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Workshop LCN Hausbus

Hausbus LCN mit PC-Kopplung

Im SmartHome macht der Bus das Licht aus

LCN Programmierung

Die Programmierung erfolgt mittels eines PC und einer speziellen Software von LCN. Der PC wird mit der seriellen Schnittstelle an den PC-Koppler angeschlossen. Steht z.B. am Laptop keine serielle Schnittstelle zur Verfügung, funktionieren auch RS232 auf USB-Wandler. Die LCN-Software liest die Elektroinstallation des Gebäudes aus und listet sie auf. Jedes Modul hat eine eindeutige Adresse, ähnlich der MAC-Adresse im IP-Netzwerk.

Diesen Modulen kann der Programmierer verständliche Namen zuordnen, z.B. "Badezimmer", "Heizung" oder "Garten". Eingänge, also Schalter, Taster, Lichtschranken, Fensterkontakt oder Sensoren werden nun über Bedingungen bestimmten Ausgängen zugeordnet. Ein Ausgang kann eine Leuchte sein, ein Motor, eine Alarmsirene oder eine Steckdose. Ändert sich der Zustand eines Sensors, meldet dieser das über den Bus an alle LCN-Module. Z.B. "Fensterschalter 3 an Modul Küche geöffnet".

Ist ein anderes Modul so programmiert, dass Fensterschalter 3 vom Modul Küche etwas bewirken soll, nimmt es die Statusänderung auf und arbeitet seinen damit verknüpften Auftrag ab. Alle anderen Module interessieren sich nicht für die Meldung des Küchenmoduls. Durch logische Verknüpfung lassen sich leicht so genannte Szenarien programmieren. Zeigt der Bewegungsmelder im ganzen Haus keine Aktivität an, könnte dann die Heizung überall um 2 Grad abgesenkt werden. Ferner könnte etwa noch brennendes Licht erst auf 20% reduziert und, wenn keine Reaktion festgestellt wird, das Licht ganz ausgeschaltet werden.

Visualisierung

Die Bauherren des SmartHome wollten keine "SmartHome-Leitstelle" mit einer Vielzahl von Monitoren. Z.B. einen für den Hausbus, einen für die Fotovoltaik, einen für die Heizung, einen für Security und dazu noch Türsprechstelle und Internet. Stattdessen sollte ein Bildschirm alles nutzenorientiert, nicht technikorientiert abdecken. Diese Aufgabe, gewerkeübergreifend relevante Daten zu aquirieren, zu visualisieren und zu verknüpfen wurde der Firma Steiner und dem Produkt IP-Symcon übertragen. Die Software "IP-SYMCON" läuft auf dem HomeServer und liest Daten aller Quellen im SmartHome aus. Das sind neben den LCN-Daten (würde auch mit anderen Bussystemen funktionieren) auch die in einer XML-Datei bereit gestellten Statusinformationen der Miele@home Hausgeräte, die JPEG-Bilder der Sicherheitskameras, die Daten der Technikerschnittstelle der Stiebel-Eltron Wärmepumpe, sowie die Leistungswerte der Alwitra Fotovoltaik. Zusätzlich besorgt sich IP-SYMCON das aktuelle Satellitenbild zur Wetterprognose aus dem Internet. Auch die aktuelle Stauprognose und sogar der Mülleimer-Kalender werden bereit gestellt. Alle diese Elemente können nun je nach Wunsch der Anwender auf einem Bildschirm dargestellt werden.

Per Touchscreen-Display lassen sich LCN-kontrollierte Aktoren schalten. Sensoren, wie Präsenz und Temperatur werden jeweils interaktiv eingeblendet. (© Smartmedia Pressservice)

Viele der genannten Funktionen wären auch über die LCN-eigene Visualisierung möglich gewesen. IP-Symcon bringt durch eine große Anwendergemeinde und regen Erfahrungsaustausch untereinander für fast jedes noch so exotische Problem jedoch bereits eine erprobte und preiswerte Lösung mit. Ferner sollte bewiesen werden, dass Kritiker der Hausautomation mit der Behauptung unrecht haben, dass solch ein Projekt überhaupt anzugehen mangels Kompatibilität der Gewerke untereinander sinnlos sei.

Der eine, allumfassende Standard für die Hausautomation ist, das beweist das SmartHome Paderborn, genauso wenig notwendig wie es ein einheitlicher Kraftstoff für Autos wäre: Benzin und Dieselautos fahren gemeinsam auf der Autobahn und halten sich an die gleichen Verkehrsregeln.

Die verschiedenen Komponenten im intelligenten Haus können viel besser miteinander kommunizieren, wie landläufig behauptet. Dies sei auch dadurch unterstrichen, dass die im SmartHome Paderborn von LCN verwendeten Schalter, alle EIB-Schalter (Serie FD) von Jung sind. Einzelne Teilprojekte sind darüber hinaus mit One-Wire-, I2C-, RS232- und ALL4000- Komponenten realisiert. Und dennoch vertragen sich alle Systeme perfekt miteinander.

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