Triple-Play-Messverfahren

Netzwerktests für Triple-Play
Am Ende zählt, was hinten rauskommt
Netzwerk-Messverfahren des Tom's Networking Guide
Belastbare Messungen für Netzwerk-Komponenten, gleich ob für Heimnetze oder die Netwerk-Installationen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind aufwändig, diffizil und zeitraubend. Kein Standort gleicht dem anderen, und so behelfen sich die meisten Anbieter damit, zur Vermarktung ihrer Produkte einen technischen Wert anzugeben, die so genannte Link-Rate, die wir der Einfachheit halber Brutto-Datenrate nennen um sie von der Nutzdatenrate oder Netto-Datenrate zu unterscheiden, jenen Durchsatz, der dem Anwender in der Realität tatsächlich zur Verfügung steht.
Durchsatz ist aber in Zeiten der multimedialen Heimvernetzung und der zwangsweisen Umstellung alle Telefonsysteme von leitungsvermittelt auf paketvermittelt nicht alles: Im Heimbereich wird der Ruf nach performanten Streaming-Systemen immer lauter, während im professionellen Umfeld neben dem reinen Datendurchsatz das Thema Voice-over-IP (VoiP) die wichtigste Rolle spielt.
Die drei Technik-Bereiche Daten, Streaming und Telefonie fasst der Begriff "Triple-Play" zusammen, und folgerichtig ist zur seriösen Bewertung der Qualität einer Netzwerkkomponente ein Messverfahren erforderlich, das klare Aussagen über deren Leistungsfähigkeit bei Daten, Video- und Audio-Streaming sowie bei der Übertragung von Sprache liefern kann.
Für Käufer, Händler – und mithin sogar für Entwickler – zählen jedoch nicht nur synthetische Labor-Werte in gut kontrollierbarer Umgebung, sondern belastbare Leistungsmessungen in der realen Welt. Am Beispiel Wireless LAN (WLAN) wird deutlich, was das heißt: Den Funkwellen stehen nicht nur Mauern, Decken und Fußböden sowie Türen, Schränke und Schreibtische im Weg, sondern auch Menschen, Tiere und Pflanzen.
Die Mess-Orte sind für die Funkwellen teilweise nur schwer erreichbar. (©Smartmedia PresSservice)
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Und wo es Nachbarn gibt, kann es auch benachbarte Netze geben, die dem eigenen dazwischenfunken – das gilt nicht nur für WLAN sondern in besonderem Maße auch für die Datenübertragung via Stromleitung, die ebenfalls als "drahtlose Netzwerk-Technik, die Stromleitungen als Antennen nutzt" gelten kann: Mangels Abschirmung läuft die Sendeenergie nur zum Teil Stromleitungen entlang, der Rest funkt munter in die Welt hinaus und "umfließt" mit Wellenlängen zwischen einem und zehn Metern Hindernisse in dieser Größenordnung weit einfacher als die WLAN-Wellen im Längenbereich von 12 respektive 6 Zentimetern bei 2,4 GHz beziehungsweise 5 GHz. Drahtlosdatenfunk á la WLAN scheitert oft an solider Bauweise, geringe Reichweite und niedriger Durchsatz sind die Folge. Dieser Hauptschwäche begegnet die Industrie mit der MIMO-Technik (Multiple-In, Multiple-Out), die sich zunutze macht, dass kurzwellige WLAN-Signale an Flächen teilweise reflektiert werden und damit auf mehreren Wegen vom Sender zum Empfänger und zurück laufen.
Um all diese Eigenheiten messtechnisch zu erfassen, hat der Tom's Networking Guide Deutschland mehrjähriger Arbeit ein Triple-Play-Messverfahren entwickelt, das den Datendurchsatz, die Streaming-Performance und die Sprachqualität ermittelt auf Paket-Ebene ermittelt. Basis ist das professionelle Messprogramm IxChariot von IXIA, auf dem ein ausgefeilter Satz an Mess-Skripten abläuft und am Ende rund 27 MByte Rohdaten liefert. Das nicht minder ausgefeilte Auswerte- und Analyseverfahren des Tom's Networking Guide Deutschland überführt die Messwerte in aussagekräftige Mess-Diagramme; es wurde Anfang 2009 vom Institut für Rundfunktechnik lizenziert, das maßgeblich an der Entwicklung der Mess-Skripte beteiligt war. Denn dort gilt ebenfalls: "Am Ende zählt, was hinten rauskommt".
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