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Test - Firewire unter Windows XP

IEEE1394b unter Windows XP

Microsoft macht Firewire zur Schnecke

Der zweite Wurf von 1394, die Version b, mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 MBit/s auf Kupferkabeln und bis zu 3200 MBit/s auf Lichtleitern wurde immer überfälliger ? besonders weil er im Gegensatz zu seinem Vorgänger nun auch Kabellängen zulässt, wie sie sonst nur von LAN-Technologien wie Ethernet bekannt sind. Doch obwohl Lucent bereits im November 1999 einen IEEE1394b-Chipsatz angekündigt hatte, dauerte es bis ins Jahr 2004, bis IEEE1394b endlich verfügbar wurde ? mit Chips von Texas Instruments. Grund: Das amerikanische Normungsgremium IEEE hatte erst Ende 2003 die endgültige 1394b-Spezifikation verabschiedet.

Apple brachte die ersten 1394b-fähigen Produkte vor gut einem halben Jahr Apple auf den Markt: Neben den G5-Rechnern und der nachfolgenden neuen Generation von i- und e-Macs sowie in den aktuellen i- und Power-Books sind nun endlich erste High-Speed-Firewire-Karten für den (Windows-) PC erhältlich. Trust und Unibrain liefern ihre auf dem gleichen Texas-Instruments-Chip basierenden Karten bereits aus, die von Adaptec sollen, obschon im April 2004 angekündigt, in den nächsten Wochen folgen.

Firewire-Karten werden im Allgemeinen ohne Treiber ausgeliefert, da in Windows bereits von Haus aus solche bereitstellt. IEEE1394 ist bei Microsoft Bestandteil des Serial Bus Protocol 2 (SPB-2), der Treiber Bestandteil des OHCI-Protokoll-Stack (Open Host Controller Interfase).

Für IEEE1394b enthält das Microsoft Betriebsystem Windows XP derzeit jedoch noch keine dedizierten Treiber. Dazu liegt Tom's Networking Guide das folgende Statement eines Microsoft-Mitarbeiters vor:

"Wir haben 1394b niemals unterstützt. Es lief unter bestimmten Bedingungen auf Windows XP und Windows XP SP1. Das Problem, mit dem wir konfrontiert sind, ist, dass OHCI 1.0 und OHCI 1.1 den Geschwindigkeits-Code (0x3), den 1394b verwendet, nicht unterstützen. Dabei handelt es sich um einen reservierten Wert in den con uns unterstützten OHCI-Spezifikationen, der nicht verwendet werden kann."

Damit bestätigt der Microsoft-Mitarbeiter [Name ist der Redaktion bekannt] die Behauptung von Unibrain, dass immer dann, wenn ein IEEE1394b-Gerät angeschlossen wird, der Durchsatz auf das Minimum dessen sinkt, was der 1394-Bus erlaubt: Im IEEE1394-Standard stehen die Geschwindigkeitsklassen wie S100 oder und S800 synonym für Signalisierungsraten in MBit/s.

Erst mit dem kommenden, nun für September 2004 angekündigten, Service Pack 2 (SP2) soll Windows XP ebenfalls Treiber für IEEE139.b enthalten. Doch Untersuchungen am aktuellen Release-Candidate 2 (RC2) zeigen, dass es sich Microsoft tatsächlich leicht macht: Wann immer ein 1394b-Gerät am Bus angesteckt ist, fällt die Geschwindigkeit auf erbärmliche 100 MBit/s.

Dazu unsere Quelle: "Was machen wir? Wir sehen jetzt, dass dieser Wert auf Bussen mit einer Mischung von 1394a- und 1394b-Geräten. Wenn wir die OHCI-Konformität ignorieren und die Geschwindigkeit auf 800 MBit/s hoch setzen, verhunzen wir die alten Geräte. Setzten wir die Geschwindigkeit auf S100 enumeriren alle Geräte und arbeiten. Es war eine harte Entscheidung, aber wir haben wenig Spielraum, wenn wir auf die Unterstützung von 1394b nicht verzichten wollen."

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