Hubert und die geheimen Pläne
Netzwerksicherheit : Die geheimen Pläne, zweiter Teil
Juniors Geistesblitz
Gotthilfs Augen leuchteten auf. "Ja! Ich wollte es Ihnen erzählen!" Er sprang von seinem Stuhl auf, machte eine halbe Drehung und zeigte etwas, das wie ein Hightech-Bügeleisen aussah und auf der Anrichte hinter ihm stand – genau im Fenster. Auf dem Label der leeren Schachtel daneben stand "ORiNOCO RG-1100 Broadband Gateway". "Dieses Ding ist einfach klasse. Ich kann meine Unternehmenspräsentation von überall auf dem Gelände schicken oder Notizen machen. Ich...."
"Wow", sagte Hubert. "Und wer hat das installiert?"
Gotthilf strahlte über beide Ohren. "Ich war´s! Super, oder? Einer meiner Golf-Partner hat mir alles erklärt und sich darum gekümmert, dass ich auch ein richtig starkes Signal bekomme. Tatsache ist", setzte er mit einem schelmischen breiten Grinsen auf dem Gesicht nach, "wenn ich noch ein paar mehr solcher Geräte aufstelle, wofür brauche ich euch dann noch?" Er lachte.
Niemand lachte mit ihm mit.
Er hörte auf zu lachen.
"Könnten Sie bitte einen Moment mit rauskommen?"
Gotthilf zuckte kurz mit den Achseln. "OK, wo soll´s hingehen?"
Hubert und Andi eilten in Richtung Eingangshallentür und Gotthilf hemdsärmelig hinterher. "Das dauert aber nicht lange, oder?"
"Zwei Minuten", erwiderte Hubert. Er nahm das Notebook von Andi.
Das Trio ging durch die Eingangstür. "Oh, eiskalt!" meinte Gotthilf. Man sah seinen Atem und Hubert dachte, dass ihm das Recht geschah.
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Die Wireless Card Monitoring Utility zeigte ein sehr starkes Signal an. Er eilte durch die arktische Kälte, nach 15 Schritten war das Signal noch immer sehr stark. Er steuerte ostwärts, überquerte den Parkplatz und erreichte eine Seitenstraße. Im Scheinwerferlicht waren sie drei Silhouetten, unterwegs in südlicher Richtung. Als das Signal auf 50 Prozent zurückgegangen war, war er bereits einige hundert Meter vom Firmengebäude entfernt."
Gotthilf und Andi holten ihn ein. "Sehen Sie", erklärte Hubert. Er drehte das Notebook so, dass der Geschäftsführer einen Blick darauf werfen konnte. "Wireless arbeitet wie eine Rundfunkanstalt. Ihr Hotspot funktioniert nicht nur im Gebäude, sondern sendet in alle Richtungen." Er rief Google auf. "Hier! Ich kann sogar das Internet von hier aus über den Access Point in Ihrem Büro aufrufen."
Gotthilf schaute etwas dumm aus der Wäsche. "Das können Sie?"
"Aber, es wird noch besser", erklärte Hubert. Er drehte den Bildschirm wieder zu sich, gab ein Passwort ein und steuerte durch verschiedene Directories. Dann sagte er: "Raten Sie mal, was auch gratis verfügbar ist, und das für jeden, der hier mit dem Notebook vorbeikommt?"
Er drehte den VAIO so, dass der Geschäftsführer perfekt auf Gotthilf & Söhnes exklusiven Vertrag mit dem Anbieter der neuen Legierung schauen konnte.
Hubert fror sich fast den Arsch ab, seine Zähne klapperten, während der vorbeifahrende Verkehr kalte Windböen aufwarf. Aber das war es wert. Allein nur deshalb, um zu beobachten, wie Junior so bleich wurde, dass sein aschgraues Gesicht im Dunkeln leuchtete.











