Augenwischerei mit großen Zahlen

Augenwischerei mit großen Zahlen
Die WLAN-Lüge
Lasst Euch nicht veräppeln!
Die Vernetzungstechnologie "WLAN" (Wireless Local Area Network) ist die erste Computer-Technologie, die zuerst bei den Endverbrauchern gross geworden ist, bevor sie in Firmen Einzug gehalten hat ? wenngleich sie dorten noch immer nur zögerlich aufgenommen wird.
Doch der Faktor, der maßgeblich zum Erfolg bei den Endverbrauchern beigetragen hat, ist auch ihr größter Pferdefuß ? der genehmigungsfreie Betrieb im lizenzfrei nutzbaren Frequenzband 2,4 GHz, das von den WLAN-Technologien 802.11b (WLAN-B) und 802.11g (WLAN-G) zur Datenübertragung genutzt wird. Pferdefuß deshalb, weil der Betrieb in diesem frei verfügbaren ISM-Frequenzband (Industrial Scientifical, Medical) nur dann statthaft ist, wenn die Sendeleistung auf 100 Milliwatt begrenzt bleibt ? pro Sender, doch dazu später mehr. Zum Vergleich: Ein Mobiltelefon ballert beim Verbindungsaufbau zu einem fernen Sendemast schon mal das Dreißigfache ? 3 Watt ? in die Umgebung und erreicht damit locker selbst eine kilometerweit entfernte Basisstation.
WLANs dagegen überbrücken ? selbst im Freigelände und ohne Behinderungen durch Wände ? schwerlich mehr als 300 Meter, vorausgesetzt, nichts Nasses wie Regen, Nebel, Strauchwerk, Bäume oder Menschen kommen dazwischen. Und in Gebäuden ist es noch drastisch weniger. Dabei nimmt aufgrund physikalischer Gesetze nicht nur die Sendeleistung mit der Entfernung ab, sondern auch der erzielbare Nettodurchsatz.
WLAN-G (und WLAN-A) erreichen nur auf kurze Distanz eine Symbolrate von 54 MBit/s ? wobei die Nutzdatenrate noch bis zu 40 Prozent niedriger liegt. Mit wachsender Entfernung sinkt die Symbolrate weiter ab. (Quelle. Wireless LANs Networker's Guide).
Wie unser Test des WLAN-G-Routers ASUS WL-530g anhand eines realen Objekts offenbart, reichen mithin zwei, drei Ziegelsteinwände im Signalweg aus, um brutto 54 MBit/s auf 1 MBit/s zu drücken ? das ist die kleinste Geschwindigkeit, mit der alle IEEE-802.11-WLANs in Kontakt zueinander treten. Fällt der Durchsatz darunter, reißt die Verbindung einfach ab.
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Mit 1 MBit/s lässt sich zwar immer noch ? vor allem im Vergleich zu Standard-DSL-Verbindungen ? ein passabler Internet-Seitenaufbau erreichen. Aber Netzwerk-Player, die Audio-Video-Ströme (Streams) ruckfrei übertragen wollen, benötigen selbst im Fall hoch komprimierten Contents das Drei- bis Vierfache an Nutzbandbreite. Für eine Übertragung, in einer Richtung. Hier hinkt der vergleich mit der DSL-Leitung, denn dort reisen Datenpakete normalerweise (also wenn's die Modems beherrschen) unabhängig voneinander in beide Richtungen (full duplex), während im klassischen WLAN immer nur ein Kommunikationspartner zur gleichen Zeit senden darf ? denn die Datenpakete laufen ja über den gleichen Sendekanal (half duplex) und müssen sich dessen Bandbreite teilen.








