Hubert und die geheimen Pläne
Netzwerksicherheit : Hubert und die geheimen Pläne
Zeichen an der Wand
Mit den Händen tief in den Manteltaschen, um sich vor der beißenden Kälte zu schützen, schlurfte Hubert erst ein paar Schritte vor sich hin, bevor er bemerkte, dass Andi ihm nicht gefolgt war. Er drehte sich um und sah Andi, in seinem marineblauen Mantel, wie er auf irgendetwas - über den Parkplatz von Gotthilf & Söhne hinweg - starrte.
Hubert ging zurück und gesellte sich zu ihm. Er folgte Andis Blick. Das Nachbargebäude schaute so langweilig wie immer aus: graue Mauern – so wie jedes andere Gebäude in diesem Industriegebiet, Glastüren und darüber in großen Buchstaben AMI und darunter in kleineren Buchstaben "Avionic & Marine International GmbH". "Was ist"? fragte Hubert.
Da es zu kalt war, um eine Hand aus den Manteltaschen zu nehmen, deutete Andi ihm mit seinem Kinn. "Da drüben. Ich habe zwar schon mal was über Warchalking gelesen, aber nie so etwas in echt gesehen."
Hubert schaute genauer hin und entdeckte jetzt ein auf den Beton gemaltes Symbol auf der rechten Seite der Eingangstür von AMI, so eine Art Graffiti:
"Wireless", sagte Hubert in einem verächtlichen Ton, so wie die Leute normalerweise das Wort Steuerprüfung aussprechen. "Nicht mit mir. Ich hab einfach das Gefühl, dass wir das mit Sicherheit nicht aufgemalt bekommen."
Auf den Weg durch die Eingangshalle entdeckte er zwei Vertriebler, die darauf warteten, ihn abzufangen. Hubert stöhnte innerlich auf. Dieser Montag war bereits der verrückteste Montag, den er je erlebt hatte. Er und sein Assistent, Andi Gruber, waren die ganze letzte Woche auf einer SANS-Schulung gewesen. Außer der angehäuften Arbeit und Hunderten von E-Mails, die immer auf ihn warteten, wenn er mal weg war, musste er wieder daran denken, dass der Geschäftsführer Karl Gotthilf seine elf Mitglieder des Gotthilf & Söhne-Vertriebsteams für ein eintägiges Sondertreffen zusammengetrommelt hatte. Hubert erkannte die seltene Gelegenheit, die Firewall und das Anti-Virus-Programm eines jeden Laptops der Remote User zu standardisieren und zu aktualisieren. Und er würde diese Gelegenheit am Schopf packen, besonders, da er vor kurzem selbst erfahren musste, was so alles passieren kann (Hubert und der Piratenschatz). Aber, oh mein Gott, die ewigen Proteste und die endlosen speziellen Wünsche, wenn er anfing, die Vertriebler nach ihren Computern zu fragen.
Und jetzt kamen sie schon wieder. Er hatte bereits seinen Reserve-Drucker-Server im Konferenzraum installiert, ein schnelles Netzwerksegment, ohne Domain-Namen, damit sie morgen die Power Point-Präsentationen ausdrucken konnten, ohne damit das ganze Büro zu nerven. Und was wollen sie denn jetzt schon wieder? Er tat so, als ob er sie nicht sehen würde und legte einen Schritt zu.










