tom's networking guide
 

Hubert und die geheimen Pläne

Netzwerksicherheit : Die geheimen Pläne, zweiter Teil

Suche auf dem Parkplatz

Er öffnete den Notebook, suchte das Icon des NetStumbler auf dem Desktop und drückte auf Enter. NetStumbler öffnete ein Fenster mit verschiedenen Spalten. Am Anfang waren diese noch leer. Aber in kurzer Zeit fand der kabellose NIC im Notebook, der automatisch nach einem Access Point suchte, einige Signale. Zwei Minuten später hatte der NIC Signale von neun drahtlosen Netzwerken empfangen, die NetStumbler wie folgt auflistete:

Eine Spalte mit dem Namen ?Verschlüsselung´ zeigte an, ob ein bestimmtes Signal eines Gerätes verschlüsselt war oder nicht. Nur drei der Netzwerke hatten WEP im Gebrauch, was bedeutete, dass der Rest unverschlüsselt war. Die Signale waren alle sehr schwach, aber als Andi auf die SSID namens T-Mobile stieß und sich verbinden ließ, erschien das Login-Symbol der Starbucks-Kette. "Da haben wir es ja!" rief Andi. "Es ist so einfach, wie ich gedacht habe!"

Er drehte sich langsam um die eigene Achse und beobachtete den NIC, ob er mehr Signale von sonst irgendwo her empfangen würde. Je nach Laune drehte er das Notebook hin und her und deutete mit der kurzen drahtlosen Antenne Richtung Himmel. Dabei stieß er auf eine neue SSID: Tower Records 3. Sie musste offensichtlich von dem dreistöckigen Tower Records Gebäude aus dem Einkaufsviertel stammen.

Er hätte noch Stunden damit zubringen können, das ganze Gewerbegebiet abzulaufen und Signale einzufangen, aber es war ihm einfach zu kalt. Er hatte keine Handschuhe an und hatte trotz der Wärme des Notebooks eiskalte Hände. Er eilte unter der schwefelgelben Beleuchtung der Parklampen durch die Parkreihen hindurch zurück.

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Als er den Seitenbereich des AMI-Gebäudes erreichte, erschienen zwei neue SSIDs auf seinem Bildschirm: "AMI-AP03" und "Default". Keine der beiden war verschlüsselt. Die Signale waren sehr stark und wurden auch immer stärker.

Andi schüttelte seinen Kopf und dachte, dass dies sicherlich nicht der geeignete Weg war, Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Welcher Trottel installiert denn ein WLAN und lässt den SSID auf Default - und auch noch ohne WEP? OK, WEP war nicht perfekt, aber besser als gar nichts.

Warchalk – das Kreide-Signet an der Mauer vermerkt einen offenen WLAN Access Point mit der SSID AMI-AP03.

Da schützte Gotthilf & Söhne ja seine neue geheime super-innovative Posaunentechnologie mehr, als die AMI irgendwelche Militärgeheimnisse. Andi fragte sich, wer hier bloß den Karren in den Dreck gefahren hatte. Trotz seiner noblen Instinkte scrollte er zu "Default", initialisierte das Icon mittels Doppelklick im System Tray und öffnete die drahtlose NIC Monitoring Utility. Hier wurden die Verbindungsqualität und die Signalstärke der Verbindung angezeigt.

Als er am AMI-Zaun entlanglief, wurde das Signal immer stärker, über 40 Prozent, mehr als 50 Prozent...

Andi blieb genau zwischen AMI und Gotthilf & Söhne stehen, genau dort, wo die Raucher sich noch vor einigen Stunden zuvor zusammengefunden hatten. Er schwenkte das Notebook wie eine Wünschelrute umher - auf der Suche nach dem stärksten Signal. Der Anzeigebalken war jetzt komplett schwarz. Der hell erleuchtete Bildschirm machte ihn etwas nachtblind, so konnte er nicht erkennen, wo genau er sich befand. Er hoffte, dass er nicht über eine Bordsteinkante oder einen Strauch stolpern würde und begab sich langsam in die Richtung, aus der das Signal kam.

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