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WiMAX auf der CeBIT 2005

Drahtlos-DSL

WiMax zwischen Wahn und Wirklichkeit

Tausend DSL-Lücken

"In Deutschland gibt es 500 bis 1000 DSL ?Lücken", erläutert der WiMAX Experte Manfred Jacob, "das ist die Chance für den neuen Standard". Die maximale Reichweite der Verbindungen beträgt 70 Kilometer. In der Praxis wird man sich mit ein bis zwei Kilometern Zellradius begnügen, um den Nutzern eine hohe Bandbreite garantieren zu können.

Auf einem Gebiet von zwei bis vier Quadratkilometern steht den Kunden dann eine Bruttodatenrate von 288 MBit/s zur Verfügung. Das versorgte Gebiet lässt sich in sechs Sektoren zu jeweils 48 MBit/s einteilen, was in der Praxis zu einer Nettodatenrate von 35 MBit/s führen dürfte. Pro Sektor könnten also 23 Teilnehmer mit 1,5 MBit/s im Internet surfen. Macht rund 140 aktive Teilnehmer pro Access Point.

Eine WiMax-Sendestation kann bis zu 140 Teilnehmer mit 1,5 MBit/s ans Internet koppeln. (Foto: Intel)

Bei einer branchenüblichen Überbuchungsrate von fünf bis fünfzehnmal mehr Kunden als Kapazität vorhanden ist ? schließlich ist nicht jeder ständig online ? kann eine einzige WiMAX-Station leicht 1400 Kunden versorgen.

Bei Intel liest sich das so: "Es bietet Datenraten bis zu 75 MBit/s pro Basisstation mit einer typischen Zellgröße von zwei bis 10 Kilometern. Das ist genug Bandbreite um gleichzeitig (mit einer einzigen Basisstation) mehr als 60 Geschäfte mit T1/E1-artiger und Hunderte von Privatwohnungen mit DSL-artiger Konnektivität zu versorgen."

Der IEEE-Standard 802.16 ermöglicht Lösungen, die den Anforderungen verschiedener Breitband-Zugangs-Segmente gerecht werden. (Grafik: Intel)

Vor allem für die strukturschwachen Regionen im ehemaligen Ostblock aber auch im mittleren Osten wäre WiMAX damit eine fast konkurrenzlos günstige Technik, um schnell ganze Industriegebiete vernetzen zu können. Das zugrunde liegende OFDM Modulierungsverfahren ist kommt dabei mit den in urbanen Umgebungen zwangsläufig vorkommenden Mehrfachrefflektionen wesentlich besser zurecht, als mit Absorptionen durch Laub und Büsche. Gute Bedingungen also gerade in bebauten Gegenden wie Industriegebieten. Die Preise sollen zivile ausfallen.

"Der Konsument wird pro Endgerät nur zirka 150 Euro hinblättern müssen", erläutert Manfred Jacob, "ein Access Point wird knapp 20.000 Euro kosten". Die Kosten sind ein heikler Punkt, denn das 3,4-GHz-Band wurde schon einmal vergeben. Im Jahre 1999 wollten zahlreiche Firmen auf diesen Wellenlängen ein Wireless Local Loops (WLL) aufbauen. Über Richtfunk auf den Firmendächern sollten so ebenfalls entlegene Industriegebiete ans Internet angeschlossen werden. Die Funktechnik erwies sich als deutlich zu teuer und die Anbieter mussten reihenweise die Flinte ins Korn werfen.

Seit dem WLL-Desaster von 1999 sind die Telekommunikationsanbieter vorsichtig geworden, zumal viele auch bei der UMTS-Katastrophe viel Geld verloren haben.

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