Hubert und die geheimen Pläne
Netzwerksicherheit : Hubert und die geheimen Pläne
Ein moralischer Sieg
Wer auch immer hier gedruckt hatte, hatte seine IP-Adressen-Spur hinterlassen. Gerade erst letzte Woche hatte Huberts Chef, Dirk Steiner, ihn darauf hingewiesen, dass die Firma verstärkt wissen möchte, wer und wann etwas ausgedruckt wird. Hubert hatte sich deswegen eine Testversion von Advanced Printers Activity Logger heruntergeladen und auf dem normalen Printserver und auf seinem Backup installiert. "Hey Naumann, entschuldige mich für einen Augenblick", sagte er. Er lehnte sich über Naumann und griff nach der Maus, klickte mit der rechten Maustaste auf die Schnellstartleiste und wählte "Desktop anzeigen", damit er auf den Desktop schauen konnte. Mit einem Doppelklick öffnete er dann den Logger. Ein Fenster öffnete sich und er klickte auf "Jobs Journal", um sich folgendes Fenster anzeigen zu lassen:
Wer oder was war "HawkEyes1.5"? Und eigentlich hatte er gedacht, den Anwender zu kennen. "Wer zum Teufel ist Alexa T?" nuschelte er vor sich hin. Bei Gotthilf & Söhne gab es keine sehr hohe Personalfluktuation und er war sich eigentlich sicher, alle Benutzernamen zu kennen. Bei K & S gab es keine Alexa. "234", murmelte er vor sich hin, und versuchte sich die IP Adresse von Alexa einzuprägen. Die Anzeige des Advanced Printers Activity Loggers erlosch. Er drehte sich zu den Vertriebsmitarbeitern um und sagte: "Es scheint, dass bei euch jetzt alles in Butter ist. Kai, Oswald – ich brauche eure Notebooks für ein paar Minuten, so wie wir das abgesprochen haben."
Kai zuckte mit den Achseln und schob seinen Sony VAIO über den Tisch. Er reichte Hubert seinen Laptop und sagte: "Kannst du auf diesem Ding das Timeout ändern? Der Bildschirm blockiert immer, wenn mein Sohn online Sims spielt."
Hubert knirschte mit den Zähnen und wartete bis seine Wut verraucht war.
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Genau in diesem Augenblick kam Gotthilf zur Tür herein und begrüßte seine Vertriebsleute in seiner typischen Macho-Art: "Hey! Was stinkt hier drinnen so? Ach, das müssen Ingrids Pralinen sein!"
Das löste ein Durcheinander an Begrüßungsfloskeln, Pfiffen und üblen Wortspielen aus. Huberts ausgeprägter Instinkt sagte ihm, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt war, um die Sicherheitspolitik im Unternehmen zu erklären. Er hatte die Notebooks, die er wollte. Er zählte dies als moralischen Sieg und machte den Abgang.









