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Sonos Mesh-Performance

Test Sonos Mesh-Performance

When the Music's all over

Test SonosNet-Mesh-Performance

Das Labor des Tom's Networking Guide Deutschland ging also mit der Erwartung einer Nettodatenrate von etwa 30 bis 40 MBit/s an die Mesh-Messungen an Sonos-Mesh-Points heran. Ferner lag es nahe, dass das Multi-Room Audio-System über exzellente QoS-Mechanismen und hohe zeitliche Auflösung verfügen muss, da es im Party-Modus alle gruppierten ZonePlayer zur absolut gleichzeitigen Musikwiedergabe synchronisiert. Dabei reicht die zeitliche Präzision aus, dass Stereosignale selbst dann zu einem räumlich überzeugenden Klangbild zusammengesetzt werden können, wenn linker und rechter Kanal virtuell auf getrennten Übertragungswegen laufen.

Die Durchsatz-Messungen erfolgten zwischen zwei ZonePlayern, die entweder alleine oder im Verbund mit einem oder vier weiteren ZonePlayern vermascht waren. (©Smartmedia PresSservice)

Für den Test wurden jeweils zwei Sonos-Zoneplayer mit je einem IxChariot-Load-Modul (installiert auf einem Netbook "MSI Wind" und einem MSI MegaPC 650) via Ethernet-Kabel verbunden und das bewährte Triple-Play-Messverfahren des Tom's Networking Guide Deutschland gestartet.

  • Bei der ersten Messserie waren ? vom einem Controller abgesehen ? ausschließlich zwei ZonePlayer im System ? in obiger Grafik blau eingezeichnet.
  • Die zweite Messserie ermittelte die Durchsatzwerte zwischen dien gleichen zwei ZP90, nur diesmal zu einer Zone verknüpft, in Anwesenheit eines dritten Zoneplayers, wobei das SonosNet selbst bestimmt, ob die Daten der blauen oder der rote Route folgen. Uns interessierte, ob ein dritter ZonePlayer die verfügbare Bandbreite und damit den Durchsatz vergrößert oder verkleinert.
  • Für die dritte Messserie wurde insgesamt sieben Sonos-Mesh-Komponenten in Betrieb gesetzt. Erneut stand die Frage im Raum, ob ein Mehr an ZonePlayern auch ein Mehr an Durchsatz bedeutet.
  • Nachdem erste Messungen auf der Funkstrecke sehr niedrige Werte für die Datenübertragungsgeschwindigkeit erbracht hatten, haben wir uns entschlossen, eine Direktmessung (Nullmessung) als Referenz zu erstellen: Wir ermittelten die Geschwindigkeit zwischen zwei Ethernet-Ports des gleichen ZP-90.

    Schon auf den ersten Blick zeigte IxChariot hierbei Überraschendes: Obwohl die Ethernet-Schnittstelle und der Windows-Treiber auf dem MSI Wind brav 100 MBit/s Linkrate meldeten, handelt es sich bei den Kabelschnittstellen lediglich um Half-Duplex-Verbindungen. Die Bruttodatenrate von 100 MBit/s müssen sich also Hin- und Rückverkehr teilen oder anders gesagt: Netzwerk-Verkehr in die eine Richtung beeinträchtigt den Durchsatz in die Gegenrichtung ? und umgekehrt. Für die Übertragung von Audio mit Bandbreiten im Bereich von einigen 100 kBit/s pro Stream ist das kein Problem, wohl aber, wenn größere Datenmengen durchgeleitet werden müssen. Andererseits sollte ein gut funktionierender Dienstgüte-Mechanismus (QoS) dafür sorgen können, dass Streaming-Daten gegenüber ordinären TCP-IP-Paketen mit Vorrang durchgeleitet würden.

    Einigermassen skeptisch warteten wir den ersten Messlauf mit zwei nicht zu einer Zone verknüpften ZonePlayern des WLAN-N-Typs ZP90 ab: Es ergab sich ein Nettodurchsatz von maximal zehn Megabit pro Sekunde.

    Nun verknüpften wir die beiden ZonePlayer in eine Zone in der Erwartung, dass sie das SonosNet mit Vorrang bedienen würde ? schließlich sollen sie ja Audio gleichzeitig übertragen können. Doch auch im verknüpften Modus lag die Nutzbandbreite, also der Nettodurchsatz erneut lediglich zwischen zehn Megabit pro Sekunde.

    In der gleichen Größenordnug blieb das Ergebnis, als wir sechs ZonePlayer (3x ZP90, 1x ZP80, 1x ZP100, 1x ZP120) und eine ZoneBridge in Betrieb nahmen, die ZonePlayer miteinander verknüpften und als Last eine Musik-Übertragung von einem NAS aus ins lokale Netzwerk laufen ließen.

    Die rund 10 MBit/s sind weit von einer WLAN-N-Nettodatenrate im Infrastruktur-Modus entfernt, die erfahrungsgemäß bei einem Pärchen, bestehend aus WLAN-Access-Point und WLAN-Client, in der Gegend von 100 MBit/ liegt. Aber das hatten wir auch gar nicht erwartet, sondern rund 30 MBit/s: Wie in unserem Report WLAN-Mesh ? die Technik: Robuste Funkmaschen beschrieben, arbeiten die WLAN-Komponenten in Mesh-Netzwerken nämlich im Ad-Hoc-Modus, sind also WLAN-Access-Point und WLAN-Client in einem und benötigen rund zwei Drittel der verfügbaren Bruttobandbreite (Linkrate) um sich selbst untereinander zu organisieren.

    Die 30 MBit/s würden immer noch für HD-Streaming im ganzen Haus ausreichen, erst recht für das Audio-Streaming, wenn es gute QoS-Mechanismen gäbe: Tatsächlich hat aber der via Ethernet angelieferte Audio-Stream keinen Vorrang, denn ein in Konkurrenz dazu an anderer Stelle eingespeister Netzwerk-Verkehr kann ihn kalt abwürgen. QoS-Mechanismen greifen also offenbar nicht: Bei Belastung der Übertragungsstrecke mit IxChariot-Test reißt die Musikübertragung ab. Es genügt bereits, mit einem Notebook, das per Ethernet-Kabel an einem ZonePlayer angeschlossen ist, eine Internet-Seite aufzurufen: Je nach Seiteninhalt gerät der Internet-Zugriff zum echten Show-Stopper, laufende Audio-Übertragungen kommen ins Stottern oder blieben so lange stehen, wie gesurft wird. Insgesamt ist zu beobachten: Bei mehreren MeshNodes wird das Netz instabiler und die Bandbreite sinkt.

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