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iSCSI-SAN für SoHo und SMB

Netgear SC101

Kleiner Speicherriese groß im Netz

Anschließen und einrichten

Obwohl eine GigaBit-Schnittstelle heutzutage zur Standardausführung moderner PCs gehört, ist im SC101 lediglich eine 10/100 MBit-Netzwerkschnittstelle eingebaut. Ein Manko, dass vor allem bei einem Netzwerkspezialisten wie Netgear negativ auffällt. Hier sollte der Hersteller nachbessern. Die Installation ins heimische Netzwerk setzt ferner einen DHCP-Server voraus, wie er in den meisten (WLAN-) Internet-Access-Routern üblicherweise enthalten ist. Sämtliche Gerätekonfigurationen sowie Verwaltungs- und Backupaufgaben werden über die mitgelieferte Software, den Smart Wizard Storage Central Manager sowie das SmartSync Pro Advanced Backup, am PC erledigt. Als Systemvoraussetzung werden Windows 2000 (SP4), XP Home oder Pro (mit SP1 oder SP2) angegeben. Der Testrechner läuft unter Windows XP Professionell mit installiertem Service Pack 2 (SP2).

Smart Wizard Storage Central Manager

Den Part der Erstkonfiguration sowie die Verwaltung der Festplatten für ein SC101 übernimmt der Smart Wizard Storage Central Manager. Gut gelungen: Beim ersten Programmstart sucht die Software auf Wunsch nach Updates. Die vollautomatische Updateroutine hält die Software damit stets auf dem neuesten Stand. Eines der kommenden Updates soll zudem eine Sleepfunktion für Festplatten enthalten, die je nach Modell und Hersteller, automatisch nach 15 bis 25 Minuten Inaktivität das Speichermedium deaktiviert. Wer möchte, kann die Updateroutine über die Skip-Option überspringen. Dass nach der Auswahl der Option noch ein Hinweisfenster erscheint, ist nicht nur lästig sondern ebenfalls überflüssig.

Zwei Modi werden für die Verwaltung der Laufwerke angeboten: das Wizard-Setup und der Advanced Configuration Dialog. Mit dem Wizard lassen sich im Handumdrehen neue Laufwerke anlegen, einbinden oder abändern.

Die automatische Updateroutine hält den Smart Wizard Storage Central Manager stets auf dem aktuellen Stand.

Beim Zugriff auf die Daten ist das SC101 eigenwillig. Weder NETBIOS, NFS, Samba oder FTP werden unterstützt. Als Dateisystem wird das SAN File System (SFS) von Zetera (SFSZ) verwendet, ein vom NETGEAR-Partner Zetera entwickeltes Dateisystem. Wird ein Laufwerk über den Smart Wizard Storage Central Manager hinzugefügt, erhält dies einen eigenen Laufwerksbuchstaben vom Betriebssystem (D-Z) zugewiesen und erscheint als lokales Laufwerk auf dem Rechner.

Die Verbindung zwischen PC und dem SC101 wird über ein eigens hierfür entwickeltes Protokoll auf Port 20001 hergestellt.

Als Dateisystem greift das SC101 ausschließlich auf das SAN-File-System von Zetera, zurück. Ein alternativer Zugriff auf die Daten ist daher nicht möglich.

Mit Hilfe des Storage Central Konfigurations-Managers wird das SC101 unter Windows als neues Laufwerk eingebunden. Es bekommt für jede erreichbare "Partition" einen zusätzlichen Laufwerksbuchstaben zugewiesen (z.B. Laufwerk H:\) und ist dann über Ihren Arbeitsplatz als permanentes Laufwerk jederzeit erreichbar. Es können alle Laufwerksbuchstaben von D - Z zusätzlich in Windows eingebunden und dort verwaltet werden. Dies ist auch gleichzeitig die maximale Anzahl von Laufwerken, die man vom Storage Central in einen einzelnen PC einbinden kann. Ein weiterer PC im Netzwerk kann seinerseits jedoch noch weitere Laufwerke auf demselben Storage Central einrichten. Und das sogar völlig unabhängig davon, ob die gewünschten Laufwerksbuchstaben von einem anderen PC bereits verwendet werden oder nicht. Die tatsächlich einrichtbaren Laufwerke werden jedoch durch die Anzahl verfügbarer IP-Adressen im Netzwerk begrenzt, denn eine Eigenart des SAN ist, jedem eingerichteten Share (Datenbereich, "Laufwerk") eine eigene IP-Adresse zuzuweisen.

Die Verfügbarkeit von Laufwerksbuchstaben legt grundsätzlich die maximale Anzahl von Netzwerklaufwerken fest, die sich auf einem Rechner einrichten lassen. Ein Sachverhalt, der nicht für die maximale Anzahl von verwaltbaren SC101-Laufwerken zutrifft. Hier wird die Obergrenze durch die frei verfügbaren IP-Adressen im Netzwerk definiert. Auf diese Weise können Laufwerke in einem SC101 auf unterschiedlichen Rechnern verschiedene Laufwerksbuchstaben besitzen. Für die Unterscheidung ist lediglich der Laufwerksname maßgeblich. Das Verfahren besitzt allerdings auch einen Nachteil. Damit ein Rechner im Netzwerk auf ein Laufwerk zugreifen kann, müssen der SFSZ-Treiber und die Verwaltungssoftware installiert sein. Die Vorteile überwiegen jedoch: Schließlich lassen sich alle Laufwerke gezielt für die Nutzung am Rechner permanent einbinden. Damit kann eine nicht netzwerkfähige Backupsoftware ebenfalls Sicherungen auf einem Laufwerk ablegen, dass sich auf einem SC101-Gerät befindet.

Aufgrund der freizügigen Einbindung in Form eines lokalen Laufwerks lassen sich zum Beispiel Datensicherungen ebenfalls mit alternativen Softwarelösungen, wie zum Beispiel Norton Ghost 9.0 von Symantec durchführen.

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