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Fujitsu Primergy CX 1000

Cloud-Computing im Server-Backofen

Der Schrank als kleinste Einheit

Ein Schritt zurück und gleichzeitig zwei vor. Ganz bewusst opferte man Türen und professionelles Aussehen dem Minimalismus. Die Grundphilosophie des CX 1000 und der ganzen Serie von Geräten, die noch kommen sollen: Einsatz von Standard-Komponenten und so preiswert wie möglich verschalten. Daher liegen die Kabel frei und es fehlt eine Tür vor dem Rack. Somit sind selbst die Kabelbinder sind gut sichtbar, was dem Ganzen das Aussehen der Arbeit eines Werkstudent verleiht, der gerade mit der Arbeit fertig geworden ist. Doch keine Angst, der CX 1000 kommt fertig ins Haus und ist kein Bastelstück.

Sparen wo immer es geht, heißt die Devise, und nicht nur die Optik musste ihren Obulus entrichten. Die serienmäßige Netzwerkanbindung ist mit drei Gigabyte-Anschlüssen alles andere als großzügig. Wer Fibre-Channel will, muss eine Zusatzkarte erwerben. Stromversorgung und Lüftung folgen ebenfalls diesem Prinzip. Jedes der "Kuchenbleche" hat seine eigene, nicht-redundante, Stromversorgung und läuft gänzlich ohne Lüfter. Zwei große Ventiltoren hoch oben über den Rechnereinschüben, sorgen für die Kühlung. Diese Lösung ist preiswerter, als jeden Einschub mit einem eigenen Lüfter zu versehen.

Dass man bei der Stromversorgung auf eine redundante Versorgung verzichtet liegt ganz auf der Linie des Minimalismus, wenngleich sie im Bereich der kommerziellen Datenverarbeitung mehr als ungewöhnlich ist. Nicht das einzelne Kuchenblech ist redundant, sondern die CX 1000 in sich. Fällt einer der 38 Einschübe aus, übernimmt ein anderer die Rechenlast. Geliefert wird grundsätzlich das ganze Rack mit 38 Einschüben bestückt als kleinste Einheit. "Unsere Zielgruppe hat zehn Stück davon im Rechenzentrum", erläutert ein Fujitsu-Techniker die Philosophie. Im Fokus des Vertriebs sind SAP/ERP Anwender Web 2.0 Applikationen und alle, die HPC-Computing für Simulationen und Data Mining benötigen.

Wie vom Werkstudenten verkabelt. Kabelbäume ohne schamhafte Verzierung. (©Smartmedia PresSservice)

Pro Einschub tun jeweils zwei Intel-Xeon-5600-Mehrkern-Prozessoren Dienst. Jedem Knoten stehen bis zu 64 Gigabyte Hauptspeicher zur Verfügung. Zusätzlich haben noch zwei 2,5-Zoll-SATA-Platten Platz im Einschub, die auf Wunsch als SSD geliefert werden.

Da jeder der in 32-nm-Technik gefertigten Prozessoren sechs Kerne enthält, warten insgesamt 456 Prozessorkerne auf Arbeit. Je nach Konfiguration kann eine einzige CX 1000 so zwischen 2000 und 5000 virtuelle Server zur Verfügung stellen. Rechts neben den Blades finden drei Standard-Switche Platz. Der Einstiegspreis für den CX 1000 liegt bei 80.000 ?, das Flaggschiff mit maximalem Speicherausbau und schnelleren Prozessoren kommt auf etwa 250.000 ?.

Besonders stolz sind die Augsburger Ingenieure auf die Lüftung. Sie funktioniert mit Unterdruck und soll die Kosten für die Kühlung um 20 Prozent senken. Der sonst bei Serverschränken übliche hintere Kühlkorridor wird nicht benötigt.

Lochwand. Die unterschiedliche Größe sorgt für gleichmäßige Kühlung. (©Smartmedia PresSservice)

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