Glosse Digital Lifestyle CeBIT 2008
Glosse Digital Living auf der CeBIT 2008
Netzwerk und Designer-Klo
Ein Schlückchen aus der IFA-Flasche.
Wie bringt man einen Röhrenverstärker, ein Schweden-Regal und ein Designer-Klo durch die CeBIT-Nomenklatur? Schreib "digital living" drauf, und alles ist erlaubt. Wenn einer Messe die Aussteller davonlaufen und die Politik sich auf den Zehen steht sind Notlösungen gefragt. Halle 21 mit der Sonderschau "digitales Leben" hinterließ zwiespältige Gefühle – Digitale Ausweich-Livings gab es andernorts.
Hannover nimmt ein Schlückchen aus der IFA-Flasche.
CeBIT ist reinstes B2B. Das steht für "Business to Business". Doch Geschäftsabschlüsse sind in Hannover so selten geworden wie Party-Einladungen und Geschäftsführer. Angesichts halbierter Besucherzahlen bekommt die Messeleitung wohl Panikschübe.
Stell dir vor, Du bist die CeBIT und keiner will hin!
Den Ausstellern sind die Stände zu teuer und die Besucher können nicht verknusen, dass sie nach Expo 2000 und Euroumstellung nun das Vierfache von früher fürs Kinderzimmer mit Familienanschluss zahlen dürfen. Um bezahlbare Hotelzimmer hat man sich in Hannover nie gekümmert.
Bitte Platz zu nehmen. Designer Klo ohne Netzanschluss als Braune Ware. (©Smartmedia PresSservice GmbH)
Wollten 2001 noch alle nach Hannover, sind nun die schönen Digitalkameras in Köln auf der Photokina und die Fernseher liegen unter dem Funkturm in Berlin. In solchen Fällen pflegen Gremien zu tagen und Beschlüsse übers Knie zu brechen. Etwas Unterhaltungselektronik soll her, dann fällt nicht so auf, dass Sony fehlt, Canon abwesend ist und Panasonic arg geschrumpft daher kommt.
Die CeBIT hat mit zwei Dritteln ihrer Besucher nämlich ein kleines Problem: Die sind weniger an B2B als an Brauner Ware, sprich Unterhaltungselektronik, interessiert, und die gibt es auf der CeBIT nur in homöopathischen Dosen und dann auch noch im Bereich "Planet Reseller", den wiederum nur Wiederverkäufer betreten dürfen.








