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Report von der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen probt für Olympia 2018

Adrenalin-Schub

Die Kandahar-Abfahrt, die ohnehin schon seit den 50er Jahren als eine der gefährlichsten und spektakulärsten Skipisten der Welt gilt, wurde für die aktuelle Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen noch weiter verschärft: Jetzt springen die Athleten von einem flacheren Teilstück in den steilsten Hang der Abfahrt, in den "Freien Fall", hinein. Auf Hängen mit bis zu 92 Prozent Gefälle rasen die Könner todesmutig hinab und doch straucheln auf der beinharten Piste sogar die besten Fahrer ? so auch beim Super-G der Herren am 09.02.2011. Das Rennen ist symptomatisch für viele Abfahrten auf dieser historischen Strecke. Ausgerechnet an einer Stelle noch vor dem freien Fall kommen die Könner aus der Spur. Adrenalin-Stoß bei 135 km/h Fahrtgeschwindigkeit. Die meisten reißen den Ski blitzschnell unter enormem Kraftaufwand noch einmal herum und jagen dann umso schneller den verlorenen Hundertstel-Sekunden wieder nach. "Ab der Hälfte war mein Rennen nur noch ein Kampf gegen den Sturz", sagt Carlo Janka aus der Schweiz (7. Platz). Viele Top-Fahrer wie der US-Amerikaner Bode Miller, der seinen Stock verlor und trotzdem entschlossen weiterfuhr, schieden auf dem anspruchsvoll gesetzten Kurs aus.

Die Kandahar-Abfahrt ? Kameras auf Kränen fangen den "Freien Fall" ein. (Foto: Gudrun Kosche)

Funken-Flug

Umso glücklicher, wer abends glänzendes Metall entgegen nehmen darf ? und für die Zeremonie haben sich die Veranstalter viel einfallen lassen. Die Siegerehrungen am Abend in der Medal Plaza im Kurgarten von Garmisch setzen Maßstäbe an Event-Kultur. Die Athleten laufen auf dem Catwalk, der mit Plakaten der außerordentlich prachtvollen Bergkulisse geschmückt ist, der Bühne und ihrer Ehrung entgegen. Vor einem wogenden Fahnenmeer überreichen Honoratioren wie Miriam Vogt, Präsidentin des Bayerischen Skiverbandes, Gian-Franco Kasper, Präsident FIS, und Peter Fischer, Geschäftsführer FIS Alpine Ski-WM 2011 GmbH, die Medaillen.

Mr. Super-G's: Christof Innerhofer (Mitte), Hannes Reichelt (li.), Ivica Kostelic (re.) (Foto: OK GAP 2011)

Ein Feuerwerk bricht von allen Seiten los, und die Stimmung ist fast jeden Abend so gut wie bei der Ehrung der Super-G-Helden am 09.02.2011. Die italienische Nationalhymne erklingt, die Fans sind aus dem Häuschen und singen "Fratelli d'Italia, l'Italia s'è desta" (Brüder Italiens, Italien hat sich erhoben) begeistert fahnenschwingend mit. Da kämpft selbst Christof Innerhofer, auf der Piste ein stahlharter Bursche, mit den Tränen der Rührung. Der Südtiroler holte sich mit einer Zeit von 1:38:31 Gold, Hannes Reichelt aus Österreich errang Silber (+sechzig Hundertstel-Sekunden), und Platz 3 belegte Ivica Kostelic aus Kroatien (+0,72). Im Super-G der Damen zum Auftakt der WM machte die Österreicherin Elisabeth Görgl das Rennen, gefolgt von der US-Amerikanerin Julia Mancuso und der Garmischerin Maria Riesch.

Die Superfrauen des Super-G: Elisabeth Görgl (Mitte), Julia Mancuso (li.), Maria Riesch (re.) (Foto: OK GAP 2011)

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