Hubert und die geheimen Pläne
Netzwerksicherheit : Die geheimen Pläne, zweiter Teil
Wünschelrutenlaufen in der Kälte
"Dieser VAIO hat einen Wireless NIC und ich habe den WAP vom Parkplatz aus gesehen – unverschlüsselt."
"Na großartig", Hubert blickte finster drein. "Was hast du da?" Mit einem großen Schritt war er neben Andi, so konnte er einen Blick auf den Bildschirm des Notebooks werfen.
"NetStumbler", sagte Andi. "Und die Wireless Cards Signal-Monitoring Utility." Mit dem Finger deutete er: "Da, schau. Signal-Stärke. Aber wir können es auch nutzen, um den Wireless Access Point zu finden."
"Jaaa, großartig, Andi!" lobte Hubert.
"Wer könnte da nur dahinter stecken?" fragte Andi. "Denkst du, dass es jemand von den Vertriebsleuten ist?"
Hubert dachte an ihre verblüfften und unschuldigen Mienen, als die Top-Secret-Unterlagen den Drucker im Konferenzraum im Beschlag nahmen. "Ich bezweifle es. Wahrscheinlich wollte irgendjemand in der Fabrik Internet-Anschluss, aber ohne Extra-Kabel an seinem Arbeitsplatz."
"Das könnte natürlich auch sein!" sagte Andi. "Lass es uns überprüfen."
Sie überquerten den Flur, ignorierten dabei die Stimmen der Vertriebsleute, die immer noch im Konferenzraum zu Gange waren, bogen scharf nach links ab und gingen durch die Tür in die Fabrik.
Die Fabrikschicht war vor einer Stunde bereits zu Ende gewesen. Absolute Stille lag über dem Montagebereich. Fluoreszierende Tuben glänzten unter der hohen Decke, aber die einzelnen Arbeitsplatzlichter waren bereits ausgeschaltet. Hier oder da leuchtete Messing irgendwo im Schatten auf. "Auf nach hinten?" schlug Hubert vor.
Aber nach fünf Schritten meinte Andi: "Das Signal wird schwächer." Sie gingen weiter und er las laut vor: "65 Prozent, 59, 40."
Sie machten eine Kehrtwendung und gingen zurück zum Bürogebäude. "60, 77, 84."
Das Signal führte sie wieder durch die Tür auf den Flur. Hier war es im Vergleich zur Fabrikhalle wenigstens gemütlich warm. "90", sagte Andi, als sie am Konferenzraum vorbeigingen. "99 – mehr geht nicht."
Hubert pflanzte sich mitten auf den Flur. Fünf Bürotüren und der Konferenzraum so drei bis vier Schritte von sich entfernt. In Gedanken ging er die Büros durch: Buchhaltung, Vertrieb und in der Ecke – Gotthilf´s Büro...
Hubert und Andi warfen sich einen Blick zu. Und Andi schrie, "Herr Gotthilf!" und Hubert stöhnte "Junior."
Hubert ging auf die Türschwelle von Gotthilfs Büro zu und klopfte an die Tür.
Gotthilf saß an seinem Schreibtisch und schaute sich Power Point-Blätter an, er blickte auf. "Herr Wolf!" grüßte er ihn freundlich. "Was kann ich für Sie tun?"
"Ich hab mich nur gerade was gefragt", sagte Hubert und versuchte, seine Stimme wie immer klingen zu lassen. In der Zwischenzeit scannten seine Augen den Raum ab, auf der Suche nach dem Wireless Access Point. "Während ich letzte Woche nicht hier war, hat da jemand einen Hotspot für unser Netzwerk installiert?"










