tom's networking guide
 
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09. 07. 2018
Klaus Fischer
Tom's Networking Guide

Datawerks

Das Mandelkernprinzip in der IT

Je größer die Menge an Daten, die verarbeitet werden soll, desto langsamer und komplexer ist es im Normalfall, hieraus wieder konsolidierte Informationen zu ziehen. Datawerks hat hier ein Verfahren entwickelt, das der "Denkweise" des menschlichen Gehirns entspricht. Dabei werden nicht immer wieder neu alle Datenquellen abgefragt und ausgewertet, sondern es werden Indizes erzeugt, auf deren Basis danach nur noch die wirklich erforderlichen Daten ausgelesen werden müssen.
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Datawerks - Datenanalyse kann auch einfach sein

Milliarden Daten in Echtzeit verarbeiten, kostensparend, ohne nennenswerten zusätzlichen Netzwerk-Traffic, treffsicher und skalierbar ? Datawerks verspricht die Quadratur des Datenbank-Kreises. Die Funktionsweise soll dem Mandelkern des Gehirns (der Amygdala) gleichen. TNG-Reporter Klaus Fischer sprach mit Datawerks-Gründer Tony Andris über seinen Ansatz, erste Erfahrungen und den Umgang mit Missbrauchsgefahr.

Tom's Networking Guide: Herr Andris, Sie haben in den USA und in anderen Ländern ein Patent angemeldet für die Datawerks-Technologie. Wie weit ist das Patentverfahren?

Tony Andris: In den USA haben wir die "notice of allowance" erhalten, d. h. es sind alle Bedingungen erfüllt, um das Patent zu erhalten. In Europa sind die Prüfer noch mit der Prüfung beschäftigt.

Tom's Networking Guide: Voraussetzungen für Patente in Europa sind "Neuheit" und "Erfindungshöhe" ? was ist neu, worin genau liegt die Erfindung?

Tony Andris: Richtig, diese beiden Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Frage lautet: Wie lässt es sich zweifelfrei bei technischen Verfahren nachweisen? Algorithmen sind in Europa bekanntlich nicht patentierbar, in den Vereinigten Staaten wurde auch schon mal ein Fortschrittsbalken patentiert. Unser Patentanwalt hat damals gesagt: Herr Andris, schauen Sie sich meine Tasse an. Eine solche Tasse ist allgemein bekannt und Sie können sie daher nicht patentieren. Wenn Sie allerdings das Design so ändern, dass z. B. eine behinderte Person diese Tasse besser benutzen kann, können Sie das durchaus patentieren.

Mandelkern statt Großhirn: Datawerks verfolgt einen dem Mandelkern entsprechenden Rechercheansatz. Dazu fokussiert sich Datawerks ausschließlich auf die relevanten Informationen. (Grafik: Datawerks)

Auch wir haben das Rad nicht neu erfunden. Wir haben nur als anscheinend Erste bestimmte Ansätze miteinander verknüpft. Das macht unseren Ansatz zu einer Innovation ? neu und innovativ ist speziell, dass wir nicht mehr alle Daten in einer extra Schicht zwischenspeichern, sondern dazu einen Index nutzen. Unser Verfahren ähnelt etwas der Suche von Google. Der große Unterschied ist, dass wir in der Lage sind, datenquellenübergreifend zu suchen und Berechnungen durchzuführen ? unabhängig von Struktur, Größe und Form der Datenquellen.

Tom's Networking Guide: Bisher gibt es verschiedene Bereiche, in denen Sie tätig sind ? Freizeitparks, Versicherungsunternehmen, Innere Sicherheit. Wodurch unterscheidet sich Ihr Lösungsansatz vom Mitbewerb? Gibt es überhaupt vergleichbare Lösungen?

Tony Andris: Ähnliche Ergebnisse lassen sich zwar in Teilbereichen auch mit anderen Lösungen erzielen. Die entscheidende Frage ist nur, ob das auch mit der gleichen Flexibilität, den gleichen niedrigen Betriebskosten, in Echtzeit und im gleichen Maße skalierbar möglich ist. Unserer Erfahrung nach decken die Lösungen der meisten Mitbewerber nur eines oder höchstens zwei dieser Merkmale ab. Datawerks erfüllt jedoch jedes einzelne der genannten Merkmale. Und die Datawerks-Lösung hat noch einen weiteren Vorteil: Der Zugriff auf die Originaldatenquellen erfolgt darüber hinaus noch mit einer nur minimalen Zusatzlast.

Tom's Networking Guide: Für welche Bereiche bietet sich Ihre an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns angelehnte Suche an?

Tony Andris: Der Datawerks-Ansatz ist universal einsetzbar, genauso wie das Gehirn für die verschiedensten Aufgaben gemacht ist. Im Grunde geht es darum, anstatt bei jedem Reiz auf das langsame Großhirn zuzugreifen, Daten bzw. Datenabdrücke möglichst kompakt zu speichern, damit sie in Echtzeit abrufbar sind. Diesem Prinzip folgt der kleine Mandelkern im Gehirn, der musterbasiert arbeitet und blitzschnell reagieren kann, ohne auf das Großhirn zugreifen zu müssen.

Tony Andris, CTO und Gründer von Datawerks, will sicherstellen, dass seine zum Patent angemeldete Technologie nicht in falsche Hände gerät. (Bild: Datawerks)

Tom's Networking Guide: Die Möglichkeit, binnen kürzester Zeit aus Milliarden Einzelinformationen die relevanten herauszupicken, klingt verlockend und bietet auch ungeahnte Möglichkeiten ? zur Terrorabwehr wie zur Kontrolle von Dissidenten. Wie lässt sich Missbrauch ? Stichpunkt: "Totalüberwachung" ? verhindern?

Tony Andris: Ein denkbarer Missbrauch ist leider heutzutage bei allen technischen Innovationen ein wichtiges Thema. Selbst Automobilhersteller sind davor nicht mehr geschützt. Wir nehmen die Gefahr des Technologie-Missbrauchs sehr ernst: Datawerks arbeitet deshalb eng mit den deutschen Exportbehörden zusammen, bevor unsere Software ins Ausland geht. Wir stellen so gleich im ersten Schritt sicher, dass unsere Technologie gar nicht erst in Länder gerät, in denen ein erhöhtes Missbrauchspotential besteht.

Des Weiteren behalten wir uns vertraglich das Recht vor, bestehende Verträge zu kündigen und die Installationen dann nicht mehr zu betreuen.

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