerdings ein Grid, das eine ganz andere Dimension von Rechenleistung bieten wird: ein Netz der Superrechner. Das Schweizer Institut steht unter Zeitdruck. Im Jahr 2006 soll hier der neue "Large Hadron Collider" in Betrieb gehen. Tausende Detektoren beobachten dort die Folgeprodukte von Atomkernen, die zunächst in einem 27 Kilometer langen Ringtunnel auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und anschließend aufeinander prallen. Beim Zusammenstoß entstehen Unmengen kleiner Elementarteilchen. Die Physiker erhoffen sich vom Studium der zerplatzenden Teilchen einen Einblick in die innere Struktur unserer Materie. Pro Sekunde produzieren die Experimente 100 Millionen Messdaten, das ist dieselbe Datenmenge, erläutert das CERN, als, wenn jeder Mensch auf der Erde gleichzeitig in 20 Telefone spricht. Pro Jahr werden drei Millionen Gigabyte an Daten auflaufen. Diese Menge ist auch für das CERN nicht alleine zu bewältigen. Kein Wunder dass die Genfer Forscher weltweit eine führende Rolle beim Thema Grid einnehmen. Vor drei Jahren beschleunigte eine Finanzspritze der Europäischen Gemeinschaft, aufgezogen mit 10 Millionen Euro, die Arbeiten weiter. Ein Grid dieser Dimension ist auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen. Dazu werden extrem breitbandige Datenleitungen mit einer Kapazität von 6 Gigabit pro Sekunde geschaltet ? das entspricht 100 000 parallel geschalteten ISDN-Leitungen. An der Ostküste der USA soll sogar eine 1-Terabit-Leitung entstehen. Diese Dimension macht auch schnell klar, dass es beim wissenschaftlichen Rechnen nicht mit kleinen Datenpaketen, dem normalen Internet und einem Büro-PC getan ist. Alleine in Karlsruhe, einem der wichtigsten Ziele der Genfer Daten in Europa, wird in den nächsten Jahren der Plattenplatz des Zwischenspeichers von jetzt 400 auf dann 2000 Terabyte aufgestockt. Nicht ganz so immens wie bei den CERN Experimenten aber immer noch vergleichbar sind die Anforderungen bei der Simulation von Crash-Tests, der Strömungsforschung sowie von Meteorologie und Geologie.

Mit 10 Millionen fördert die Europäische Union den Aufbau des GRID.

In den USA wurden Grids schon erfolgreich bei der Exploration von Erdöl getestet. In Deutschland schlossen sich Ende 2003 das Bundesamt für Wasserbau und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit dem Deutschen Wetterdienst zu einem Grid zusammen, um den aus 2000 Prozessoren bestehenden IBM-Server des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach gemeinsam nutzen zu können. Industrie und Forschungsinstitute arbeiten bei der Entwicklung eng zusammen, wobei bislang die Forscher noch der wichtigste Part sind. Sie besorgen das Geld von den Regierungen und werden auch die ersten Nutznießer der neuen Technik sein. Doch die Akzente werden sich verschieben, glauben die Marketingprofis. Gehen zur Zeit noch mehr als zwei Drittel der Umsätze auf das Konto der Hardware, so wird in Zukunft vor allem mit den angebotenen Diensten Geld zu verdienen sein. Manager träumen schon von einem schwungvollen Internet-Handel, in dem Rechenaufgaben durch die Netze pulsieren und die verschiedensten Anbieter ihre Lösungen offerieren.

Nicht alle sind allerdings so euphorisch. HP-Chefin Carly Fiorina warnte im Spätsommer 2003 vor einer Überschätzung der neuen Vernetzungswelle. "Das Grid ist mehr Hype als Realität", so die HP-Chefin. "Bis zur Umsetzung der Visionen für den alltäglichen Geschäftskunden werden noch mindestens drei bis fünf Jahre vergehen."

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