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Augenwischerei mit großen Zahlen

Augenwischerei mit großen Zahlen

Die WLAN-Lüge

Kompatibilitäts-Lüge

Noch schlimmer steht es um den Nettodurchsatz, wenn in einer zeitgemäßen WLAN-G-Funkzelle auch noch "alte" WLAN-B-Geräte eingebucht sind. Denn ein WLAN-B-Adapter in Notebook oder im respektive am PC ist technisch nicht in der Lage, WLAN-G-Verkehr überhaupt wahrzunehmen.

Vollmundig verkünden die WLAN-G-Verkaufsverpackungen dennoch, das darin steckende WLAN-G-Gerät sein zu WLAN-B kompatibel. (Siehe "Das große Plus im WLAN") Aber das stimmt nur so weit, dass ein G-Punkt auch mit einem WLAN-B-Gerät kommunizieren kann. Aber zu welchem Preis!

Zwar verwenden WLAN-B und WLAN-G das gleiche Kanalraster und lassen sich auf den gleichen Netzwerknamen (SSID) buchen. Da der WLAN-B-Adapter WLAN-G-Verkehr nicht "sehen" kann, würde er schon beim Versuch, mit dem Access-Point in Kontakt zu treten, jeglichen laufenden WLAN-G-Verkehr korrumpieren und auf dem Weg befindliche WLAN-G-Datenpakete zerstören.

Um das zu verhindern, muss der WLAN-G-Access-Point einen Weg finden, WLAN-B- und WLAN-G-Verkehr auseinander zu halten. Der entsprechende Betriebsmodus nennt sich ? je nach Hersteller ? Mixed Mode oder Protected Mode (geschützte Betriebsart) und setzt auf ein Protokoll, mit dem schon alte Analog-Modems mit dem Computer kommuniziert hatten ? den Handshake mit Ready to Send (RTS) und Clear to Send (CTS). Diese Protokollinformationen stecken in äußerst kurzen Datenpaketen. Mit RTS signalisiert das WLAN-B-Gerät, dass es senden will. Senden darf es aber erst dann, wenn es vom Access Point ein CTS-Signal erhalten hat.

Um aber herauszufinden, wann ein WLAN-B-Gerät senden will, muss der Access Point immer wieder seine WLAN-G-Übertragungen unterbrechen um zu "lauschen", ob ein WLAN-B-Adapter etwas zu sagen hat ? und dabei geht sehr viel Zeit verloren, in der gar keine Daten übertragen werden können.

In einem WLAN-B (11b CCK-11) sieht das Verhältnis zwischen Protokolldaten (lila) und Nutzdaten (Payload) ja noch ganz gut aus. Je trickreicher aber moduliert wird (WLAN-G nutzt verschiedene OFDM-Arten), desto weniger Zeit steht für die eigentliche Übertragung von Daten zur Verfügung. Und soll ein WLAN-G-Gerät auch noch mit einem WLAN-B-Verkehr klar kommen, ist zusätzliche "Airtime" (altrosa) für die Verwaltung nötig, weil WLAN-B-Komponenten WLAN-G-Verkehr ja nicht direkt "sehen" können.

Besser ist es da, statt einen WLAN-G-Access-Point (oder ?Router) in den protected zu schalten, zusätzlich einen der inzwischen überaus preiswerten erhältlichen WLAN-B-Access Point oder WLAN-B-Router zu erwerben, und ihn parallel zum WLAN-G-Router zu betreiben ? auf jeden Fall mit einer anderen IP-Adresse, auf einem anderen Sendekanal (vier Kanäle Abstand beachten!) und am besten auch mit einer anderen SSID. Sonst ist's aus mit den stolzen 54 MBit/s.

Bittere Wahrheit: Die WLAN-B-Komatibilität hat einen hohen Preis. Von den brutto 54 MBit/s eines WLAN-G bleiben im Mischbetrieb mit WLAN-B schlappe 2 MBit/s übrig. Und ansonsten gilt: Nimm die Hälfte als erste Schätzung...

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